Haselwurz 156 Hausenblase 280° wird ein bräunlichgrünes dickeres Öl (fixes Öl oder Patentöl) hergestellt, das, mit Schmier seife gemischt, als Patentwagenf ett, englische Wagenschmiere sowie unter der unzutreffen den Bezeichnung Paraffinfett in den Handel kommt. Haselwurz (lat. Rhizoma asari, frz. Racine d’asari, engl. Cabaric root), eine nicht unwich tige Ware des Drogenhandels, stammt von Asarum europaeum (Nierenkraut, Hasen kraut), einer in Bergwäldern unter Gebüsch, besonders Haselsträuchern, wachsenden Pflanze mit niedrigen Stengeln, glockigen, braunroten Blütenkelchen und langgestielten nierenförmi gen Blättern. Der dünne, kriechende, grau braune Wurzelstöck ist hin und her gebogen, knotig gegliedert, längsrunzelig und mit Faser wurzeln besetzt. Er hat einen eigentümlichen kampferartigen Geruch, schmeckt beim Kauen brennend pfefferartig und bewirkt im frischen Zustande Erbrechen. H. enthält neben ätheri schem Öl einen kampferähnlichen Stoff, das Asaron, und wird in Pulverform als Schnupfen mittel sowie in der Tierheilkunde verwandt. Hauhechelwurzel (Haudornwurzel, Harn krautwurzel, lat. Radix ononidis, frz. Racine de bugrane, engl. Restharrow root), die mehrere Fuß lange und fingerdicke, holzigzähe Wurzel der dornigen Hauhechel, Ohonis spinosa, eines niedrigen, an Wegrändern und sonst auf unbebauten Flächen häufig wachsenden Strau ches mit blaßroten Schmetterlingsblüten, kommt in Form ästiger, außen dunkelbrauner, auf dem Querschnitt weißlichstrahliger Stücke, die meist der Länge nach gespalten sind, in den Handel. Der Geschmack ist süßlich bitterlich, beim Kauen zusammenziehend und etwas brennend. H. ent hält als charakteristische Bestandteile die Gly koside Ononin, Ononidin und das wachs artige Onozerin und wird als harntreibendes Mittel sowie als Zusatz zu Blutreinigungstees verwandt. Hausenblase (Fischleim, lat. Colla piscium, Ichthyocolla, frz. Colle de poisson, engl. Isin- gla'ss) besteht aus der getrockneten inneren Haut der Schwimmblase verschiedener großer Fischarten vom Geschlecht der Störe und Hau sen, besonders des eigentlichen Störs, Aci- penser sturio, und des Hausens, A. huso sowie einiger kleiner Verwandter, des Osseter, A. Güldenstaedtii, desSterlet, A.ruthcnus, und des Sewruga (Scherg). Es sind also meist dieselben Tiere, die im Handel auch den Kaviar liefern und in dem Aufsatz Stör näher besprochen worden sind. Die meiste H. kommt aus Rußland über Petersburg. Außer dieser russischen „echten“ Ware erscheint aber noch manche andere aus den verschiedensten Welt gegenden, besonders amerikanische von der Hudsonsbai, brasilianische und ostindische, die bisweilen auch wohl der echten in betrüge rischer Absicht beigemischt wird. An den Küsten Norddeutschlands, Englands und Nordamerikas verarbeitet man hauptsächlich den Kabeljau, da neben noch Lachse, Welse und Seehechte. Die nicht russischen Sorten sind alle von geringerer Güte, meist dunkler, gelblich bis bräunlich ge färbt und mit widrigem Fischgeruch und -ge- schmack behaftet und hinterlassen beim Kochen mit Wasser weit mehr unlöslichen Rückstand als die echte. Die russische H. unterscheide 1 man in: Astrachaner, uralische und si birische. Die beste Ware besteht aus harten, schwer zu biegenden Blättern mit runzliger Oberfläche, die bei auffallendem Lichte mit prachtvoll blauer Farbe schillert, während die geringeren Sorten dieses Irisieren wenig oder gar nicht zeigen. Die gangbarsten Marken der russischen H. sind: Saliansky, Beluga und Samovy oder Samova, nächst diesen Asse- towa und Prernislowoi. Ihre Zubereitung er folgt in höchst einfacher Weise, Die frischen oder, wenn getrocknet, in Wasser wieder auf- gequellten Blasen werden der Länge nach auf- geschnitten, durch sorgfältiges Waschen ge reinigt und von der äußeren unbrauchbaren Muskelhaut befreit. Die innere weiße Haut, in eine der gangbaren Formen gebracht (ge- brakt), wird dann vollends getrocknet. Früher gab es im Handel auch unaufgeschnittene, nur äußerlich gereinigte Blasen sowie solche, di® geöffnet und zu einem Kuchen zusammen geklappt waren. Diese Stücke mußten aber vor dem ; Gebrauch erst lange gewässert, geklopft und auseinandergelegt resp. gereinigt werden- Dasselbe gilt von der in Fadenform geschnit tenen, oder in Ringel- oder Lyraform (Ringel- hausenblase) aufgerollten und gebogenen VVare, die noch hin und wieder vorkommt. Zur Herstellung der Blätter werden die noch feuch ten gereinigten Stücke stark ausgereckt, mit Nägeln über Bretter gespannt und so in der Sonne fertig getrocknet, während man die dünnen Fäden durch Zerschneiden der Blätter auf Maschinen mit stählernen Schneidescheiben erhält. Neuerdings wird oft die rohe H. nach Petersburg geschafft und dort erst gebrakt und mit schwefliger Säure gebleicht, wodurch sie aber an Wert verliert. Besser ist die an der Wolga übliche Schneebleiche, bei der man die Blasen der im Winter unter dem Eise gefange nen Tiere bis zu der Verarbeitung im Schnee eingräbt. Die Beluga, also die eigentliche große, dicke und rauhe Blätter von wenige! reiner Farbe, ist die billigere Sorte, aber in allen Fällen, in denen nicht auf schönes Äußere gesehen wird, sehr gut brauchbar. Sterlet- blase ist nicht größer als ein Handteller. Sa- mowy, eine in dünnen weißen Blättern in de» Handel kommende Ware, die den übrigen Sorten an Güte sehr nachsteht, stammt vom Wels- Die H. ist in kaltem Wasser nicht löslich, son dern quillt nur stark darin auf. Beim Erhitze 0 löst sie sich aber in Wasser wie auch in ver dünntem Spi Lus, unter Hinterlassung geringer Mengten faseriger Reste zu einer klebrigen Flüssigkeit, die nach dem Abkühlen schon be> einem Gehalte von 4 0/0 zu einer Gallerte g 6 " steht. Hierauf beruht ihre Vielseitige Verwen dung in der Küche und Konditorei zur Herstel lung von Gelees und Süßspeisen. Als Klebstoff dient sie in Form von Mundleim und durch sichtigen farbigen Oblaten, auf Taft gestrichen als H.-Pflaster, sog. englisches Pflaster, ferner zu Kitten, besonders in weingeistiger Lö sung und mit Harzen verbunden, als sog. Dia- rnantkitt, als Bindemittel für Farben und bei Anfertigung der künstlichen Perlen aus Gla s und liefe zeic geh Ap F c-eu Ver Blei Zus geh io ] 12- pac kor He: Ha Gal get ges I Hk tiei säe rer So da: Au be: die sei he Vo