Bouteillenstein 65 Braunkohle Bouteillenstein, eine dunkelgrüne Abart des Obsidian vom Härtegrade ^ 1 / 2 . —Zoll: S. Achat. Bovril, ein mit Fleischmehl vermischtes Fleisch- <extrakt. Braga, das säuerlich schmeckende alkoholi sche Nationalgetränk der Rumänen aus ge gorener Hirse. Brandol, Mittel gegen Brandwunden, aus Pi krinsäure, Glyzerin und Brennesselabkochung. Brandsalbe, Blei- oder Zinksalbe, ferner ein Gemisch aus gleichen Teilen Leinöl und Kalk wasser oder ein Gemisch aus 15 Teilen Blei essig, 2 Eidottern und 120 Teilen Leinöl. Brandts’ Schweizer Pillen enthalten nach An gabe des Erfinders 1,5 g Extractum Selini, je 1 g Extr. Achilleae mosch., Aloes, Absinthii, 0,5 g Trifolii, Gentianae. Branntwein (frz. Eau de vie, engl. Brandy) nannte man ursprünglich die durch Destillation von Wein erhaltene geistige Flüssigkeit (Kog nak), während man heute hierunter alle alko holreichen, aus vergorenen Maischen durch D e- stillation gewonnenen Flüssigkeiten versteht. Zu ihrer Herstellung können also entweder be reits vergorene Flüssigkeiten (Wein, Bier) her angezogen werden, aus welchen der Alkohol abdestilliert wird, ferner zuckerhaltige Stoffe, wie süße Früchte, Palmensaft, Melasse, welche vor der Destillation einer Gärung unterworfen Werden müssen, und schließlich stärkemehlhal tige Substanzen, wie Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Flechten usw. Die letzteren werden zunächst zur Verkleisterung der Stärke ge dämpft, darauf mit Grünmalz, oder in heißen Gegenden besser durch Kochen mit verdünnten Säuren verzuckert und schließlich mit Hefe ver goren. Aus der vergorenen Flüssigkeit (Maische) wird dann der Branntwein durch Destillation mittels indirekten Wasserdampfes abgeschieden. Pie vervollkommneten Apparate der Jetztzeit gestatten, bereits durch einmalige Destillation e inen hochgrädigen Branntwein von 90—93 0/0 gewinnen, während die völlige Reinigung in besonderen Fabriken durch Rektifikation er folgt. Der für technische Zwecke bestimmte B. ls t unter Spiritus (s. d.) behandelt. Die Trink branntweine unterscheidet man in der Regel )n folgende, Gruppen: 1. Gewöhnliche Trink- branntweine (Schnaps), die meist lediglich auf kaltem Wege durch Mischung von Kartoffel- s Phitus, Wasser und sog. Würze hergestellt wer den und mindestens 25 Vol. 0/0 Alkohol und höchstens 0,60/0 Fuselöl enthalten sollen; 2. Korn branntwein (Nordhäuser, Münsterländen, Breslauer, Steinhäger, Fruchtbrannt- 'vein. Westfälischer, Whisky, Korn, b°ornkaat, Genever), die nach dem Brannt- 'veinsteuergesetze lediglich durch Destillation v°n Getreide- (Roggen, Weizen, Plafer, Gerste) “laische gewonnen sein dürfen und nach Han- uelsgebrauch 30Vol. o/ 0 Alkohol enthalten müssen; 3- Bittere, aus Alkohol, Wasser, Auszügen bit terer und aromatischer Pflanzenteile sowie auch unter Zusatz aromatischer Destillate, ätheri- Sc " er öle, natürlicher Essenzen und Zucker her- gestellte B. mit mindestens 25 Vol.-°/o Alkohol; 4- Liköre; 5. Obstbranntweine; 6. Edel- ranntweine (Arrak, Kognak, Rum). Die r uppen 4—6 sind in besonderen Artikeln be- Mercks Warenlexikon, sprochen. Als Verfälschung der Branntweine kommt vor allem Wasserzusatz, Verwendung von vergälltem (denaturiertem) Spiritus und Zu satz von sog. Branntweinschärfen in Frage. Den ersteren erkennt man unmittelbar oder nach der Destillation mit Hilfe des Alkoholo meters, die letzteren meist nach dem Ein dampfen an den; scharfen Geruch und Ge schmack des Rückstandes. Besonders gefähr lich ist der Zusatz des giftigen Holzgeistes (s. d.) : — Steuer; S. Anhang über das „Ge setz über das Branntweinmonopol“ vom 26. Juli 1918. — Der Kleinhandel mit Trinkbrannt wein und der Ausschank von Spirituosen unter liegt behördlicher Genehmigung. Brauerpech zum Auspichen von Bierfässern besteht gewöhnlich aus einer Mischung von schwarzem Pech mit aromatischen Stoffen (Ben zoe) oder von Harz mit Fett. Das B. darf keinen unangenehmen Geschmack besitzen, was man am besten dadurch ermittelt, daß man etwas B. in Feinsprit löst, die Lösung in Wasser gießt und dieses dann kostet. Braunkohle (frz. Lignite, engl. Peat, Brown coal), diejenige fossile Kohle, welche während der Zeit der Braunkohlen-oder Tertiärformation zur Ablagerung gelangte, ist hervorgegangen aus Anhäufungen von mehr oder weniger ver kohlten Pflanzenmassen, vorzugsweise aus Torf und Sumpfvegetation. Sie tritt sowohl in Form von Holz (Lignit), Blättern, Stengeln usw., an welchen ihre Entstehung aus Pflanzenteilen noch deutlich zu erkennen ist, als auch in amor phen, erdigen, dichten, schieferigen und körnigen Massen auf, welche alle Pflanzenstruktur ver loren haben. Die lufttrockene B. besteht aus 65—77 0/0 Kohlenstoff, 4—6 0/0 Wasserstoff, 19 bis 29 0/0 Sauerstoff und o—2 °/o Stickstoff und enthält außerdem noch Kalk, Tonerde, Kiesel säure, welche bei dem Verbrennen als Asche übrig bleiben. Das spez. Gew. beträgt 0,8—1,5. Als bekanntere Sorten sind: Gemeine B., Schieferkohle, Papierkohle, Moorkohle, Pechkohle, Alpenkohle und Glanzkohle anzuführen. Die aus der Zersetzung der Koni ferenhölzer hervorgegangene Braunkohle schließt nicht selten fossiles Harz (Retinit, Pyropissit) ein, welches in größerer Menge auftretend die Kohle („Schweelkohle“) zur Darstellung von Photogen, Solaröl, Paraffin, Karbolsäure ge eignet macht. Andere Sorten, welche Schwefel oder Eisenkies in größerer Menge enthalten, werden zur Fabrikation von Schwefelsäure, Eisenvitriol und Alaun verwendet, so ipn nord westlichen Böhmen usw. Die erdige Kohle wird entweder durch Anmengen mit Wasser durch Handarbeit oder durch maschinelle Vorrichtun gen zu Kohlenziegeln oder Braunkohlen steinen geformt oder getrocknet, pulverisiert und bei höherer Temperatur zu sog. Briketts gepreßt (s. d.). Durch Vergasung der Braun kohle, auch der erdigen Arten, ist es gelungen, eine so hohe Temperatur zu erzeugen, daß man damit Glas schmelzen und Tonwaren brennen kann. — Die bituminösen Pechkohlen (Spiegel kohlen) von Falkenau a. E., Neusattel in Böh men, von Rötschach-Weitenstein in Steiermark werden zur Gewinnung guten Leuchtgases be nutzt. Auch als Düngemittel wird die Braun-