Echtbraun 93 Edelsteine von Nitrophenol mit salzsaurem Anilin und freiem Anilin. Die auf die eine oder andere Weise erhaltenen Farbstoffe kommen unter den Namen: Druckblau, Azetinblau, Azodi- phenylblau, Indigen D, F, Indulin sprit löslich und Nigrosin spritlöslich in den Handel.' Da sie in Wasser unlöslich sind, werden sie nicht zum Färben, sondern nur in der Zeug druckerei sowie (mit Chrysoidin usw.) gemischt zur Herstellung schwarzer Spritlacke und Firnisse benutzt. Durch Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure gehen diese spritlöslichen, in Was ser aber unlöslichen blauen Farbstoffe (Induline) in wasserlösliche Farben über (Sulfosäuren), deren Natronsalze sich dann unter den Namen Echt blau R, Echtblau B, Nigrosin wasserlöslich, Indulin 3 B, Indulin 6B im Handel finden. Sie lösen sich je nach Art ihrer Darstellung in Wasser mit blauer, blauvioletter oder grünlich blauer Farbe und dienen zum Färben von Wolle. 2. Ein Farbstoff von anderer Zusammensetzung kommt jrnter dem Namen Echtblau für Baum wolle (Meldolas Blau, Neublau, Naph- tylenblau,, Naphtolviolett, Baumwollblau) in zwei Arten R und 2 B, welche zur Indigblau- färbung mit Tannin und Brechweinstein gebeizter Baumwolle dienen, in den Handel. Sie werden durch Einwirkung von salzsaurem Nitrosodimethyl- anilin auf Betanaphtol erhalten und bestehen daher aus dem Chlorid des Dimethylphenylammonium- betanaphtoxazins. Diese Farben sind dunkel violette, bronzeglänzende Pulver (s. Oxazinfarben). 3. Auch ein Gemisch von Methylviolett mit Ma lachitgrün oder Methylenblau wird als Echtblau oder Indigoblau bezeichnet. Echtbraun, mehrere zur Gruppe der Azofarben gehörige Teerfarbstoffe, dunkelbraune, in Wasser lösliche Pulver, deren Lösung mit Salzsäure entweder einen braunen oder einen violetten Niederschlag gibt, färben Wolle im sauren Bade braun bis braunrot. — Echtbraun 3B ist das Natronsalz des Betanaphtylaminsulfosäureazo- alphanaphtols, also dem Doppelbrillantscharlach G nahe verwandt. Echtgelb, verschiedene gelbe Azofarbstoffe, die durch Einwirkung von rauchender Schwefel säure auf salzsaures Amidoazobenzol oder auf salzsaures Amidoazotoluol und Sättigen mit Soda dargestellt werden. Echtgelb G (SäuregelbG, Solidgelb, Echtgelb extra, Jaune acide) ls t ein gelbes, in Wasser lösliches Pulver und besteht aus einem Gemenge von Amidoazobenzol- 5jono- und Amidoazobenzoldisulfosaurem Natron. Echtgelb R (Gelb W), das Natronsalz der Arnidoazobenzoltoluoldisulfosäure, ist ein braun- Selbes, in Wasser mit gelber Farbe lösliches Pul- Ver , dessen Lösung durch Zusatz von Salzsäure fuchsinrot wird und Wolle in saurem Bade röt- lichgelb färbt. , Echtgrün, ein Triphenylmethanfarbstoff, der £ Form eines dunkeiblaugrünen, wasserlöslichen ■Kristallpulvers' in den Handel kommt und als das Natriumsalz der Tetramethyldibenzylpseudo- r psanilinsulfosäure anzusprechen ist. Die wäß- dge Lösung färbt Wolle im sauren Bade grün Pod wird auf Zusatz von Salzsäure gelb. — Häufig wird auch Malachitgrün E. genannt. Echtrot. Diesen Namen führen verschiedene, 2Ur Gruppe der Azofarben gehörige Teerfarb stoffe, welche durch die beigefügten Buchstaben A, B, C, D und E unterschieden werden. Echt- rotA oder Rokzellin entsteht aus diazotierter Naphtionsäure und ß-Naphtol als ein braunrotes Pulver, das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit blauer Farbe löst. Die heiß bereitete wäß rige Lösung scheidet auf Zusatz von Salzsäure die freie Sulfosäure in braunen Nadeln ab. Echt rot B oder Bordeaux B aus diazotiertem o- Napbtylamin mit ß-Naphtoldisulfosäure (s. Bor deaux). Echtrot C ist Azorubin (s. d.). Echt- rot D (Amaranth, Bordeaux S) aus diazotier ter Naphtionsäure und ß-Naphtoldisulfosäure., Echtrot E aus diazotierter Naphtionsäure und ßß Naphtolsulfosäure. Alle diese Farbstoffe sind in Wasser lösliche, braunrote bis braune Pulver, die Wolle in saurem Bade rot färben. Eckerdoppen (Ackerdoppen, Valonen), die auf der Krim und den Jonischen Inseln vorkom menden Fruchtbecher von Quercus Valonea, enthalten 30—40 °/o Gerbstoff und werden in der Technik verwandt. Edelsteine (frz. Pierreries, engl. Precious stones). Die E., deren einzelne Vertreter unter ihren besonderen Namen beschrieben werden, sind Mineralien, die sich durch ihren Glanz, ihre Härte, Unveränderlichkeit, Kristallform, schöne Farbe oder auch Farblosigkeit und meistens auch Durchsichtigkeit auszeichnen. Je ausgeprägter sich einzelne dieser Eigenschaften an einem Stein finden, desto höher steht er im Werte. Die be deutenden Unterschiede in der Wertberechnung . haben von jeher zwei Klassen annehmen lassen, wirkliche Edelsteine (Juwelen) und Halb edelsteine. Bei den ersten finden sich die höchsten Härtegrade. Sie sind fast immer klein und selten, was natürlich zur Wertsteigerung beiträgt. Die Halbedelsteine sind meist weniger hart, öfter nur durchscheinend, weniger selten und kommen vielfach in größeren Stücken vor. Edelsteine ersten Ranges sind; Diamant, Rubin, Saphir, Chrysoberyll, Spinell und Sma ragd; zweiten Ranges: Zirkon, Beryll, Topas, Turmalin, Granat (Pyrop), edler Opal. Eine Übergangsklasse zu den Halbedelsteinen bilden Cordierit (Dichroit), Vesuvian, Chrysolith, Axinit, Zyanit, Staurolith, Andalusit, Pistazit, Türkis. Die Halbedelsteine bestehen zu einem großen Teil aus Kieselsäure mit mehr oder weniger fremden Beimengungen. Hierher gehören: Bergkristall, Amethyst, Prasem, Avanturin, Katzenauge, Rosen quarz, Chalzedon, Achat mit Onyx, Karneol, Pias ma, Heliotrop, Jaspis, Chrysopras und die Ab arten des Opals. Von kieselsauren Salzen kom men als Halbedelsteine in Frage: edler Feldspat (Adular), Malachit, Obsidian, Lasurstein und einige andere Mineralien von geringerer Bedeutung. — Alle Schmucksteine werden geschliffen und poliert, wodurch ihr Wert gesteigert oder eigentlich erst bedingt wird. Das Schleifen geschieht im all gemeinen in der beim Diamant angegebenen Weise, doch fällt das bei diesem übliche Spalten fort, weil alle übrigen weniger harten E. sich ohne viel Mühe auf der Schleifscheibe mittels Diamantstaubs und zum Teil selbst mit Schmirgel in die gewünschte Form bringen lassen.. Die sehr rasch umlaufende, horizontal liegende Schleif scheibe besteht für Diamanten aus Eisen oder un gehärtetem Stahl, für die übrigen aus Kupfer