Briketts 67 Brombeeren ment Seine et Marne, namentlich von Brie comte Robert und Meaux, kommt in Stanniol eingewickelt ­ in scheibenförmigen Stücken in den Handel und ist sehr geschätzt. Briketts nennt man aus abgesiebtem Braunkohlen- ­ oder Steinkohlenstaub durch Pressen hergestellte ziegelförmige Stücke, die sich wegen ihrer regelmäßigen Form gut und leicht zusamnaenstellen lassen und demnach einen nur verhältnismäßig ­ geringen Raum einnehmen; dabei geben sie ein sehr gutes Brennmaterial ab, das sich auch für Lokomotiven und Dampfschiffe eignet. Der sonst nicht verwendbare Braunkohlen- ­ und Steinkohlenstaub läßt sich auf diese Weise gut verwerten. Brillantgelb. Diesen Namen führen mehrere gelbe Teerfarbstoffe, so zwei verschiedene Azofarbstoffe ­ aus diazotierterDiamidostilbendisulfosäure mit 2 Molekülen Phenol und ein Nitrofarbstoff, das Dinitroalphanaphtolmonosulfosaure Natron. Brillantkongo, 3 verschiedene, durch die Buchstaben ­ G, R und 2 R unterschiedene Azofarbstoffe, ­ welche in Form brauner Pulver in den Handel kommen und beim Färben verschiedene Farbtöne in Rot geben. B.-R. entsteht aus diazotiertem Tolidin mit je einem Molekül Naph-'ylamindisulfosäureR und /9-Naphtylamin-/S-Sulfosäure. Brillantkrozei'n (Baumwollenscharlach), e in hellbraunes, in Wasser mit kirschroter Farbe lösliches Pulver, färbt Wolle in sauerem Bade r °t und besteht aus dem Natronsalze der Amidoazobenzolazobetanaphtoldisulfosäure. Brillantponceau und Brillantscharlach, zwei Azofarbstoffe, die von öenr Doppelscharlach extra S (s. d.) kaum verschieden sind. , Britanniametall. Metallegierungen von fast silberweißer Farbe, die im wesentlichen aus 'Hnn und etwas Antimon bestehen, häufig aber ^uch kleine Mengen Zink und Kupfer enthalten. Man fertigt aus dem B., welches sich zu dünnem “lech auswalzen läßt, verschiedene Geschirre, ^anientlich Teekannen, Löffel, Leuchter usw., cll e bisweilen auch galvanisch versilbert werden. Broihahn (B reihahn), ein in den Provinzen “ a chsen und Hannover gebräuchliches ober-Sariges Weißbier. Brokatfarben sind fein präparierte Glimmer-Sc hüppchen, die zum Bedrucken von Tapeten J ln d Buntpapieren verwendet werden. Man sor-’ ert das natürlich vorkommende Mineral und Präpariert es, wodurch man gold- und silberfarbene ­ Sorten erhält. Auch werden durch Aufarben mittels Anilinfarben bunte B. hergestellt. Brom (Bromine, lat. Bromum, frz. Bröme, Jrgl. Bromine), ein chemisches Element der klorgruppe, das in seinen Eigenschaften zwi-T a 6n ^ ern gasförmigen Chlor und dem festen steht und seltener als das erstere, aber ^aufjggr als das letztere auftritt, findet sich in Natur nicht in freiem Zustande, sondern s - r jrrForm von Verbindungen, und zwar hauptst c ^h mit Natrium und Magnesium als Beandteil vieler Salzsolen, Mineralwässer und des ^ eer wassers, desgleichen in den Staßfurter und '“Poldshäller Abraumsalzlagem sowie in nordme nkanischen Salzlagern. Die Abscheidung des B., die, ursprünglich in Frankreich und England heimisch, jetzt nur noch in Deutschland und Nordamerika ausgeübt wird, erfolgt durch Behandlung ­ mit Braunstein und Schwefelsäure oder auf elektrolytischem Wege. Das reine B. (Br = 79,92) ist eine schwere, ätzende Flüssigkeit ­ vom spez. Gew. 3,19 (o°) und fast schwarzer, ­ in dünnen Schichten hyazinthroter Farbe, die beständig; rote Dämpfe von erstickendem Geruch ausstößt und bei 7,3° zu einer blättrigkristallinischen Masse erstarrt. Mit Wasser mischt es sich nicht, nimmt aber etwas davon auf, und andererseits löst Wasser etwas B. zu einer rötlichgelben Flüssigkeit (Bromwasser). Mit vielen Elementen wie Phosphor, Schwefel, Arsen usw. verbindet es sich, lebhaft, z. T. unter Entflammung, zerstört auch organische Stoffe (Schleimhäute) und wirkt bereits in Verdünnungen ­ 1 :10000 tödlich. Das B. findet vielfache Verwendung in chemischen Laboratorien sowie zur:Herstellung von Bromsalzen, und Farbstoffen (Eosin, Bromindigo), zur Desinfektion und bei der Goldextraktion. Zum Versand bedient man sich größerer Glasflaschen, deren eingeschliffene Stöpsel noch mit geschmolzenem Schellack und Tonkitt umgeben und gut Überbunden werden. Die Flaschen werden in Kieselgur eingebettet und kalt aufbewahrt. Die Gesamtproduktion im Jahre 1912 betrug in Deutschland 866000 kg, in Amerika 323000 kg; der Preis sank von 90 bis 95 M. im Jahre 1865 auf etwa 2,50 M. im Jahre 1912 und wird durch die sog. Bromkonvention geregelt. Bromalhydrat (lat. Bromalum hydratum, frz. Bromal hydratö, engl. Hydrate of bromal), eine dem Chloralhydrat entsprechende Verbindung, in welcher das Chlor durch Brom ersetzt ist, erscheint in nadelförmigen Kristallen, welche sich leicht in Wasser und Alkohol lösen und bei 53,5 0 schmelzen. Geruch und Geschmack sind dem des Chloralhydrats ähnlich. Das B. wird zuweilen medizinisch verwandt und ist giftig. Bromalin, eine weiße kristallinische Substanz vom Schmelzpunkt 200 °, welche durch Vereinigung ­ von Bromäthyl mit Hexamethylentetramin (s. d.) entsteht und an Stelle von Bromkalium, dessen unangenehme Nebenwirkungen es nicht zeigt, bei Epilepsie und Neurasthenie verordnet wird. Brombeeren (lat. Fructus rubi nigri, frz.Fruits de ronce, engl. Black-berry, Brambles), die glänzendschwarzen, saftreichen, aromatisch riechenden ­ und süßschmeckenden Früchte des bekannten, ­ in Wäldern und Hecken häufigen Brombeerstrauchs, Rubus fruticosus L., finden bei uns nur beschränkte Verwertung, während sie in Nordamerika in großen Mengen angebaut und zur Bereitung von Brombeerwein, ­ Brombeerlikör und Essig sowie von Marmeladen verwandt werden. Von den amerikanischen ­ Sorten eignet sich am besten die Kittatinny-B. für den Anbau in Deutschland. — Die fein behaarten, dunkelgrünen Blätter des Brombeerstrauchs werden getrocknet als Herba s. Folia Rubi fruticosi (Brombeerblätter, ­ frz. Feuilles de ronce, engl. Bramble-leaves) als Mittel gegen Durchfälle und Verschleimungen ­ verlangt.