Kochsalz 215 Kochsalz .grauschwarzer Pulver durch einfaches Abrösten von Kobalterzen erhalten wird und erst im Glasfluß ­ schöne blaue Töne liefert. Kobaltultramarin ­ (Thenards Blau, Kobaltblau, Leydener ­ Blau) entsteht, wenn man mit einer Kobaltsalzlösung getränkten weißen Ton trocknet ­ und glüht, oder schöner, indem man eine Mischung von Alaun und schwefelsaurem Kobaltoxydul ­ zur Trockne eindampft und 6—8 Stunden auf heller Rotglut erhält. Die Farbe hat den Fehler aller Kobaltfarben, bei Lampenlicht ­ violett zu erscheinen, und wird, durch den Ultramarin allmählich verdrängt. Coeruleum (Coelin) besteht aus Kobaltoxydul und Zinnoxyd. ­ Kobaltgrün (Zinkgrün, Rinnmanns Grün) entsteht, wenn ein Brei von frisch gefälltem ­ Kobaltoxydul und Zinkoxyd getrocknet und geglüht wird. Die Farbe erscheint bei größerem Kobaltgehalte dunkel-, bei geringerem ­ grasgrün und findet für Tapeten und Zimmermalerei Anwendung, während sie im Glasfluß nichts als Blau erzeugt. Kobaltgelb endlich ist ein schönes goldgelbes Kristallpulver, ­ welches beim Einleiten von Salpetrigsäuredämpfen ­ in eine Lösung von Kalisalpeter und salpetersaurem Kobalt entsteht und für Ölund Aquarellmalerei benutzt wird. Im Glasfluß erscheint es ebenfalls blau. Kochsalz (Salz, Chlornatrium, lat. Natrium chloratum, Sal culinare, frz’. Sei commun, engl. Kitchen salt) ist auf der Erde in ungeheuren Mengen verbreitet. Es findet sich in gelöstem Zustande im Wasser der Meere und zahlreicher Binnenseen (Kaspisches Meer,Totes Meer, großer Salzsee in Utah), bildet in fester Form gewaltige ­ Steinsalzlager als Reste verdunsteter Seen und Meeresteile und wird aus ihnen durch unterirdische ­ Wässer gelöst als Salzquellen zutage gefördert. Alle drei Vorkommnisse werden zur Salzgewinnung benutzt und liefern die als Seesalz, Steinsalz und Quellsalz bezeichneten, nach Aussehen und Reinheit verschiedenen Sorten. Zur Gewinnung des Seesalzes überläßt ­ man das Wasser, besonders in den wärmeren ­ Gegenden (Mittelmeerküsten), vielfach der freiwilligen Verdunstung, indem man es in sog. Meersalinen oder Salzgärten, gartenbeetartig ­ angeordneten flachen Becken, den Sonnenstrahlen ­ aussetzt, oder man konzentriert es auch durch Gefrierenlassen. In beiden Fällen scheiden ­ sich zuerst die schwer löslichen Karbonate des Kalks und der Magnesia sowie der Gips aus. Darauf kristallisiert das Kochsalz und zum Schluß bleiben die leichter löslichen Chloride des Kalziums, Magnesiums, Strontiums sowie Chlor-, Brom- und Jodkalium in der Mutterlauge ­ zurück. Das Meerwasser enthält wechselnde ­ Mengen, 0,7—3,8 0/0, Mineralstoffe, von denen 0,5—3, im Mittel 2,5 o/o als Kochsalz anzusprechen ­ sind. Das Steinsalz wird entweder, wie in Wieliczka, Bochnia, Kardona in Spanien 1 (hier im Tagebau) direkt bergmännisch gewonnen, ­ oder man führt es, wie in Hallein wnd Berchtesgaden, durch Zuleitung von Wasser in eine konzentrierte Lösung über, die Üeraus-.gepumpt und weiter verarbeitet wird. Zur Entfernung ­ des Gipses und der Magnesiumsalze fällt man zunächst mit genau bemessenen Mengen ­ Kalkmilch, zieht die klare Lösung von dem Niederschlage ab und konzentriert sie durch Eindampfen in offenen Pfannen oder im Vakuum. Die natürlichen Salzquellen (Solen) werden erst bei einem Gehalte von 4 0/0 Kochsalz ausgebeutet, sind aber auch dann noch zu schwach, um direkt versotten zu werden. Man leitet sie daher zur teilweisen Entfernung des Wassers auf Gradierhäuser, aus Reisig und Dornen aufgebaute, bis zu 15m hohe Wände, und läßt nun die rohe Sole allmählich ­ in feiner regenartiger Verteilung hindurchträufeln; ­ Sie verliert dabei nach zweioder dreimaligem Durchgang soviel Wässer, daß ihre Konzentration bis auf 20 0/0 ansteigt. Gleichzeitig reinigt sie sich von einem beträchtlichen ­ Teil ihrer mineralischen Beimengungen, besonders dem Gips, der die Dornen in dichter Schicht als sog. Dornenstein überzieht und nach dem Brennen direkt , als Düngemittel benutzt ­ werden kann. Von den Gradierwerken gelangt die Sole in die Pfannen, in denen sie bis zur Kristallisation eingedarnpft wird. Hierbei ­ scheidet sich der Rest des Gipses als sog. Pfannenstein, fest am Boden anhaftend, aus, während die fast reinen Kochsalzkristalle ausgekrückt und, solange, sie noch weiß erscheinen, auf eine gleich über der, Pfanne befindliche Traufe zum Trocknen geworfen werden. Von da kommt das Salz auf Horden in die Trockenkammern. ­ Die nach den verschiedenen Verfahren ­ gewonnenen Kochsalzsorten bestehen alle der Hauptmasse nach aus Natriumchlorid (s. d.), enthalten daneben aber noch mehr oderweniger fremde Beimengungen, welche ihren Gebrauchswert beeinflussen. — In dem, meist zu Bädern benutzten, rohen Meersalz (Sal marinum, Boysalz) finden sich nach L. Schneider ­ 1,710/0 Kalziumsulfat, 0,110/0 Magnesiurasulfat, 0,190/0 Magnesiumchlorid und o,u«/ 0 Eisenoxyd und Tonerde; aber auch das gewöhnliche ­ Kochsalz (Sal Commune) der Salinen enthält meist 1—30/0 Verunreinigungen, von denen besonders ein Gehalt an Magnesiumchlorid ­ dauerndes Feuchtbleiben bedingt. Hingegen ­ besteht das Steinsalz aus nahezu chemisch reinem Chlornatrium. Für die wichtigste ­ Verwendung des K. zu Konservierungsund ­ Speisezwecken wird in erster Linie das See- oder Quellsalz benutzt, weil das Steinsalz wegen seiner größeren Härte meist zu langsam ­ wirkt. Hingegen findet das letztere vielfache ­ Anwendung in der chemischen Großindustrie, ­ zur Fabrikation von Glas und Soda, zum Aussalzen von Seifen, in der Töpferei zur Herstellung von Glasuren, in der Weißgerberei und Farbenfabrikation, zum Einsalzen von Häuten, zur Bereitung von Kunsteis, als Viehund Düngesalz. Von allem für Speisezwecke bestimmten K. wird eine Steuer von 12 M. für 100 kg erhoben, während das zu technischen Zwecken dienende sog. Gewerbesalz nur mit 0,20 M. belastet ist, vorausgesetzt, daß es durch eine Vergällung (Denaturierung) zum menschlichen ­ Genuß untauglich gemacht wird. Als Vergällungsmittel kommen nach dem Zollgesetz in Frage je 1 / i °/o Wermut- oder Holzkohlenpulver ­ und Eisenoxyd für Viehsalz, 1 °/o Kienruß ­ für Düngesalz, ferner V* 0 / 0 Petroleum, 10/0 Seifenpulver, x 0/0 Schwefelsäure oder 4 o/ 0