Ölbaumholz 305 Okubawachs pinguia, frz. Huües, engl. Qils), die haupt sächlich dem Pflanzenreiche, seltener dem Tierreiche (Trane) entstammen, echte Fette (s. d.), d. h. Glyzeride von Fettsäuren, und neh men nur insofern eine gewisse Sonderstellung ein, als sie bei gewöhnlicher Temperatur flüssig sind. Ebenso wie sie selbst aber beim Abkühlen erstarren, gehen die festen F ette beim Er wärmen in den flüssigen Aggregatszustand über. In chemischer Hinsicht teilt man sie meist in trocknende und nichttrocknende Ö. ein. Die ersteren, welche, in dünner Schicht der Luft ausgesetzt, trocken und hart werden, bestehen hauptsächlich aus Glyzeriden der Linol- und Linolensäure und werden zur Flerstellung von Firnissen benutzt. Zu ihnen gehören das Lein-, Hanf-, Mohn- und Nußöl. Die nichttrocknen- den Öle, welche durch den Einfluß der Luft zwar verdickt werden, aber schmierig bleiben, bestehen vorwiegend aus Olein und geben zum Unterschiede von den vorigen die Elaidinreak- tion. Die meisten Pflanzenöle finden sich in den Samen, seltener, wie Oliven- und Palmöl, im Fruchtfleisch. Zu ihrer Gewinnung werden die Samen bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur geschlagen oder gepreßt, neuer dings auch vielfach mit Schwefelkohlenstoff, Benzin oder Tetrachlorkohlenstoff extrahiert. Meist wird erst kalt gepreßt, wobei ein reineres, helleres und wohlschmeckenderes Öl abläuft, und der Rest von geringwertigerem Öl durch heißes Pressen gewonnen. Gewisse Früchte und Samen mit dückflüssigen ö. (Pflanzenbutter), ferner tierische Stoffe (Klauenfett, Knochen fett,, Tran) werden mit Wasser ausgekocht. Alle frisch gepreßten Ö. enthalten trübende Schleimteile und werden erst nach längerem Lagern klar, während die extrahierten Fette gleich klar sind. Die einzelnen Öle werden unter >hrem Namen besprochen. Ölbaumholz (Olivenholz), das Holz des Öi- haums, Olea europaea, ein sehr dichtes und festes, fast strukturlos erscheinendes Nutz holz, besitzt eine gelbliche Farbe, erscheint im Kern braun gewässert und geflammt und ist dem Wurmstich und der Fäulnis nicht unter worfen. Es nimmt eine sehr schöne Politur an Und ist daher für die Drechslerei und Kunst- dschlerei sehr gesucht. Ölersatz (Salatölersatz). Unter diesen und ähnlichen Bezeichnungen kamen während des Krieges erbärmliche Schwindelwaren in den Handel, die aus gelb gefärbten schleimigen Lö sungen von Gelatine, Stärkekleister, Karragheen bestanden. Ölfarben. Zum Verarbeiten fertige Ölfarben Werden sowohl für Künstler als auch zu ge wöhnlichen Firnis- und Lackanstrichen auf Holz Und Metall in den Handel gebracht. Die feinen L- finden sich zuweilen noch in Tierblase zu kleinen Beuteln eingebunden, die beim Gebrauch Udt einer Nadel angestochen werden und durch uas kleine Loch für den jeweiligen Bedarf Ö. austreten lassen. Zweckmäßiger aber sind kleine ^usatnmendrückbare Hülsen von Zinnfolie, sog. (Huntuben, aus deren Halsöffnung die Farbe hinausgedrückt wird und die beim Nichtgebrauch Urch ein Schraubendeckelchen geschlossen Werden. — Für Anstreicher sind alle gebräuch- Aercks Warenlexikon. liehen Erd- und Mineralfarben in Öl oder Firnis vorrätig. Sie werden auf Maschinen zur Kon sistenz eines steifen Breies zusammengerieben und in hölzernen Fäßchen, die nach oben enger zulaufen, mit etwas Wasser bedeckt, verkauft. Ölkuchen, die Preßrückstände von der Öl gewinnung aus Ölsaaten, haben für die Land wirtschaft als Futtermittel außerordentliche Be deutung, da sie neben erheblichen Mengen Fett meist hohe Gehalte an Stickstoffsubstanzen und an Kohlenhydraten aufweisen. Ihr Wert hängt neben dem Nährstoffgehalt von der Verdau lichkeit und der Abwesenheit schädlicher Be standteile ab und sollte bei jeder Lieferung durch eine Analyse kontrolliert werden. Als wichtigste Ö. des Handels sind zu nennen: Baumwollsamenkuchen, aus ungeschälten und geschälten Samen, Bucheckernkuchen, Candle- nutskuchen, Kokoskuchen, Erdnußkuchen, Hanf kuchen, Kürbiskernölkuchen, Leindotterkuchen, Leinkuchen, entöltes Leinmehl, Madiakuchen, Maiskeimölkuchen, Mandelölkuchen, Mohn kuchen, Olivenkernkuchen, Palmkernmehl ent ölt, Palmölkuchen, Rapskuchen, Rapsmehl ent ölt, Sesamkuchen, Sonnenblumcnkuchen, Wal nußkuchen. Olsäure (Oleinsäure, Elainsäure, lat. Aci dum oleinicum, frz. Acide oleinique, engl. Oleic acid), eine in den meisten tierischen und pflanz lichen Fetten und nichttrocknenden Ölen als Triglyzerid enthaltene organische Säure, wird in großer Menge bei der Herstellung der Stearinkerzen als Nebenprodukt erhalten und in noch unreinem Zustande unter dem un richtigen Namen Olein oder Elain für die Zwecke der Seifenfabrikation und als Putz mittel für Metalle in den Handel gebracht. Die vollständig gereinigte Ö. ist eine färb- und ge ruchlose ölige Flüssigkeit von der Formel C 18 H m 0 2 , die bei -j-4 0 zu einer weißen kristalli nischen Masse erstarrt und erst bei 14 0 wieder schmilzt. In Wasser ist sie fast unlöslich, löst sich hingegen in Alkohol und kristallisiert aus dieser Lösung in langen Nadeln. Für sich ist die Ö. nicht flüchtig, geht aber mit stark er hitzten Wasserdämpfen über. Die rohe Ö. wird in Fässern versandt. Öltuch ist ein mit Ölfirnis oder Harzlösungen getränktes, wasserdichtes Leinen- oder Baum wollengewebe, das als Verpackungsmaterial be nutzt wird. Ofener Bitterwasser, sehr konzentrierte natür liche Auflösungen von Natrium- und Magne siumsulfat, von denen das Hunyady-Janos B., Ai;pad-B. und Mattonis B. besondere Ver breitung gefunden haben. Okubawachs, eine Art Pflahzenwachs, das im deutschen Handel nur selten anzutreffen ist, wird aus den Früchten verschiedener atn Ama zonenstrome wachsender Bäume der Gattung Myristica, namentlich von Myristica Ocuba sowie von M. sebifera und M. officinalis gewonnen. Die Früchte liefern ungefähr^ 18 o;» Wachs, das sich beim Auskochen mit Wasser an der Oberfläche ansammelt. O. ist weicher als Bienenwachs, in kaltem Alkohol unlöslich, völlig löslich in siedendem Alkohol und in Äther. Es schmilzt bei 36,5° und hat ein spez. Gew. von 20