m Dörrobst 89 Dotter besser dämpft und darauf bei nicht zu hoher Temperatur trocknet. In Haushaltungen oder kleinen Betrieben bedient man sich hierzu der Sonnenwärme oder kleiner Öfen nach Art der Obstdarren, in der Großindustrie meist beson derer Vakuumapparate, in denen bei 40—50° Farbe und Aroma besser erhalten bleiben. Künst liche Grünfärbung oder Bleichung mit schwef liger Säure u. dgl. ist zu verwerfen. Als wich tigste D. kommen Bohnen, Möhren, verschiedene Kohlarten, Spinat, Zwiebeln, Schoten, neuerdings auch Kartoffeln und Kohlrüben in den Handel. Der bei letzteren bisweilen beobachtete üble Ge schmack ist auf die Verwendung direkter Feue rungsgase zurückzuführen. Richtig hergestelltes D,, dessen Wassergehalt von 80—90% auf etwa 10—20 0/0 herabgesetzt worden ist, bildet ein wert volles Nahrungsmittel von großer Haltbarkeit, muß aber trocken und sauber aufbewahrt werden, da es sonst leicht von Milben befallen wird. Die Zubereitung erfolgt durch mehrstündiges Ein weichen und langsames Kochen. Dörrobst im allgemeinen nennt man das durch Trocknen haltbar gemachte Obst. Zum Unterschiede von dem durch künstliche Wärme getrockneten Backobst (s. d.) gebraucht man diese Bezeichnung aber im Handel meist für ge wisse ausländische Erzeugnisse, die bei Sonnen wärme getrocknet sind, wie Görzer Prünellen, kalifornische Aprikosen, Pfirsiche, Birnen und Äpfel, und sich durch schönes Aussehen vorteil haft auszeichnen. Sehr oft ist dieser Vorzug allerdings nur ein scheinbarer und auf Behand lung mit bleichenden Mitteln, wie schwefliger Säure, früher auch wohl Zinkoxyd, zurückzu führen. Dolomit, ein auch gesteins- und gebirgsbildend auftretendes Mineral, das aus einem isomorphen Gemisch von Kalzium- und Magnesiumkarbonat besteht, erscheint in Form weißer oder schwach bräunlicher kristallinischer Massen und kommt ln gemahlenem Zustande zur Darstellung von Kohlensäure in den Handel. Doppelscharlach. Diesen Namen führen ver schiedene rote, zur Gruppe der Azofarben ge hörige Teerfarbstoffe, so namentlich das N^tron- salz <j es Amidoazobenzolmonosulfosäureazobeta- n aphtols (Echtscharlach), ein rotbraunes Kri- s lallpulver, das in Wasser mit roter, in konzen trierter Schwefelsäure mit grüner, beim Ver dünnen mit Wasser durch Blau in Scharlachrot ubergehender Farbe löslich ist. Doppelschar- a ch extra S, das Natronsalz der Betanaphtyl- ■itninsulfosäureazoalphanaphtolmonosulfosäure, ein braunrotes, in Wasser mit gelbroter Farbe lös- uches Pulver, färbt wie das vorige Wolle in Sa urem Bade scharlachrot. Brillantscharlach und Brillantponceau sind sehr ähnliche Far- ben - Doppelbrillantscharlach G (Orange- r °t I), ein rotbraunes, in Wasser mit gelbroter, l? konzentrierter Schwefelsäure mit fuchsinroter ar be lösliches Pulver, besteht aus dem Natron- Sa * ze des Betanaphtylaminsäureazobetanaphtols und färbt Wolle gelbrot. , Pormiol (Chloralamylalkoholat) entsteht Behandlung von Chloral mit Amylenhydrat s ein farbloses, nach Kampfer riechendes öl ,, < ? r u spez. Gew. 1,250 und wird an Stelle des ulorals als Schlafmittel benutzt. Dornenstein, die bei der Verdunstung der Salzsole auf den Dornen der Gradierwerke in Salinen sich absetzende feste Masse von gelblich grauer Farbe, besteht der Hauptsache nach aus Gips und einigen anderen Salzen und wird als Düngemittel verkauft. Dorsch (frz. Narvage, engl. Torsk), ein Fisch aus der Familie der Gadiden oder Schell fische, Gadus calarias, zu der außer dem eigentlichen Schellfisch auch der Merlan und der Kabeljau gehören, ist im Vergleich zu den letzteren großen Verwandten klein, nur i/j m lang und 1 —1,5 kg schwer, aber von zartem schmackhaften Fleisch und wird sowohl frisch, als gesalzen und getrocknet gegessen. Der Fisch lebt häufig in der Ostsee sowie an den norwegi schen und irischen Küsten, und wird namentlich auf den Lofoten massenhaft gefangen. Er kommt in Fässern eingesalzen als Salzdorsch und, neuerdings häufiger als früher, frisch über die norddeutschen Seehäfen in den Handel, wird aber oft mit dem Kabeljau (s. d.) verwechselt. Der Ver brauch des frischen Fisches ist jetzt durch die Eisenbahnen bis weit ins Binnenland hinein er möglicht und beständig im Zunehmen begriffen. Die Leber dient zur Herstellung von Leber tran (s. d.). Dost (Dostenkraut, Wohlgemut, wilder Majoran, lat.Herbaoriganivulgaris, frz.Sommitü fleurie d’origan vulgaire, engl. Common mar- joram). Diese, der Familie der Labiaten un gehörige, mit Salbei und Majoran nahe verwandte Gattung umfaßt verschiedene Arten aromatischer und offizieller Kräuter. Der gemeine D. ist eine bei uns häufig auf sandigen Anhöhen wach sende, 30 cm hohe Pflanze mit vierkantigem, zottig behaartem rötlichen Stengel, gegenüber stehenden eirunden, buchtig gezähnten, an der Unterseite und am Rande weichhaarigen Blättern und rundlichen Blütenähren mit purpurroten Lippenblüten. Das mit den Blüten gesammelte und getrocknete Kraut der Pflanze riecht sehr stark, aber angenehm aromatisch und schmeckt gewürzhaft bitterlich. Es dient zu Kräuterkissen und Kräuterbädern. Durch Destillation mit Was ser wird daraus der riechende Stoff als ein dünn flüssiges, blaßgeibes, ätherisches Öl, Dostöl (lat. Oleum origani vulgaris, frz. Essence d’origan, engl. Origan oil), vom spez. Gew. 0,870—0,910 erhalten, das zum Parfümieren von Seife dient. — Die gleiche Verwendung finden Kraut und Öl des kretischen Dostes, auch Spanischer Hopfen genannt (lat. Herba origani cretici, frz. Marjolaine d’Espagne, engl. Spanish marjoram), der in Griechenland und Kleinasien heimisch ist und von dort eingeführt wird, hauptsächlich zur Gewinnung des ätherischen Öls, welches als spanisches Hopfenöl (lat. Oleum origani cre tici, frz. Essence de marjolaine d’Espagne, engl. Spanish marjoram oil) gegen Zahnweh dient. Dieses Öl' ist dickflüssig, goldgelb bis rotbraun, vom spez. Gew. 0,920—0,980 und enthält außer einem Terpen als wichtigsten Bestandteil Karva- krol und höhere Phenole. Dotter (Leindotter, Flachsdotter, Fin- kensame, Dotterlein, frz. Camöline, engl. Gold of pleasure) ist eine auf Äckern unter Flachs und anderen Saaten oft wild wachsende ein jährige Kruzifere (Camelina sativa), die, als