Cay-cay-Butter 74 Champagner .Pulpa cassiae), wurde früher zu einer Latwerge verarbeitet, die purgierende Eigenschaften hat, neuerdings aber durch Tamarindenmus ersetzt wird. In Ostindien heißt dieses Mus Gulkar, während die frischen eingemachten Früchte dort Achar genannt werden. Die C. findet auch An wendung zu Tabaksbeizen. Cay-cay-Butter (Irvingiafett, Dikafett), ein Pflanzenfett, das in Kotschinchina von den Eingeborenen aus den Samenkernen eines Bau mes, Irvingia Oliveri, gewonnen wird, dient ;zur Kerzenherstellung. Cerise, ein kirschroter Farbstoff, der aus den Rückständen der Fuchsinfabriken gewonnen wird. Chagrin (aus dem morgenländischen Saghir) ■nennt man ein starkes, eigentümlich genarbtes farbiges Leder, das in Astrachan und Konstan tinopel aus den Rückenstücken von Pferde- und .Eselshäuten bereitet wird. Die enthaarten, sorg fältig entfleischten Häute werden in einen Rah men gespannt, angefeuchtet und mit harten, eckigen Meldensamen bestreut, durch deren Ein drücken Grübchen und Unebenheiten entstehen. Ch. dient im Orient zur Herstellung von Messer und Säbelscheiden und Zaumzeug. Bei uns wer den Nachahmungen hergestellt, indem man wei chem Leder mit heißen gravierten Kupferplatten oder Walzen eine ähnliche KÖrnelung einpreßt. In gleicher Weise entsteht das zu Büchereinbän- ■den benutzte Chagrinpapier. Chagualgummi (Mayulygummi), ein aus Süd amerika kommendes Gummi von noch nicht ■sichergestellter Abstammung, gehört zu den bas- sorinreichsten Gummiarten und ist daher in Wasser nur wenig löslich. Chalzedon (frz. Chalcedoine, engl. Chalcedong), ein dichter Quarz, nach einigen Mineralogen ein Gemenge von amorpher und kristallinischer Kie selsäure, kommt in zahlreichen, durch ihre Fär bung verschiedenen Abarten vor, die besondere Namen führen und als Halbedelsteine und Mate rial für Kameen, Ringsteine, Siegelsteine und viele andere Schmuck- und Gebrauchsgegen- stände zum Teil schon seit alten Zeiten verarbeitet werden. Die bekanntesten Abarten sind: Ge wöhnlicher Ch., grau und durchscheinend; Karneol, dessen meistgeschätzte Abart die blutrote ist, der aber auch braunrot oder gelbrot erscheint; Chrysopras, durch Nickeloxyd apfel grün. und Plasma, durch Eisenoxydul dunkel- .grün gefärbter Ch.; Jaspis, ein undurchsichtiger, durch Eisengehalt gleichmäßig gelbbraun, rot, grün, schwarz usw. gefärbter Kiesel, kommt in größeren Stücken vor und liefert daher ein vor treffliches Material zu Säulen, architektonischen Verzierungen, Tischplatten und Vasen, die eine schöne Politur annehmen. In verschiedenen Far ben regelmäßig gestreifter Ch. wird besonders schön in Sibirien gefunden und als Bandjaspis bezeichnet. Schön gezeichnet ist auch der ägyp tische Jaspis, sog. Nilkiesel. Fundorte besserer Jaspisse sind außerdem in Sizilien, Böhmen und Tirol, von wo z.B. der „Meraner Jaspis“ in pracht vollen Abarten angeboten wird. Andere mehr farbige Ch. sind: Heliotrop, durchscheinend dunkelgrün, mit eingestreuten undurchsichtigen, .zinnoberroten Punkten; Sardonyx, rot mit wei- ißen Bändern; Onyx, mit weißen und schwarzen oder dunkelbraunen Bändern oder Schichten; Chalzedonyx, abwechselnd grau und weiß ge streift; Stephanstein, weiß mit blutroten Flek- ken. Endlich finden sich auch Ch. mit wolken artigen und moosartigen Flecken und Zeich nungen. Die Onyxe bilden das hauptsächliche Material zum Schneiden von Kameen, einer sehr alten Kunst, die auch jetzt noch in Italien betrieben wird. Durch die heutige Glastechnik können übrigens viele der erwähnten Natur erzeugnisse ganz gut nachgeahmt werden. Vgl. auch Achat, Amethyst, Aventurin. Champagner (engl. Champaigne), im weiteren Sinne des Wortes alle in der gleichnamigen französischen Landschaft erzeugten Weine, im engeren Sinne jedoch die aus dortigen Trauben gefertigten Schaumweine. Die Departements Ardennes,. Aube, Marne und Haute Marne liefern auf nahezu 20 000 ha durchschnittlich 700000 hl Wein, von denen 180000 auf Schaum wein verarbeitet werden, während der Rest, meist im Lande selbst, unverändert als Champagne non mousseux zum Konsum gelangt. Von letz teren wird der Sillery sec non mousseux, ein weißer trockener Wein von eigentümlichem Aro ma, am meisten geschätzt. Der beste Schaum wein, dessen berühmteste Sorten der Gegend von Rheims entstammen, wird meist aus einem Gemisch blauer und weißer, sorgfältig aus gelesener gesunder Trauben in der Weise her gestellt, daß man, ohne vorher zu maischen, mit schwachem Druck auspreßt und den milden, farblosen Most (Claret) auf Gärfässer bringt. Im Frühjahr wird der zur Erzielung möglichster Gleichmäßigkeit mit anderen Sorten verschnittene Wein (Cuvöe), mit einem Zusatz von Zucker (1—2 0/0) versehen, in die bekannten, starkwan- digen, auf mehrere Atmosphären Druck geprüften Flaschen gefüllt und in letzteren nach festem Verschluß mit Kork und Drahtschlinge der Nach gärung überlassen, wodurch der Wein sich mit Kohlensäure sättigt. Nach beendeter Gärung werden die Flaschen, mit dem Hals nach unten, schräg aufgestellt, so daß sich die gesamte Hefe als zusammenhängende Schicht (Depot) auf der Unterseite des Korkes ansammelt, dann zur Ent fernung der letzteren schnell geöffnet (Degorgie- ren), mit einer konz. Lösung von Zucker in Wein oder Kognak, ev. auch von Aromastoffen (dem sog. Likör) versetzt und wieder verschlossen. — Ganz ähnlich werden jetzt auchi in anderen Ländern (Deutschland), z. T. zur Vermeidung des hohen Eingangszolls, Schaumweine bereitet, die als Champagner in den Handel kommen, wäh rend die neuerdings in den Verkehr gelangenden moussierenden Getränke, welche einfach durch Imprägnieren gewöhnlicher Weine mit Kohlen säure hergestellt sind, als Nachahmungen zu beurteilen sind. Als Kennzeichen eines guten Sch. betrachtet man die Eigenschaft, nicht nur zu Anfang lebhaft zu schäumen, sondern auch die Kohlensäure lange festzuhalten und nur all mählich perlend entweichen zu lassen. Der Ge schmack hängt weniger von der Traubensorte als hauptsächlich von der Art des Likörs und der Sorgfalt bei der Zubereitung ab. Die Zusammen setzung der Schaumweine unterliegt großen Schwan kungen, doch unterscheidet man im allgemeinen trockne Sch. (Dry oder sec) mit höchstens 0,05