Holz 164 Holz Gefäßen (Tüpfelgefäßen) und Tracheiden auf gebaut und enthält daneben noch Parenchym in wechselnder Menge. Oft unterscheidet man einen helleren äußeren, noch lebensfähigen Teil, den Splint, von dem darunter liegenden dunkleren Reif holz und dem inneren dunkleren Kern holz, es gibt aber auch Bäume, die nur aus Splintholz (Weißbuche, Birke, Zitterpappel, Ahorn) oder nur aus Reifholz (Birnbaum, Weißdorn, Linde, Fichte, Tanne) bestehen. In chemischer Hinsicht setzt sich die Trockensubstanz des Hol zes aus etwa i o/o Mineralstoffen, 94—95 % mit Lignin (Xylogen) inkrustierter Zellulose und 4 bis S°/c anderen organischen Stoffen (Eiweiß, Färb- und Gerbstoff, Harz, ätherische Öle) zusammen. Der Wassergehalt des frisch geschlagenen Holzes beträgt etwa 42—57%, derjenige des lufttrocke nen 10—20 0/0. Von der Verschiedenartigkeit der Zusammensetzung und des Aufbaues aus Ge fäßen und Markstrahlen hängt die Art der Ver wendung ab, die für die einzelnen Hölzer in besonderen Aufsätzen besprochen ist, Im all gemeinen teilt man das Holz in die beiden Haupt gruppen Brennholz und Nutzholz, von denen das letztere wiederum in Bau- oder Zimmerholz, Schreiner-, Drechsler-, Wagner-, Böttcher- und Ma schinenholz zerfällt. Je nach dem gedrungeneren oder loseren Aufbau und der davon abhängenden Festigkeit und Schwere unterscheidet man weiter harte, halbharte und weiche Hölzer und spricht schließlich noch von Farbhölzern und medizinischen oder Arzneihölzern. Die Aus nutzung der Wälder erfolgt jetzt weit umsichtiger als in früheren Zeiten, und die Förster wählen aus den geschlagenen Ernten so viel Nutzhölzer als möglich heraus, während der Rest Brennholz liefert. Das wertvollste Nutzholz unter den ein heimischen Bäumen gibt die Eiche. Ihr Stamm holz (Langholz) wird je nach Stärke und Länge, nach Geradwüchsigkeit im Äußeren und im Inneren, d. h. danach, ob der Verlauf der Fasern ein gestreckter oder gewundener ist, ferner nach Gesundheit und Fehlerhaftigkeit in eine größere Anzahl von Klassen eingereiht und damit zu Schiffbauholz, Schiffsplanken und Bohlen, Mühlwellen, Bauholz oder Böttcherholz bestimmt. Bei den stärkeren Nadelholzstämmen ist außer Länge, Geradwüchsigkeit und Gesund heit noch der Durchmesser des oberen Stamm endes (der Zopfdurchmesser) für den Wert mit entscheidend, denn wenn dieser zu schwach ist, kann nicht die ganze angegebene Länge aus genutzt werden. Die besten Sorten mit einer Länge von über 21 m und einem Zopfdurch- messer über s dm liefern Mastbäume, Segel stangen und die größten Baustämme, kleinere Sorten Dachsparren und schwächere Balken, Brunnenröhren usw. Besonders gerade und schlichte Stammpartien werden auf Sägemühlen zu Bohlen und Riegeln, Brettern und Latten zer schnitten oder für Siebwaren, Resonanzböden und anderes Instrumentenholz gespalten. Zum Kleinnutzholz gehören das Stangenholz für Wag ner, Hopfenstangen, Pfähle, Reifenholz u. dgl. An Stelle der früher für Bahnbauten ausschließ lich benutzten Eichenholzschwellen, die eine Lebensdauer von sieben Jahren hatten, ver wendet man seit Erfindung geeigneter Im prägnierungsverfahren meist andere Holzarten. Große Mengen von H. werden jetzt auch in den Holzschleifereien verbraucht und zu Holz Stoff und Zellulose für Papier sowie zu Holz wolle verarbeitet. Das H. erscheint im Handel teils in rohen Stämmen, als Ganzholz, teils zersägt und gespalten, als Spaltholz und end lich, auf Sägcmühlen noch weiter zum Gebrauch vorbereitet, als Schnittholz. Die gefällten und entästeten Stämme, welche das Ganzholz bi den, sind zum Verkauf entweder rund und roh be lassen, oder verloren vierkantig behauen, was nicht allein des leichteren Austrocknens halber, sondern auch wegen der billigeren und be quemeren Beförderung geschieht sowie nament lich beim Flößholz oft geschält. Die nach Holland geflößten Eichen, sog. Holländer, sind alle schon beschlagen bzw. vorgerichtet. Zum Ganz- oder Rundholz 'gehört weiter das Stangenholz und das Krummholz, das in seiner natürlichen Krümmung zu Schiffen, Booten, Schlitten und Radkränzen Verwendung findet. Spaltholz ent steht durch Längsteilung der gesägten Blöcke mit der Axt und durch Keile. Die nicht besser benutzbaren Stücke bilden das zum Brennen be stimmte Scheitholz, die übrigen Teile Nutzholz für Böttcher, Wagner, Drechsler, ferner zu Span für Siebe und Schachteln, und zu dem wichtigen und große Holzmassen beanspruchenden Artikel Zündhölzchen. Da beim Spalten die Längsfasern des Holzes nicht zerschnitten werden, sondern sich ihrem wirklichen Verlaufe nach trennen, hat dieses Holz vor dem geschnittenen den Vor zug größerer Widerstandskraft und Zähigkeit. Schnittholz liefern die Sagemühlen, die häu fig in den Wäldern selbst arbeiten, wo sich irgend eine Wasserkraft darbietet, sonst aber Dampfkraft oder Elektrizität benutzen. Hier wer den die Stämme entweder nur der Länge nach einmal geteilt (Llalbholz) oder vierkantig gesägt und dann in schwächerevierkantige Prismen (Rie gel, Pfosten) oder in Bohlen, Bretter und Latten geschnitten. Der Holzhandel gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung und sucht immer entlegenere Gegenden auf, die nur, wenp irgend möglich, einen Wassertransport zulassen müssen. Haupt- cinfuhrland ist England, das von Rußland, Nor wegen, Schweden, Preußen und Nordamerika sowie namentlich aus Kanada große Holzmassen bezieht. Kanada, Neuschottland und die nördlichen der Vereinigten Staaten, Ohio, Michigan, Penn- sylvanien führen s—6 Holzarten, namentlich Weymouthskiefer (Pinus Strobus), eine weiße und eine rote Eiche sowie schwarzen Walnußbaurn in Form von fohem Bauholz und Brettern aus, die nicht nur in England, sondern auch in Westindien, ja neuerdings sogar in Italien und den österreichischen Küstenorten ihren Absatz finden. — Schweden und Norwegen haben ebenfalls beträchtliche Holzausfuhr. Ihre Wal dungen bestehen im Norden nur aus Nadelholz. Tannen und Fichten, abgesehen von der überall wachsenden Birke, die für den Llandel von ge ringer Bedeutung ist. Tannene und fichtene Ma sten und anderes Schiffsholz, Balken, Bohlen, Bretter und Latten gelangen daher hauptsächlich zur Ausfuhr. Auch Rußland hat verhältnis mäßig viel, wenn auch sehr ungleichmäßig ver teilte Waldungen. Die Ströme, Flüsse und Seen des Landes in Verbindung mit den im. Winter