nerschweren Klumpen oder auch in ausgedehnten, zwischen dem Petroleum führenden Tonschiefer lagernden Schichten vor und wird an den Innenwänden der Ölschächte oft bandartig her ausgequetscht. Das aus festen Kohlenwasser stoffen bestehende E. ist im rohen Zustande etwas weicher als Bienenwachs und von orange- gelber bis gelblichgrüner Farbe und wird in Blöcken, wie sie sich beim Gießen in Kübel oder Kästen formen, versandt. Nach der Behandlung mit Schwefelsäure erscheint es wesentlich heller bis ganz weiß und wird dann als Zeresin bezeich net. — Das Paraffinutn solidum (frz. Paraf fine solide, engl. Hard Paraffin) des Deutschen Arzneibuches, ein mehrfach durch Schwefelsäure gereinigtes und über Tierkohle filtriertes E., hat ein spez. Gew. von 0,920—0,940, schmilzt bei 74—8o° und dient als Salbengrundlage, haupt sächlich zur Herstellung' der Paraffinsalbe. — Die anderen. Erdwachssotten finden in der In dustrie und Technik zur Herstellung von Kerzen, Bohnerwachs, Blätterwachs, Lederfett, Saalwachs usw. mannigfache Verwendung. Die bei der Reinigung des rohen Erdwachses gewonnenen flüssigen Bestandteile kommen unter dem Namen Paraffinöl (s. d.) in den Handel. Erikaholz, Bruyereholz, das ziegelrote und schön gemaserte Wurzelholz der in Südeuropa heimischen Erica arborea, läßt sich leicht polieren und wird daher gern zu Drechsler arbeiten (Pfeifenköpfen) und in der Kunsttisch lerei verwandt. Erlenholz (Ellernholz) findet sich in zwei Arten, und zwar in Deutsch'and fast ausschließ lich als Schwarzerle (Else, lat. Ainus glu- tinosa, frz. l’Aune commune, engl. Sticky alder- tree), während in den nördlichen Gegenden Ostpreußens und in den russischen Ostseepro vinzen auch die nordische Weißerle oder graue Erle (Ainus incana) vorkommt. Fri sches E. wird an der Luft schnell orangerot, beim Trocknen aber wieder heller. Das Holz der Schwarzerle ist immer etwas mehr gefärbt als das der Weißerle, letzteres auch etwas dichter. Nächst dem Eichenholz besitzt das E.' die größte Widerstandsfähigkeit gegen die Ein wirkung der Feuchtigkeit. Schön gemaserte Stücke werden als Tischlerholz geschätzt. — Die Erlenrinde (lat. Cortex alni, frz. Ecorce d'aune, engl. Alder bark) dient bisweilen zum Gerben. Erythrin (Erythrinsäure), eine in, verschie denen Flechten vorkommende organische Säure, zerfällt beim Kochen mit Wasser in Orsellin- säure und Erythrit und ist daher als Orsellin- säure-Erythritester anzusprechen. E. ist in Form seiner Zersetzungsprodukte in der Orseille ent halten. Eschenholz, das Holz der gemeinen Esche, Fraxinus excelsior (frz, Fröne, engl. Ash), be sitzt von allen Holzarten die größte Zähigkeit und Elastizität, bekommt, nicht leicht Risse, steht im Trocknen gut und hält sich auch im Wasser, dagegen nicht in der Erde. Es ist dicht, hart, hellfarbig und wird vorzugsweise von Tischlern, Wagnern usw. benutzt. Vorzüglich eignet es sich zu Rudern, Reckstangen, Deichseln u. dgl. Esdragon (Dragunkraut, Dragoneil, lat. Herba dracunculi, frz. l’Estragon, engl. Tarra- gon), eine Art Beifuß von Artemisia Dtacun- culus, der in Sibirien und Südeuropa wild wächst und bei uns in Gärten, mitunter auch als Handelspflanze (um Altenburg, Nürnberg, Erfurt) im größeren Maßstabe angebaut wird. Man ver kauft E. frisch und getrocknet und benutzt ihn als Würze zu Speisen sowie zur Herstellung eines aromatischen Essigs (Es dragoness ig), der in den Senffabriken zur Bereitung einer Senf sorte (ä l’Estragpn) dient. — Auch Esdragonöl (lat. Oleum dracunculi) ist im Handel. Espartogras ist ein in den Steppen der west lichen Mittelmeerländer häufig wachsendes Gras, Stipa tenacissima sowie Lygeum spartum, dessen binsenartige, zähe, biegsame Blätter, von 40—70 cm Länge, der Breite nach zusammen gerollt und zu Korbflechtereien benutzt werden. Große Mengen werden auch zu Papier ver arbeitet, da E. eine sehr reine Zellulose gibt. Essig (lat. Acetum, frz. Vinaigre, engl. Vine- gar) ist die am längsten bekannte Säure, die überall da entsteht, wo alkoholhaltige Flüssig keiten, Wein, Bier und vergorene Obstsäfte län gere Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt sind. Das älteste Verfahren der Essigbereitung besteht denn auch darin, daß man schwach alko holische Flüssigkeiten bei geeigneten Tempera turen von 20—35° sich selbst überläßt, wobei sie sauren Geschmack und saure Reaktion an nehmen. Die Ursache der hierbei stattfindenden Oxydation des Äthylalkohols zu Essigsäure ist in der Einwirkung von Mikroorganismen zu suchen, die aus der Luft in das Essiggut hineingelangen und sich vermehren. Schneller noch tritt dieser Prozeß ein, wenn man von vornherein etwas alten Essig oder etwas von der auf ihm schwimmenden Kahmhaut hinzusetzt, da diese beträchtliche Men gen Essigbakterien enthalten. Gegenwärtig ar beitet man hauptsächlich nach der Methode der Schnellessigfabrikation. Die aüf etwa 6 bis io°/o Alkohol verdünnten vergorenen Flüssig keiten, Wein, Bier und vor allem Kartoffel spiritus, werden mit 20% fertigem Essig ver mischt, auf 26—27 0 erwärmt und. als sog. Essig- g.ut den Essigbildnern zugeführt. Die letz teren sind konische Bottiche aus Eichenholz von 2—3 m Höhe und 1—i,s m Durchmesser, die oben und unten je einen Siebboden haben und zwischen beiden mit spiralig gerollten Buchen spänen angefüllt sind. Infolge einer vorherigen Imprägnierung mit Essig haben diese Späne sich mit einer Bakterienschicht von Micrococcus aceti, der sog. Essigmutter, überzogen, welche nun den langsam heruntersickernden Alkohol mit großer Energie zu Essigsäure, oxydiert. Wichtig ist die Innehaltung der richtigen Temperatur, die in den Essigstuben etwa 15—20°, im Innern der Bildner 30—35° betragen soll. Die zweite Vorbedingung für das Gelingen des Prozesses ist die Anwesenheit hinreichender Luftmengen, da sonst Aldehyd entsteht. Es sind daher im oberen Siebboden Luftkanäle und in den Seitenwänden unterhalb des zweiten Siebbodens Locher an gebracht, die eine Regulierung des Luftstroms ermöglichen. Zu stark darf der letztere auch nicht sein, da sonst Verluste an Alkohol eintreten. Die sich im unteren Teile des Essigbildners an sammelnde saure Flüssigkeit wird nun von neuem auf einen anderen Bildner gebracht, bis aller Al