EZS Bromipin 68 Bronze Bromipin entsteht bei Einwirkung von Chlor brom auf. Sesamöl als eine durch Geruch und Geschmack von Fetten nicht unterscheidbare Masse, welche aber io bzw. 33 1 / s °/o Brom enthält und daher mit Vorteil statt der Brom alkalien medizinische Anwendung findet. Bromkampfer (Monobromkampfer, lat. Camphora monobromata, frz. Bromure de cam- phrc, engl. Bromide of Camphor) wird durch Einwirkung von Brom auf Kampfer gewonnen und bildet lange, farblose Kristalle von starkem Kampfergeruch. B. wird in der Medizin zum innerlichen Gebrauch verwendet und dient auch als Gegenmittel bei Strychninvergiftungen. Bromoform, CHBr 3 , (Formylbromid, Tri- brommethan, lät. Bromoformium, frz. Bromo- forme, engl. Bromoform), eine dem Chloroform ähnliche schwere, farblose, betäubend gewürz haft riechende, mit Wasser nicht mischbare Flüssigkeit vom spez. Gew. 2,19 und dem SP. 148°, wird zuweilen medizinisch gegen Keuch husten verwandt. Bromokoll, eine Verbindung von 200/0 Brom und Tannin mit etwa 30 0/0 Leim, welche durch Fällung einer Bromtanninlösung mit Leim ent steht, ist ein schwach gelbliches, geruch- und geschmackloses Pulver, das als Ersatz für Brom alkalien benutzt wird. Bromol, medizinischer Name für das durch Fällung von Phenollösung mit Brom entstehende Tribromphenol, das neuerdings als Antisepti kum empfohlen wird. Bromwasser, Auflösung von Brom in Wasser. Die gesättigte Lösung enthält 1 g Brom in 30 Teilen Wasser. Zu medizinischen Zwecken wird 1 Teil Brom in 200 Teilen Wasser gelöst. Bromwasserstoff (Bromwasserstoffsäure, Hydrobromsäure, lat, Acidum hydrobromi- cum, frz, Acide hydrobromique, engl. Hydro- bromic acid), die wässerige Lösung des Brom wasserstoffgases (HBr) in Wasser, eine farb lose, an der Luft rauchende, stark sauere Flüs sigkeit vom spez. Gew. 1,200, findet zu chemi schen und medizinischen Zwecken Verwendung, Bronil, ein mit 10 o/ 0 Schmieröl getränktes Ge misch von Sand und Kreide, das als Kehrmittel zur Beseitigung der Staubplage empfohlen wurde. Bronze (frz. Bronze, engl. Hard brass) nannte man ursprünglich die älteste bekannte Metall legierung aus Kupfer und Zinn, die schon in vorgeschichtlicher Zeit (Bronzezeit) zur Her stellung von Waffen und Gebrauchsgegenstän den benutzt wurde; später wurde der Name auch auf Legierungen aus Kupfer, Zinn und anderen Metallen, besonders Zink und Blei, übertragen. Von der Zusammensetzung der B. sind ihre Eigenschaften, wie Farbe, Härte, P.o- liturfähigkeit, Klang, Dehnbarkeit, Festigkeit in hohem Grade abhängig. Die Farbe ist bei einem Zinngehalte von x —ioo/ 0 rot, rotbraun bis rotgelb, bei 15 0/0 reingelb, bei 20 o/ 0 gelblich weiß, geht dann durch Reinweiß bei 50—650/0 in Grauweiß und bei noch größerem Zinngehalt in die Farbe des Zinns über. Durch Zusatz von Zink läßt sich der gelben B. ein schönerer,, wärmerer Ton verleihen, und die neueren Sta tuen enthalten daher, auch des geringeren Prei ses wegen, meist erhebliche Zinkmengen. Die Härte nimmt bis etwa 30 0/0 Zinn zu, bei höheren Gehalten wieder ab. B. mit 28—300/0 Zinn ist so hart, daß die Feile kaum angreift, auch zeigen diese harten Legierungen bei dichtem und feinkörnigem Gefüge große Politurfähig keit. Der Klang wird nicht nur durch Zink und Blei, die in gewöhnlichen Glocken und Klingeln vorhanden sind, sondern auch durch in älteren Kirchenglocken angeblich beobachte tes Silber ungünstig beeinflußt. B. läßt sich aus gezeichnet gießen, bei geringerem Zinngehalt auch gut dehnen und kalt mit dem Hammer be arbeiten, durch Eintauchen glühender Stücke in kaltes Wasser weicher und dehnbarer, durch langsames Abkühlen härter und spröder machen. Wegen der Vielseitigkeit ihrer Eigenschaften findet die B. zur Herstellung der verschieden artigsten Gegenstände, von den schwersten Glocken und Maschinenteilen bis zu den zier lichsten Schmucksachen und Kunstwerken, Ver wendung, und für jeden Zweck kann die er strebte Wirkung durch geeignete Wahl des Mi schungsverhältnisses erreicht werden. Als wich tigste B. seien angeführt: Glockenmetall (Glockenspeise) aus 78—80 o/ 0 Kupfer und 22. bis 200/0 Zinn; K a n o n en m e t al 1, Geschütz- B. aus 90—91 0/0 Kupfer, 10—90/0 Zinn. Die ähn lich zusammengesetzte Stahl- oder Uchatius- I B. (920/0 Cu, 8 0/0 Sn) hat durch hydraulischen Druck in kaltem Zustande eine Erhöhung der Elastizität, klärte und Festigkeit erfahren, die sie dem Stahl gleichstellt. Statuenbronze zeigt stark wechselnde Zusammensetzung und enthält meist Zink und oft auch etwas Blei; Spiegelmetall, eine weißliche, harte und sehr politurfähige B. für optische Spiegel ent hält viel Zinn (28—350/0) und häufig etwas Nickel. Münz-B. für sog. Kupfermünzen be- 1 steht in Deutschland, Frankreich, England usw. aus 950/0 Kupfer, 40/0 Zinn und 1 o/ 0 Zink, Ma- i schinenbronze für Lager, Kolbenringe, Ven tile, Hähne, Pfeifen aus 80—90 o/ 0 Kupfer, 10 bis 180/0 Zinn und meist etwas Zink, Blei oder auch Antimon. Phosphor-B. nennt nian nach dem Vorschläge von Montefiori-Levi und Künzel unter Zusatz von etwas Phosphor hergestellte B., die sich durch besondere Elastizität, Festig keit, Härte, Feinheit des Korns, Dünnflüssigkeit auszeichnet und daher zu Geschützen, Geweh ren, Patronenhülsen und stark beanspruchten Maschinenteilen viel benutzt wird. Sie enthält zwar bisweilen, aber nicht immer, geringe Men gen Phosphor, der lediglich als Reduktions mittel dient, ihm ähnlich wirken Mangan in der sehr zähen und festen Mangan-B., Si licium in der dehnbaren, zu Leitungsdrähten verwendbaren Silizium-B., während Wolf- ram-B. sehr zähe, hämmer- und walzbar, Alu minium-B. leicht schmelzbar ist. Alle diese letzteren B. sind kupferreich (95—970/0), wäh rend die namengebenden Stoffe nur in geringer Menge, vorhanden sind. — Hauptorte der B.- Gießerei sind Paris, Wien, Berlin, Frankfurt, 1 Nürnberg, der Erzeugung von Phosphor-B. Lüt tich, Iserlohn, London, Pittsburg. — Besonders geschätzt wird die Eigenschaft echter B., sich unter dem Einflüsse der Luft mit einer grünen Oxydschicht, der Patina, zu überziehen. Die Versuche, diese Patina, die sich in der unreinen