Bihul 53 Bindfaden kohol und 7—8% Stammwürze. Lichtenhainer, obergäriges Bier mit 2—-2t/a 0/0 Alkohol und 8—9% Stammwürze. Zerbster Bitterbier mit 2,5—30/0 Alkohol und 12—12,5 0/0 .Stammwürze. ­ Köstritzer Schwarzbier mit 3—3,5 °/o Alkohol und 12% Stammwürze. Mumme, eine Braunschweiger Spezialität aus sehr gehaltreichen, ungehopften Malzauszügen, die nur teilweise vergoren ­ sind. Lambic und Faro, belgische Biere, stark sauer und bitter schmeckende Getränke, zu deren Herstellung neben Gerstenmalz auch Weizen, Hafer und Buchweizen benutzt werden, und die zur Milderung des harten Geschmacks Zusätze von Sirup oder Zucker erhalten. Malzextraktbiere, ­ sehr extraktreiche, ganz schwach vergorene Malzauszüge von süßem Geschmack und geringem Alkoholgehalt. Als Malzbier schlechthin darf nur ein aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestelltes Bier bezeichnet werden. Wenn es aber unter Mitverwendung von Zucker bereitet war, so müssen zur Herstellung von 1 hl Bier mindestens 15 kg Malz verwendet worden sein und auf Etiketten. Plakaten und Anweisungen entsprechende Hinweise („mit Zuckerzusatz“) angebracht ­ werden. Von den ziemlich seltenen Verfälschungen des Bieres sind besonders Zusätze von künstlichen Süßstoffen (Saccharin), Salizylsäure und anderen Konservierungsmitteln, Hopfenersatzmitteln, Neutralisationsmitteln (Natriumbikarbonat) ­ zur Verdeckung des sauren Ge Schmacks, ferner von Tropf- und Neigenbier zu erwähnen. Sie können auf Grund der bestehenden ­ gesetzlichen Bestimmungen unschwer bekämpft werden, ebenso der Verkauf von saurem, ­ trübem und sonstwie verdorbenem Bier. Her früher vielfach übliche Zusatz von Wasser zu fertigem Weißbier ist nach dem neuen Gesetz verboten. Die Produktion des Bieres ist in beständigem Aufschwung begriffen und dürfte für die ganze Erde gegen 200 Millionen hl betragen, ­ davon in Deutschland allein gegen 75 Millionen hl. Der Versand geschieht in Fässern, neuerdings auch in zunehmendem Maße in Fla-Sc hen. Zum Verschank bedient man sich vielfach üer flüssigen Kohlensäure. In den meisten Staaten ­ ist das Bier einer ziemlich hohen Steuer unterworfen, die entweder als Maischraumsteucr, w ie in Belgien, oder als Malzsteuer (Deutschland) erhoben wird. Das alte deutsche Brausteuer-Sesetz von 1872 setzte den Satz von 4 M. für Jeden Doppelzentner verbrauchten Malzes fest. t'Uch dem neuen Brausteuergesetz ist hingegen j; u rn Schutze der kleinen Brauereien gegenüber den Großbetrieben eine Staffelung vorgesehen in derWeise, daß für die ersten 250 dz 14 M. für den T/uppelzentner, für die folgenden 1250 dz 15 M., , Ur die folgenden 1500 dz 17 M., für weitere Mgenden 7000 dz 18 M., den Rest je 20 M. für f dz erhoben werden. Bei Feststellung der Steuer lst 1 dz Zucker gleich 11/2 dz und 1 dz Weizenmalz gleich 4 /s dz Gerstenmalz zu rechnen. Bihul, der Bast einer indischen Liliazee, re wia oppositifolia, wird wie Lindenbast Ver vvandt. Biliner Sauerbrunnen enthält nach der Ana-Vse von W. Gintl in 1 kg 9,1319 g gelöste Salze st I *'6408 g freie Kohlensäure. Die Salze be-Läv aas 3,7178 g Natriumbikarbonat, 0,0225 g uhiumbikarbonat, 0,4085 g Kalziumbikarbonat, 0,1995 g Magnesiumbikarbonat, 0,0031 g Ferribikarbonat, 0,0001 g Manganoxydul, 0,3984 g Natriumchlorid, ­ 0,2419 g Kaliumsulfat, 0,6668 g Natriumsulfat, ­ 0,0007 g Aluminiumphosphat, 0,0623 g Kieselsäure. Bilsenkraut (Totenblumenkraut, Teufelsauge, ­ Gichtkraut, lat. Herba hyoscyami, frz. Feuilles de jusquiame noire, engl. Hyoscyamus leaves) besteht aus den von zweijährigen Pflanzen zu Anfang der Blütezeit gesammelten und getrockneten ­ Blättern von Hyoscyamus niger, einer in ganz Mitteleuropa wildwachsenden und in der Gegend von Gernrode, Quedlinburg und Ballenstedt für medizinische Zwecke auch angebauten Giftpflanze. Die großen, schlaffen, weichen, ­ zottigen Blätter von graugrüner Farbe sind buchtig gezähnt und besitzen einen widerlich ­ betäubenden . Geruch und scharfen, bitteren Geschmack. Sie müssen alle Jahre erneuert werden ­ und sind an dunkeln und trockenen Orten aufzubewahren. Als wirksamen Bestandteil enthalten ­ sie das giftige Alkaloid Hyoszyamin und werden in Apotheken zur Herstellung von Bilsenkrautextrakt (lat.Ejctractum hyoscyami, frz. Extrait de jusquiame, engl. Extract of Hyoscyamum) verwandt, das an das Publikum ohne Rezept ­ nicht abgegeben werden darf. — Bilsenkrautöl ­ (lat. Oleum hyoscyami coctum, frz. Huile de jusquiame, engl. Heubane-o:l) wird hergestellt ­ durch Digerieren von mit Weingeist angefeuchteten ­ Bilsenkrautblättern in Olivenöl und nachfolgende Pressung und Filtrierung. Es stellt ein dunkelgrünes Öl dar und wird medizinisch als Einreibungsmittel verwandt. — Auch die nierenförmigen ­ Samen der Pflanze (Bilsensamen, lat. Semen hyoscyami, frz. Semence de jusquiame, engl. Pleubane seeds), welche eine graubräunliche, ­ netzförmig gezeichnete Oberfläche besitzen, kommen im Drogenhandel vor. Bimsstein (lat. Lapis pumicis, frz. Pierre-ponce, engl. Pumice-stone) nennt man ein äußerst poröses ­ und daher leichtes vulkanisches Gestein, das durch Erstarrung von geschmolzenem, durch Dämpfe und Gase schaumig aufgetriebenem Obsi-: dian entstanden ist und gewöhnlich weiß oder graue Farbe besitzt. Das Vorkommen von B. ist an die Vulkane gebunden, wo er sich teils in Form loser Auswürflinge, teils in Verbindung mit Obsidian- und Perlitströmen findet. Der meiste kommt von den Inseln Lipari in Italien und Santorin in Griechenland. Der B. wird teils in ganzen Stücken, teils als Pulver zum Schleifen ­ und Polieren oenutzt, Bimssteinpulver ferner zur Bereitung der Bimssteinseife für Arbeiter. Sogenannter künstlicher B. ist ein mit Bindemittel ­ in Platten gepreßtes Bimssteinpulver. Binden zu Verbandzwecken werden aus verschiedenen ­ Stoffen, z. B. Kambrik, Flanell, Trikotschlauch, ­ Verbandmull, Gaze, Leinen, Seide, Gummi hergestellt und kommen in verschiedenen Breiten und Längen fertig geschnitten in den Handel. Bindfaden (Spagat, lat. Filamentum, frz. Ficelle, engl. String, Pack thread), wird jetzt nur noch selten durch Handarbeit, sondern immer mehr durch Maschinenarbeit hergestellt, und zwar benutzt man hierzu hauptsächlich Hanf und Flachs, neuerdings auch Jute, in sehr verschiedenen ­ Stärken. Je nach der Zahl der Fäden