Braunschweigergrun 66 Brie-Käse kohle sowohl direkt als auch nach der Ver brennung zu Asche verwandt. Die bedeutendste Braunkohlengewinnung findet sich im nordwest lichen Böhmen, welches seine wertvollen Kohlen nicht nur nach allen Teilen Österreichs, son dern auch nach Deutschland sendet, selbst nach den Gegenden, an welchen viele (aber erdige) Kohlen vorhanden sind. Braunschweigergrün, eine * hellgrüne, giftige Anstrichfarbe aus basischem Kupferkarbo nat (basisch kohlensaurem Kupferoxyd), wird durch Fällung einer Kupfersalzlösung mit kohlensaurem Natron erhalten und durch Zu sätze von Schwerspat oder Gips beliebig ab getönt. Unter demselben Namen kommen auch Gemenge von Schweinfurtergrün mit basisch kohlensaurem Kupferoxyd in den Handel. Braunstein (lat. Manganum hyperoxydatum nativum,frz.Bioxyde de manganfese,engl.Brown stone). Diesen Namen führt in der Industrie und im Handel der Pyrolusit oder das Weich manganerz, welches in seinen reinsten Ab arten aus Mangansuperoxyd (Mn0 2 ) be steht, gewöhnlich aber mit andern sauerstoff armeren Manganerzen, namentlich mit Manga- nit gemengt ist. Ausgiebige B.-Gruben finden sich namentlich in Thüringen (bei Ilmenau, Öhrenstock, Elgersburg), in der Provinz Nassau, in Spanien, im Kaukasus, Frankreich und Eng land. Man versendet den B. teils in ganzen Stücken, teils in mehr oder weniger fein ge mahlenem Zustande als ein schwarzes Pulver. Sein Wert richtet sich nach seinem Gehalte an Mangansuperoxyd, der in der Regel 70—75 0/0 nicht übersteigt, oft aber geringer ist. Der Pro zentgehalt wird vom Händler garantiert. Guter B.muß sich beim Erwärmen mit Salzsäure, ohne Rückstand zu hinterlassen, auflösen. Verwen dung findet er zur Bereitung von Brom, Jod und Chlor, welches letztere wieder teils direkt zum Bleichen, teils zur Gewinnung von Chlor kalk, chlorsaurem Kali usw. dient. Ferner be nutzt man B. in der Glasfabrikation zum Ent färben des Glases, zur Bereitung von Mangan- stahl und schmiedbarem Guß, zu farbigen Töp ferglasuren und zur Herstellung verschiedener Manganverbindungen. Aus den bei der Berei tung von Chlorgas in großer Menge abfallenden manganhaltigen Laugen wird Jetzt das Mangan wieder für neue Operationen tauglich gemacht (Regeneration), so daß nur die unvermeid lichen kleinen Verluste durch natürlichen B. er setzt werden müssen. Brauselimonaden nennt man die verbreitetste Gruppe der billigeren kohlensäurehaltigen, al koholfreien Getränke, für deren Beurteilung nach den Beschlüssen der freien Vereinigung Deutscher Nahrungsmittelchemiker folgende Grundsätze maßgebend sind: A. 1. Brause limonaden mit dem Namen einer bestimmten Fruchtart sind Mischungen von Fruchtsäften mit Zucker und kohlensäurehaltigem Wasser. 2. Die Bezeichnung der Brauselimonaden muß den zu ihrer Herstellung benutzten Fruchtsäften ent sprechen. Letztere müssen den an echte Frucht säfte zu stellenden Anforderungen genügen. 3. Eine Auffärbung mit anderen Fruchtsäften (Kirschsaft) sowie ein Zusatz von organischen Säuren ist nur zulässig, wenn sie auf der Eti kette in deutlicher Weise angegeben werden. Mit dem Safte von Zitronen, Orangen oder an deren Früchten der Gattung Citrus hergestellte B. dürfen einen Zusatz des entsprechenden Scha lenaromas ohne Deklaration erhalten. B. Unter künstlichen Brauselimonaden versteht man Mischungen, die neben oder ohne Zusatz von natürlichem Fruchtsaft, Zucker und kohlen säurehaltigem Wasser organische Säuren oder Farbstoffe oder natürliche Aromastoffe enthal ten. In solcher Weise zusammengesetzte B. dür fen nicht unter dem Namen „Brauselimonade“ allein gehandelt werden, sondern müssen die deutliche Bezeichnung „Künstliche Brauselimo nade“ oder „Brauselimonade mit Himbeer- usw. Geschmack“ tragen. C. Der Zusatz von Kon servierungsmitteln ist nur insoweit gestattet, als ihre Gesundheitsunschädlichkeit selbst bei dauerndem Genuß feststeht. Der Zusatz ist in jedem Falle nach Art und vorhandener Menge deutlich zu deklarieren. D. Saponinhaltige Schaumerzeugungsmittel sind für die unter A und B genannten Erzeugnisse unzulässig. E. Das zu verwendende Wasser muß den an künstliche Mineralwässer zu stellenden Anforderungen ge nügen. Brechweinstein (Antimonkaliumtartrat, weinsaures Antimonoxydkali, lat. Tartarus stibiatus, Tartarus emeticus, Stibiokali tartari- cum, Kalium stibiato-tartaricum, frz. Tartre 6me- tique, Tartre anthnonial, engl. Tartar emetic), ein giftiges, namentlich brechenerregend wir kendes chemisches Präparat, wird durch Sätti gen von gereinigtem Weinstein mit Antimon oxyd erhalten und bildet farblose, durchsichtige, glänzende Kristalle, die an der, Luft bald un durchsichtig und weiß werden. Der B. wird nicht nur medizinisch, und zwar innerlich und äußerlich, sondern in weit größeren Mengen als Beize für Anilinfarben in der Färberei und Zeug druckerei angewandt. Für medizinische Zwecke muß er ganz arsenfrei sein. B. muß sich in der tyfachen Menge Wasser klar auflösen, ein Rückstand rührt von beigemengtem Weinstein oder von weinsaurem Kalk her. Verfälschungen kommen vor mit Zinkvitriol, Chlorkalium usw. Bremerblau (künstliches Bergblau), eine giftige, hellblaue Anstrichfarbe, besteht aus einem Gemenge von Kupferkarbonat und Kupferoxyd hydrat. Eine etwas ins Grünliche spielende Ab art, Bremergrün, wird durch Zusammenreiben mit Ölfirnis noch deutlicher grün. Brennesselkraut (lat. Herba urticae, frz. Ortie, engl. Nettle), das getrocknete Kraut der Brenn nessel, Urtica urens, wird als blutstillendes Mittel und gegen Hämorrhoiden angewandt. Brenzkatechin, Oxyphensäure, Orthodioxy- benzol, C 6 H 4 (OH) 2 , findet sich in den Blättern des wilden Weins und im Kinogummi sowie als Produkt der trocknen Destillation verschie dener organischer Stoffe im rohen Holzessig, und wird durch Erhitzen von Guajakol mit Jod wasserstoffsäure dargestellt. B. wird als photo graphischer Entwickler verwendet. Die weißen glänzenden Blättchen sind in Wasser, Alkohol und Äther leicht löslich. Der Schmelzpunkt liegt bei J04 0 , der Siedepunkt zwischen 240 und 245 °. Brie-Käse (frz. Fromage de Brie), ein weicher, überfetter französischer Käse aus dem Departe