Lorbeeröl 255 Lupinensamen trockneten Früchte des Lorbeerbaumes, haben im frischen Zustande eine dunkelblaue Schale, die aber beim Trocknen graubraun und runzelig wird. Die trocknen Früchte besitzen eine dünne, hautartig eingetrocknete, zerbrech liche, pergamentartige Samenhülle und einen bräunlichen, viel Öl haltenden Kern. Ihr Ge ruch ist eigentümlich, nicht angenehm gewürz haft, der Geschmack bitter aromatisch und fettig. Die L. werden nur noch selten, haupt sächlich zur Vieharznei, zu Räucherwerk und äußerlich gegen Krätze benutzt. Glanz und Schwere sind Zeichen der Güte und Frische der Ware, die gut geschützt und trocken aufzu bewahren ist, da sie leicht von Insekten an gegangen und dadurch unbrauchbar wird. In Italien und Griechenland dienen die frischen L. zur Bereitung des Lorbeeröls. Lorbeeröl (Loröl, Lorbeerfett, lat. Oleum Lauri expressum, frz. Huile de fruits de laurier, engl. Laurel oil) wird teils durch Auspressen, teils durch . Auskochen der frischen Früchte des Lorbeerbaumes in Menge von etwa 15% erhalten. Es hat eine schöne grüne Farbe, bei gewöhnlicher Temperatur eine schmalzartige Konsistenz, körnige Beschaffenheit und stark würzhaften Geruch, der von dem Gehalt an ätherischem Öl herrührt. Das L, muß sich in Äther vollständig und klar lösen, während 8ogrä- diger Weingeist nur das ätherische Öl und den grün färbenden Stoff (Chlorophyll) auszieht, die Fette aber ungelöst läßt. Das 01, das meist vom Gardasee und aus Griechenland kommt, dient in der Medizin zu stärkenden Einrei bungen, bildet daneben aber auch ein sehr wirksames Mittel zur Abhaltung von Fliegen, denen der Geruch unerträglich ist, und wird daher in wärmeren Ländern von den Fleischern zum Bestreichen ihrer Läden, an Fenstern und Türen benutzt. Das L. besteht aus den Glyze- riden der Laurinsäure und Myristinsäure so wie aus Chlorophyll und ätherischem Öl. — Das ätherische öl der Lorbeerfrüchte (lat. Oleum Lauri aethereum, frz. Essence de fruits de laurier, engl. Laurel volatil oil), welche da von 1 0/0 enthalten, wird durch Destillation der zerkleinerten Früchte mit Wasser erhalten als eine leichte hellgelbe Flüssigkeit vom spez, Gew. 0,914—0,935 und starkem Geruch, die nur wenig gebraucht wird. Es enthält haupt sächlich Zineol neben wenig Pinen. Lovakrin ist ein mit großer Reklame ange priesenes Kosmetikum, das angeblich aus einem mit Jasmin, Arnika und Salbei parfümierten Gemisch von Tannin, Eigelb, Kognak und Naph- tol besteht. Luffa (Luffah, Loofah) besteht aus dem netzartigen Fasergewebe der Früchte von Luffa aegyptiaca oder Momordica Luffa, einer in Ägypten und Arabien heimischen und dort auch angebauten Kukurbitazee. Die ziemlich großen, gurkenähnlichen Früchte wer den nach der Reife aufgeschnitten, von den Samen befreit und der faulenden Gärung Über tassen, wodurch das Fruchtfleisch und das zar tere Zellgewebe zerstört wird, während das die L. des Handels bildende schwach gelbliche B aser- Sewebe zurückbleibt und nach dem Waschen Sehleicht und getrocknet wird. Die schon von den alten Ägyptern als Waschschwamm benutzte und jetzt vielfach nach Deutschland für den selben Zweck eingeführte L. ist im trockenen Zustande hart, wird aber, in Wasser getaucht, weich und geschmeidig. Außerdem wird sie zur Herstellung von Schweißblättern, Sattelunter lagedecken, Einlegesohlen usw. verarbeitet, von denen besonders letztere sich sehr gut be währen. Lungan. Mit diesem Namen belegt man in China sowohl die getrockneten gelblich- oder bräunlichgrauen, kirschengroßen Früchte von Nephelium longanum, eines 10—12 m hohen Baumes aus der Familie der Sapindazeen, als auch das aus diesen Früchten hergestellte wohlschmeckende Mus. Noch wertvoller ist das Mark einer verwandten Art, Neph elium Litchi (Litchibaum), welche ebenfalls in China hei misch ist, außerdem aber in Ostindien häufig angebaut wird. Die Früchte dieses Baumes, Leitschies oder Litchis genannt, enthalten ovale braune Samen, umhüllt von einem durch scheinenden, matt himmelblauen, saftigen Marke, welches äußerst wohlschmeckend, ähnlich dem Geschmack der Muskateller Weintraube ist. Die Früchte werden auch getrocknet in den Handel gebracht. Schließlich findet sich auf Malakka ünd den Sundainseln Nephelium Cappaceum (Ramputan), ein kleiner Baum, der ebenfalls wohlschmeckende Früchte liefert. Lungenkraut (lat. Herba pulmonariae macu- latae, frz. F'euilles de pulraonaire, engl. Pulmo nary leaves) besteht aus den getrockneten Blättern der in Wäldern wachsenden Pulmo- naria officinalis und wird als Volksmittel bei Lungenleiden verwandt. Lungenmoos (lat. Herba pulmonariae arboreae seu Lichen pulmonariae, frz. Lichen pulmonaire, engl. Pulmonary moss) nennt man die an Bäu men wachsende, lederartige Flechte Sticta pulmonacea, die als Volksmittel zu Tee Ver wendung findet. Lupiiunsamen (Wolfsbohne, Feigbohne), die Samen verschiedener Arten der Legumi- nose Lupinus (L. albus, L. Ternis, L. hirsu- tus, L. luteus), bilden die stickstoffreichsten Pflanzenteile und werden daher zu Futter zwecken und zur Verbesserung des Bodens viel fach angebaut. Die Lupine hat in hohem Maße die Eigenschaft, den atmosphärischen Stickstoff zu assimilieren, und gedeiht infolgedessen nicht nur ohne nennenswerte Düngung, sondern ver mag sogar, untergepflügt, als sog. Gründüngung, die geringeren Bodenarten zu verbessern. Das frische Kraut gewisser Arten dient als Grün futter, während die Samen wegen ihres hohen Gehaltes an Bitterstoffen eine vorherige Be handlung erforderlich machen. Neben beträcht lichen (bis zu 42 0/0) Mengen Protein enthalten die letzteren die Alkaloide Lupinin, Lupini- din (identisch mit Spartein) und Lupanin (ins gesamt 1—2 0/0), welche den bitteren Geschmack bedingen und vor der Verwendung zu Futter- und Nahrungszwecken zu entfernen sind. Dieses Entbittern soll in Griechenland durch Ein hängen in Meerwasser erreicht werden, wäh rend man sich bei uns des Dörrens und Aus laugens bedient. Es gelingt auf diese Weise aber nie vollständig, so daß die Tiere nur all