Chinesischgrün 79 Chinin Die echte Ch. bildet fast faustdicke, längliche, knotige Stücke, die außen braunrot, innen blaß rötlich gefärbt sind und ziemliche Schwere haften, wonach die Güte der Ware bemessen wird. Der Geschmack ist schleimig, etwas bitter und krat zend. Die Wurzeln sind oft stark wurmstichig, die Löcher aber nicht selten durch Einreiben mit Ton u. dgl. vertuscht. Die Verwendung der Droge ähnlich der Sassaparilla hat fast ganz a ufgehört. Chinesischgrün (frz. Vert de chine), einen grünen aus China kommenden Farbstoff, der dort a us der Rinde gewisser Arten von Kreuzdorn (Rhamnus) bereitet werden soll, erhält man teils m kleinen tafelförmigen Stücken, teils in der Form, wie er lufttrocken aus den Filtrierbeuteln genommen wird. Er gleicht dann bald Orange schnitten, bald einer getrockneten Zitrone, und zeigt auf der Oberfläche einen blaugrünen Schein, auf dem Bruche metallischen Kupferglanz, jedoch schwächer als bei Indigo. Ch. läßt sich leicht Pulvern, ist in Wasser löslich und behält auch bei künstlichem Lichte, ebenso wie die damit gefärbten Stoffe, seine schöne grüne Farbe. Din ähnlicher Farbstoff ist das Lo-kao (Dukao) von Rhamnus utilis und chlorophora, das in Form dünner muldenartiger Scheibchen aus China eingeführt wurde, jetzt aber nach dem Verfahren v °n Charvin in Lyon aus einheimischen Kreuz dornarten hergestellt wird und zum Färben von Wolle und Seide dient. Chinesischrot, diesen Namen führt teils der natürliche, aber präparierte Zinnober, teils der nps dem Safflor dargestellte rote Farbstoff, das Karthamin. Chinidin (lat. Chinidinum, frz, Quinidine, engl, vuinidin) hat nach und nach eine ganze An zahl von Namen erhalten, wie: ß-Chinin, Kon- thinin, Chinotin, kristallisiertes Chinioidin usf. infolgedessen wird man sich, vor allem bei a Jteren Angaben, zu vergewissern, haben, wel- Die Chinabase eigentlich gemeint ist. Das Ch. (ndet sich fast in allen Chinarinden, die zur '“bininherstellung dienen, und wird gewöhnlich ? us dem Chinoidin dargestellt. Es kristallisiert ]e nach dem Lösungsmittel in glänzenden Pris- ?j e n, Rhomboedern oder Blättchen, schmeckt ’Rer und zeigt seinen chemischen Eigenschaften nach fast das gleiche Verhalten wie Chinin (s. d.). , as schwefelsaure Ch. (lat. Chinidinum sul- uricum, frz. Sulfate de quinidine, engl. Sulfate of lUinidin) ist in verschiedene Arzneibücher auf- ” e Homtnen worden. Es wird wie das Chininsulfat n gewandt, wirkt etwas schwächer, soll aber . c h weniger unangenehme Nebenwirkungen be- zen. Das schwefelsaure Ch. stellt weiße, seiden- * attzonde Nadeln dar, die in 100 Teile kaltem st i IO teilen siedendem Wasser löslich sind und (lat bitter schmecken. Das gerbsaure Ch. cu Chinidinum tannicum, Conchininum tanni- m ). ein weißliches Pulver, findet in der Kinder- Sün 18 und in der Veterinärpraxis Anwendung. q . ? s Chinin (lat.Chinidinum dulce, engl.Sweet din ln 'ne) ist mit Glyzyrrhizin verbundenes Chini- lirK Ul ? d stelIt ein gelbbraunes Pulver von bitter süßem Geschmack dar. d "inin (lat. Chininum, frz. Quinine, engl. Quinin), sich Wlr h saine Bestandteil der Chinarinde, findet neben Zinchonin und anderen Basen in Form von chinagerbsaurem und chinasaurem Salz. Der Gehalt der verschiedenen Rinden an Ch. beträgt gewöhnlich 2—5 c/o, doch ist in der Rinde der javanischen Calisaya Ledgeriana ein Chiningehalt bis zu 13 °/o beobachtet worden. Zur Darstellung des Ch. wird das Rindenpulver mit Kalkbrei gemischt und mit erwärmtem Pa raffinöl, Petroleum oder Kohlenwasserstoffen des. Steinkohlenteeröls mehrmals ausgezogen. Beim Schütteln der Auszüge mit heißer verdünnter Schwefelsäure gehen die Chinabasen in die wäß rige Lösung über, aus der durch genaue Neutra lisation mit Soda das Chininsulfat ausgefällt wird.. Durch Umkristallisieren aus heißemWasser unter Zusatz von Tierkohle wird es von den übrigen in. der Mutterlauge verbleibenden Alkaloiden ge trennt und schließlich zur völligen Reinigung in. das Bisulfat übergeführt. Die freie Base kann durch Zusatz von Ammoniak abgeschieden wer den. Das reine Chinin (Chininum purum) stellt, ein weißes, kristallinisches, bitter schmeckendes Pulver dar, das infolge seiner Schwerlöslichkeit in Wasser medizinisch fast gar nicht angewandt, wird. Am meisten Verwendung finden das schwe felsaure und das salzsaure Salz. Das schwefel saure Ch. (lat. Chininum sulfuricum, frz. Sulfate de quinine, engl. Sulphate of Quinine) bildet feine,, weiße Kristallnadeln von bitterem Geschmack,, die sich in 800 Teilen kaltem, 25 Teilen sieden dem Wasser sowie 6 Teilen siedendem Alkohol lösen. Charakteristisch ist die Thalleiochin- •Reaktion: s ccm der kalt gesättigten Lösung des. Sulfates geben mit 1 ccm Chlorwasser und 5 ccm Salmiakgeist eine smaragdgrüne Färbung. Nur Chinidin gibt noch die gleiche Reaktion. Das salzsaure Ch. (Chininhydrochlorid, lat. Chininum hydrochloricum seu muriaticum, frz. Chlonhydrate de quinine, engl. Hydrochlorate of Quinine), weiße, nadelförmige, bitter schmek- kende Kristalle, die sich in 3 Teilen Weingeist und 34 Teilen Wasser lösen, wird fabrikmäßig durch Umsetzung von feinem Chininsulfat mit. Bariumchlorid gewonnen. Von den zahlreichen, übrigen im Handel yorkommenden Chininsalzen sind die wichtigsten: .baldriansaures Chi nin (lat. Chininum valerianicum, frz. Valerianate de quinine, engl. Valerianate of Quinine), brom wasserst off saures Chinin (lat. Chininum hydro- bromicum, frz. Bromhydrate de quinine, engl.. Hydrobromate of Quinine), gerbsaures Chi nin (lat. Chininum tannicum, frz. Tannate de quinine, engl. Tannate of Quinine), salizylsaures Chinin (lat. Chininum salicylicum, frz. Sali- cylate de quinine, engl. Salicylate of Quinine), zitronensaures Chinin (lat. Chininum citri- cum, frz. Citrate de quinine, engl. Citrate of Qui nine), zitronensaures Eisenchinin (lat. Chi ninum ferro-citricum, frz. Citrate de fer et de. quinine, engl. Citrate of Iron and Quinine). Sel tener werden gebraucht: arsensaures Chinin, (lat. Chininum arsenicum, frz. Arsdniate de qui nine, engl. Arseniate of Quinine), essigsaures- Chinin (lat. Chininum aceticum, frz. Acötate de quinine, engl. Acetate of Quinine), milch- saures Chinin (lat. Chininum lacticum, frz. Lactate de quinine, engl. Lactate of Quinine) und phosphorsaures Chinin (lat. Chininum’ phosphoricum, frz. Phosphate de quinine, engl.. Phosphate of Quinine), Der Chininverbrauch ist