f Borsten 64 Bouillonwürfelersatz beschau verboten, und auch für die übrigen Nahrungsmittel darf sie wegen ihrer Schädlich keit nicht benutzt werden. Von Salzen der Bor säuren finden vor allem Verwendung: Borax (s. d.), borsaures Manganoxydul (Mangan- borat, lat- Manganum boracicum, frz. Borate de mangan&se, engl. Borate of manganese), ein weißes, in Wasser unlösliches Pulver, das zur Herstellung von Firnis benutzt wird, und bor saures Chromoxyd, Pannetiers Grün, als eine unschädliche grüne Farbe. Borsten (Schweinsborsten, frz. Soies de porc„ poils, engl. Hogs bristles) sind die steifen und elastischen Haare des Schweines, die für viele technische Zwecke, namentlich die Bürsten- und Pinselfabrikation, höchste Bedeutung haben und, wenigstens in ihrer besten Sorte, den vom Rücken und Nacken stammenden Kammbor sten, durch kein anderes Material ersetzt wer den können. Für die Güte der Borsten sind die Rasse der Tiere und das Klima des Ursprungs landes entscheidend. Besonders geschätzt sind diejenigen des Wildschweins, danach die B. zahmer Schweine aus den nördlichen und öst lichen Ländern, während südlichere Gegenden nur weichere B. von geringerem Werte liefern, Die stärksten, längsten und spannkräftigsten B. kommen aus Rußland und Polen sowie Ru mänien. Auch die norddeutsche und ungarische Ware ist noch als mittelgut zu bezeichnen, hin gegen sind Frankreich, Amerika und besonders England, das seine alten Landschweine durch neue, fast nackte Züchtungen ersetzt hat, auf die Einfuhr, z. T. über den deutschen Markt, angewiesen. Große Mengen, wenngleich weni ger guter B. werden aus China und Ostindien eingeführt. Ein großer Teil der meist in ge waltige Fässer verpackten Ware geht über die Leipziger Messe. Wesentlich für den Wert der B. ist das sorgfältige Sortieren, das nach ver schiedenen Gesichtspunkten erfolgt und u. a. eine Trennung in zahme und wilde, Winter- und Sommer-, lebende und tote Ware, d.h. B. von geschlachteten oder von gefallenen Schweinen, bezweckt. Von im Winter geschlach teten Tieren erzielt man kernigere B. als im Sommer, kalt ausgeraufte sind besser als durch Abbrühen oder Kalkbeize losgelöste Haare. Da neben verläuft eine Trennung der einzelnen Haarsorten, indem der Aufkäufer, der vom Fleischer den ganzen Hautbesatz, übernimmt, zunächst durch Kämmen das Wollhaar abson dert und den Rest nach der Farbe und jede Farbe für sich wieder in drei Sorten scheidet. Eine gründlichere Reinigung und Sortierung nach Länge und Kürze, Steifheit und Weiche nimmt der Bürstenfabrikant selbst vor. Die Reinigung erfolgt durch Waschen mit heißer Alaunlösung oder Seife, daran schließt sich meist eine Blei chung durch Sonnenlicht oder schweflige Säure, bei der besonders die russischen Borsten schöne Weiße und hohen Glanz annehmen, ohne an Elastizität einzubüßen. Vielfach werden die weißen B. für manche Luxuswaren auch wohl gelb oder rot gefärbt, während bei den miß farbigen und scheckigen nur eine Veredelung durch Schwarzfärben möglich ist. Am teuersten sind rein weiße, danach gute schwarze B., wäh rend rote, braune u. a. als melierte zusammen gefaßt werden. Mit dem Reinigen, Zurichten und Sortieren befassen sich namentlich in Bres lau, Frankfurt a. O., Hamburg, Nürnberg, Wien zahlreiche Fabriken. Die B. kommen entweder nur oberflächlich gereinigt und sortiert als sog. Rauhborsten, oder aber zugerichtet als Schu ster-, Bürstenbinder-, Pinselbonsten teils in Schachteln, teils in Paketen in den Handel. — Die ebenfalls als eine Art verwachsener Borsten anzusehenden Stacheln des Stachel schweins (Hystrix cristata) werden als f^tahl- federhalter benutzt. Botano, ein wertloses Geheimmittel gegen Harnsäure, besteht aus getrockneten Bohnen schalen. Botanybaiholz (Ochsenfleischholz, frz.Bois de Botanybay, engl. Boeuf-wood). Diesen Na men führen i. ein aus Australien in Scheiten und Brettern zu uns kommendes; von verschie- denenKasuarineen abstammendes Holz; 2. ein aus Ostindien kommendes, von der Legumi- nose Dalbergia latifolia abstammendes, an fangs blaues, später tiefschwarz werdendes Holz (ostindisches Rosenholz, engl. Black-wood). Das letztere führt also den Namen B. mit Un recht. Beide werden zu feinen Tischler- und Drechslerarbeiten benutzt. — Botanybaiharz s. Akaroidharz. Bougies, kleine zylindrische Stäbchen aus biegsamem Material, welche mit einer Schicht von Gelatine oder Kakaofett unter Zusatz medi kamentöser Stoffe überzogen sind. Bouillonwürfel (Fleischbrühwürfel, Brüh würfel) sind in Würfelform gebrachte Mischun gen von Fleischextrakt oder eingedickter Fleisch brühe, tierischen Fetten, Suppenwürzen, Ge müseauszügen, Gewürzen und Kochsalz, welche beim Auflösen in Wasser ein der Fleischbrühe ähnliches Getränk (Suppe) geben. Der Gehalt an Kochsalz darf 65 0/0 nicht übersteigen, der Gehalt an Stickstoff muß mindestens 3 o/ 0) der jenige an Fleischextrakt mindestens 7,5 o/ 0 (mit o,4S % Kreatinin) betragen. Die letztere Zahl ist wegen des im Kriege herrschenden Man gels an Fleischextrakt reichlich niedrig gewählt und nach Eintritt normaler Verhältnisse auf 10 bis 150/0 zu erhöhen. Zusätze von Zucker, Mehl, Pflanzenfett gelten als Verfälschung, Das Normalgewicht des Würfels ist zu 4 g festge setzt worden. Bouillonkapseln, Bouillon tafeln usw. nannte man früher ähnlich zu sammengesetzte, aber anders geformte Erzeug nisse, die • jetzt kaum noch in den Handel kommen. Bouillonwürfelersatz nennt man den Bouillon würfeln ähnliche Erzeugnisse, welche statt des Fleischextraktes (s. d.) ein Ersatzmittel des letz teren enthalten. Um den ungeheuren Schwindel, welcher von inländischen und ausländischen, besonders dänischen, Fabrikanten mit angeb lichem B. betrieben wurde, entgegentreten zu können, hat der Bundesrat am 25. X. 1917 die Vorschrift aufgestellt, daß der Kochsalzgehalt 30 0/0 nicht überschreiten, der Gehalt an Stick stoff aber mindestens 2 0/0 betragen soll. Auch mit Phantasienamen belegte Würfel müssen die sen Anforderungen entsprechen. Suppenwür fel (s. d.).