Bickmol 52 Bier canus), die einen sehr, bedeutenden Preisunter schied zeigen, denn während das letztere, gewöhn lieh kanadisches B. (Castoreum canadense) ge nannt, bei uns etwa 200—400 M. das Kilogramm kostet, ist der Preis des europäischen etwa 1000 M. für das Kilogramm. Letzteres führt allgemein den Namen sibirisches oder russisches B. (Casto reum sibiricum oder moscoviticum), da Deutsch land jetzt so gut wie nichts mehr liefert. Beide Sor ten unterscheiden sich durch folgende Merkmale; Während die Beutel des sibirischen B. oval und wenig zusammengedrückt erscheinen, auch nicht runzelig und zusammengeschrumpft sind, besteht das kanadische B t aus mehr bimförmigen, flach gedrückten Beuteln' mit runzeliger Haut. Bei dem sibirischen lassen sich im Gegensatz zum kanadischen B. die beiden äußeren' Häute be quem ablösen, und in der Mitte des Inhalts ist eine Höhlung, welche bei dem kanadischen fehlt. Der Inhalt der sibirischen Beutel ist braun, nie mals glänzend oder harzig, sondern fast erdig, derjenige der kanadischen Beutel rotbraun und auf dem Bruche harzartig glänzend. Auch ist der Geruch des letzteren bedeutend schwächer. Bicktnol, eine Einreibung gegen Lahmheit der Pferde, enthält Kampfer, Seife, Äther, Arnika und Spiritus. Biebricher Scharlach (Imperialscharlach, Altscharlach, Echtponceau B., Neurot L., Ponceau 3 RB), ein rotbraunes, in Wasser mit gelbroter Farbe lösliches Pulver, färbt Wolle und Seide im saueren Bade rot und besteht aus dem Natronsalz des Amidoazobenzoldisulfosäure- azobetanaphtols. Bier ist ein durch alkoholische Gärung aus Malz, Wasser, Hopfen und Hefe hergestelltes Ge tränk, welches sich noch in schwacher Nach gärung befindet und neben Alkohol und Kohlen säure einen nicht unerheblichen Gehalt an un- vergorenen Extraktstoffen aufweist. Nach dem neuen Brausteuergesetz vom 15. Juli 1909 darf für untergärige Biere nur aus Gerste herge stelltes Malz benutzt werden, während für oBer- gäriges Bier auch anderes Malz aus Weizen, Reis usw. sowie als Malzsurrogate Rohrzucker, Stärkezucker und Zuckercouleur zulässig sind. Zur Herstellung des Bieres wird geschrotenes Malz (s. d.) mit warmem Wasser behandelt (Maischen), indem man es entweder nach dem in Deutschland üblichen Dekoktionsverfahren mit siedendem Wasser übergießt und die nach einiger Zeit abgezogene Lösung so oft zum Sieden erhitzt und wieder zusetzt, bis die Tem peratur von 75° erreicht ist, oder indem man nach der englischen Infusionsmethode die er forderliche Menge Wasser hinzusetzt und die ganze Masse langsam auf 75 0 erwärmt. Das Wasser, welches für die Güte des Bieres von größter Bedeutung ist, muß die Zusammensetzung eines guten Trinkwassers haben, möglichst bakterien frei sein und eine mittlere Härte besitzen. Durch das Einmaischen werden, die löslichen Bestand teile des Malzes, besonders die durch Einwirkung der Diastase gebildeten Zuckerarten und Dex trine extrahiert. Die wäßrige Lösung (Würze), welche 65—82 °/o der Malzextraktstoffe enthält, wird nun von den ungelösten Stoffen (Trebern) abgelassen und mit Hopfen 1—1V2, bei stärkeren Bieren auch 3—4 Stunden gekocht, wobei die Diastase abstirbt, ferner durch Abscheidung trü bender Stoffe Klärung eintritt, und die aroma tischen Bestandteile des Plopfens (Hopfenbitter, Lupulin, Hopfenöl und Harz) ausgezogen werden. Die letzteren dienen zur Konservierung und Er zeugung des charakteristischen Geschmacks. Die gehopfte Würze, welche nunmehr in wäßriger Lösung neben überwiegenden Mengen Maltose und Dextrin noch geringere Anteile von Rohr zucker und Dextrose sowie etwas Gummi, Ei weiß, Salz und Milchsäure enthält, gelangt nach schneller Abkühlung in die Gärbottiche und wird hier mit Hefe versetzt, welche den Zucker in Alkohol und Kohlensäure zerlegt. Je nach der Art der zugesetzten Hefe unterscheidet man obergärige Biere, bei denen die Gärung unter Aufsteigen der'Hefe zwischen 12 und 19 0 schnell und stürmisch verläuft, und untergärige Biere, die bei niederer Temperatur und langsam ent stehen. Die ersteren sind im allgemeinen leichter und weniger haltbar (Einfachbier, Weißbier). Zum Schluß überläßt man das B. noch einer langsamen Nachgärung auf Lagerfässern. Ab gesehen von der helleren oder dunkleren Farbe, welche bei untergärigen Bieren hauptsächlich durch die Verwendung stärker oder schwächer gedarrten Malzes hervorgerufen wird, während obergärige B. auch mit Zuckercouleur gefärbt werden dürfen, unterscheiden sich die einzelnen Biersorten in qualitativer Hinsicht gar nicht. Sie alle enthalten neben Wasser, Alkohol, Kohlen säure und Hopfenstoffen geringe unvergorene Reste von Zucker, Maltose, Dextrin, ferner Ei weißstoffe, Milchsäure, Glyzerin usw. Um so größeren Schwankungen unterliegt dafür die quantitative Zusammensetzung. Der Gehalt an Kohlensäure beträgt 0,1—o,2»/o, der Alkohol gehalt 1—5%, der Eiweißgehalt 0,1—0,75 0/0 usf. Nachstehende Analysen mögen ein Urteil über die Beschaffenheit der gebräuchlicheren Bier sorten verschaffen. Einfach Alkohol . . 1,00—2,00 °/ 0 Extrakt . . 2,50—4,00 „ Mineralstoffe , o,io—0,15 „ Milchsäure . 0,05—0,07 ,, Maltose . . 1,00—1,50 „ Eiweißstoffe . 0,15—0,20 „ Stammwürze . 5,00—6,50 „ Vergärungsgrad 35—40 Lagerbier 3.00— 3.50% 4,5°— 8.5° n 0,15— 0,20 „ 0,06 0,12 „ 1,00— 1,30 „ 0,35— 0,50 „ 11,50—13,50 „ 54—59 Pilsener 3,20— 3,80 °/ 0 4,5o— 5,50 „ 0,15— 0,20 „ 0,10— 0,15 „ 0,80— 1,00 „ 0,35— 0,50 „ 11,00—12,00 „ 58-62 Alkohol . • . Extrakt . . . Mineralstoffe . Milchsäure . . Maltose . . . Eiweißstoffe . . Stammwürze V ergärun gsgrad Münchner 3.50— 4,00 % 6.50— 7,50 „ 0,20— 0,25 „ 0,10— 0,15 „ 1.50— 2,50 „ 0,40— 0,55 „ *3,5°— 1 5>°o * 5o-53 Kulmbacher 4.50- 5.00 % 7,00— 8,50 „ 0,25— 0,28 „ 0,15— 0,25 „ 1,80— 2,60 „ °,6o— 0,75 „ 15.50— 17,00 „ ' 55—58 Die Stammwürze bietet ein Maß für die Menge des verarbeiteten Malzes, der Vergärungsgrad für den Gehalt an noch unvergorenen Bestand teilen (Zucker). Neben den genannten Haupt typen finden sich noch zahlreiche Spezialitäten im Handel, von denen nachstehend einige der wichtigsten namhaft gemacht seien; Berliner Weißbier und Leipziger Gose, obergärige, aus Gersten- und Weizenmalz gebraute Biere, von säuerlichem Geschmack mit etwaztyo Alkohol und 6°/o Stammwürze. Grätzer Bier, ein obergäriges Bier aus schwach geräuchertem Weizenmalz mit charakteristischem Rauchgeschmack, 2—2,5 0/0 Al