Benzoin 49 Bergblau engl. Benzoic acid), eine in vielen Balsamen und Harzen, besonders in der Benzoe enthaltene organische Säure, welche in chemischer Hinsicht als Benzolkarbonsäure, C 6 H 6 .COOH, aufzufassen ist. Zu ihrer Darstellung wird zimtsäurefreies Benzoeharz entweder mit Kalkmilch ausgekocht und die Lösung mit Salzsäure gefällt, oder das Harz wird einfach der Sublimation unterworfen. Zu pharmazeutischen Präparaten darf nur die sublimierte Säure benutzt werden. Für technische Zwecke bediente man sich früher als Ausgangsmaterial ­ vielfach des Harns von Pferden und Rindern, deren Hippursäure bei geeigneter Behandlung ­ in B. übergeht. Neuerdings wird die Säure jedoch meist synthetisch aus phtalsaurem Kalzium oder Toluol dargestellt. Die B. kristallisiert ­ in schön glänzenden Blättchen, die, wenn aus dem Harz gewonnen, bräunlich aussehen und schwach aromatisch riechen, sonst färb- und geruchlos ­ sind. Sie ist wenig in kaltem, leichter in heißem Wasser löslich, schmilzt bei 120 0 und Siedet bei 250° unter Entwicklung hustenreizender ­ Dämpfe. Im Hinblick auf das Fehlen charakteristischer ­ Reaktionen stellt man zum Nachweise ­ der B. am zweckmäßigsten den charakteristisch ­ riechenden Äthylester dar. B. findet Anwendung ­ als Heilmittel, ferner zur Herstellung v °n Teerfarben und neuerdings auch, an Stelle der durch das Fleischbeschaugesetz verbotenen Stoffe (Salizylsäure. Borsäure usw.), zur Konservierung ­ für Fleischwaren. Obschon sie nach neuen pharmakolog. Untersuchungen für den menschlichen Organismus nicht oder doch nicht nachweisbar schädlich ist, muß letztere Verwendung ­ als unerwünscht bezeichnet und zum mindesten eine deutliche Deklaration verlangt Werden. Von den Verbindungen der B. mit Basen, Benzoaten, hat das Natriumsalz hauptsächlichste Bedeutung. Benzoin, Bittermandelölkampf er, eine chemische ­ Verbindung von der Formel des Benzoyl-Phenylkarbinols, C 6 H 5 .CH(OH).CO .C 6 H 5 , wird durch Behandlung von Benzaldehyd mit Zyan-Kalium dargestellt und bildet farblose, bei 134 0 schmelzende Prismen, welche als Antiseptikum Anwendung finden. Benzol, ein im Steinkohlenteer enthaltener Kohlenwasserstoff, C 6 H 6 , welcher sich neben To-Uof, Xylol u. a. auch im Rohbenzol und Steinphlenbenzin vorfindet und daraus durch fraktiomrte Destillation gewonnen wird, erscheint in e metn Zustande als eine farblose, stark lichtre chende Flüssigkeit vom spez. Gew. 0,884 und d ^m Siedepunkte 80,5°. B. brennt mit leuchtenu e K stark rußender Flamme, mischt sich mit Aloti°i, Äther, Petroläther, Holzgeist und Azeton, in r| a ^ er ' n Nasser unlöslich. Man ber utzt es j, der Industrie als Lösungsmittel für Fette und st p tsc BuL un d als Ausgangsmaterial für die Dar-Pa K S ^ es Anilins und zahlreicher künstlicher rbst °ffe, besonders des Indigos. Vielfach wird fji aac h an Stelle des Benzins als Betriebsstoff Automobile verwandt. j ^nzopurpurin, drei Azofarbstoffe, welche Werd ^' e ^ e ‘ cben I B, 4 B und 6 B unterschieden lösbu ’ kommen als braune oder rote, in Wasser im c e Pu Her in den Handel, die Baumwolle w hmdenbade rot färben. B. 1 B und B. 6 B e n durch Einwirkung von diazotiertem Toli-Mercks Warenlexikon. din auf Alpha- oder auf Betanaphtylaminmonosulfosäure erhalten, während die Sorte 4 B durch Einwirkung von Naphtionsäure auf diazotiertes Tolidin entsteht. b-Purpurin s B und &-Purpurin ;B (Diaminrot) Werden ebenfalls aus Tolidin durch Verkuppelung mit anderen Naphtylaminsulfosäuren dargestellt. Benzosol, Guajakolbenzoat, C 6 H 4 (OCH 3 ). OOC.CgHj, ein neues Medikament, das durch Behandlung von.Guajakol mitÄtzkali undBenzoylchlorid als farbloses Kristallpulver vom Schmelzpunkt ­ 56° gewonnen wird. Es wird bei Phthisikern ­ und als Darmantiseptikum an Stelle von Guajakol und Kresol, vor denen es den Vorzug der Geschmacklosigkeit besitzt, verordnet. Benzylviolett (Violett s B, Pariser Violett 6 B), ein in Wasser mit violetter Farbe löslicher Teerfarbstoff, wird zum Färben von Seide, Wolle und Baumwolle benutzt und besteht im wesentlichen ­ aus salzsaurem Pentamethylbenzylpararosanilin. Berberin (lat. Berberinum, frz. Berberine, engl. Berberin), eine stickstoffhaltige Base, C 20 H 19 NOg, die man in vielen Pflanzen aufgefunden hat, so in allen Teilen, namentlich aber in der Wurzel des Sauerdorns (Berberis vulgaris), ferner in der Kolombowurzel und dem Kolomboholz, der jamaikanischen ­ Wurmrinde, der Wurzel von Hydrastis canadensis, bildet glänzende gelbe Kristallnadeln von bitterem Geschmack, die in kaltem Wasser nur sehr wenig, in heißem leicht löslich sind. Die Verbindungen des B. mit Säuren, die Berberinsalze, ­ sind meistens ebenfalls gelb und schwer löslich und finden wie die freie Base beschränkte ­ medizinische Anwendung. Berberitzen (Sauerdornbeeren, lat. ßaccae berberidis, frz. Bayes de vinetier, Bayes d’Epinevinette, engl. Bcrber-berries), die länglichrunden, ­ fast zylindrischen, scharlachroten Früchte des Berberitzenstrauchs, Berberis vulgaris(L.), sind reich an Äpfelsäure und waren früher Artikel ­ des Drogenhandels. Man verwendet sie zur Herstellung von Berberitzensirup und B.-Mus, sowie ­ den Saft als rote Farbe in der Lederfabrikation. ­ Bergamottöl (lat. Oleum bergamottae, frz. Essence de bergamote, engl. Oil of bergamot), ein sehr wohlriechendes ätherisches Öl, wird aus den Fruchtschalen der Bergamotten, der Früchte von Citrus Bergamia, einer Orangenart, durch Auspressen ­ gewonnen. Das bräunlichgelbe oder wegen ­ seiner Versendung in Küpfergefäßen meist grünliche Öl ist anfangs trübe, klärt sich aber bald und enthält neben Links-Linalool, CioHjgO, und Rechts-Limonen, C 10 PI 1G , als wertbestimmenden ­ Bestandteil etwa 3S°/o Linalylazetat, c 10 h 17 o . CHj.CO. Das spez. Gew. beträgt 0,881—0,886, die Rechtsdrehung im too-mm-Rohre -j- 8 bis + 22 0 . In seinem halben Volumen Alkohol muß sich das Öl klar lösen. Mit Hi’.fe dieser Eigenschaften und der Verseifungszahl kann der Nachweis von Verfälschungsmitteln wie Terpentinöl, Olivenöl und Zitronenöl leicht geführt ­ werden. Das meiste B. kommt aus Reggio in kupfernen Ramiferen von 5r—50. kg Inhalt. Bergblau (frz. Bleu de montagne, engl. Mountain-blue) besteht aus fein gemahlener und geschlämmter ­ Kupferlasur (s. d-) und kommt nur