Styptizin 434 Süßholz Bish = das Gift, und wird von den Ein geborenen zur Bereitung des Pfeilgiftes benutzt. Eine japanische Art (Tsaou-woo), die sich durch ganz besondere Giftigkeit auszeichnet und von Aconitum japonicum abstammt, darf an statt der gewöhnlichen nicht verwandt werden. Sie dient in Europa lediglich zur Darstellung des Akonitins, das neben einem besonderen Alkaloid, Japakonitin, reichlich in ihnen enthalten ist. Verwendung finden die Akonitwurzeln in der Medizin als Auszug, Extrakt und Tinktur, z. B. bei Gelenkrheumatismus, Neuralgie usw., doch verordnet der Arzt der sicheren Wirkung halber meist das Akonitin (s. d,). Styptizin, das salzsaure Salz des Kotarnins, das durch Oxydation des Narkotins (s. d.) ent steht, ein gelbes Kristallpulver von der Formel C 12 H 13 NO s . HCl, findet medizinische Anwem düng, besonders in der Frauenheilkunde. Succineine. sind Xanthenfarbstoffe, die sich beim Verschmelzen von Bemsteinsäure mit Di- alphyl-m-aminophenolen bilden. Der hauptsäch lichste Vertreter, das Rhodanin S, entsteht aus Dimethyl-m-aminophenol und hat die Formel eines Pyronins, in welches an Stelle der CH- Gruppe der Bernsteinsäureester C . (CH) 2 . COOH eingetreten ist. Succus ist die lateinische Bezeichnung für Saft, oder, wenn eingedickt (Succus inspissatus), Mus. Im Handel finden sich gewöhnlich fol gende Säfte; S. citri, Zitronensaft, S.. dauci, Möhrensaft, S. ebuli, Attichmus, S. juniperi, Wacholdersaft, Wacholdermus, S. liquiritiae seu glycyrrhizae, Lakritzensaft. — Vergleiche wegen der näheren Beschreibung die einzelnen Auf sätze. Sudan. Diesen Namen führen verschiedene Teerfarbstoffe: Sudan I, ein ziegelrotes, in Al kohol lösliches Pulver, dient zum Färben von Spi rituslacken und besteht aus Anilinazobetanaph- tol. — Sudan II, ein braunrotes, in Wasser un lösliches, in Alkohol lösliches Pulver, wird wie S. I verwandt und besteht aus Xylidinazobeta- naphtol. — Sudan III, ein braunes Pulver, ist in Wasser unlöslich, in Alkohol löslich und besteht aus Amidoazobenzolazobetanaphtol. •— Sudan G, ein braunes Pulver, das in heißem Wasser teil weise mit gelber Farbe, leichter in Alkohol lös lich ist, besteht aus Metadioxyazobenzolanilin- azoresorzin. — Sudanbraun, ein braunes, in Wasser nicht, wohl aber in Alkohol lösliches Pulver, wird zum Färben von Seifen benutzt und besteht aus Alphanaphtylaminazoalphanaphtol.— Sudanrot ist identisch mit Magdalarot (s. d.). Süßholz (Süßholzwurzel, lat. Radix liqui ritiae seu Radix glycyrrhizae, frz. Racine de röglisse, engl. Liquorice root) stammt vop ver schiedenen Glyzyrrhiza-Arten, die im Mittel meergebiet, in Südosteuropa und Vorderasien hei misch sind und in einer ganzen. Reihe von Län dern, hauptsächlich Spanien, Südfrankreich, Süd deutschland, Italien, Ungarn, Mähren, Südruß land, China und Nordamerika angebaut werden. Die Süßholzpflanze gehört zu der Familie der Schmetterlingsblütler und ist in den ober irdischen Teilen krautig. Die Blätter sind un paarig. s—8 fach gefiedert mit stachelspitzigen Fiedern, die Blütentrauben kürzer als die Blätter, die Hülsen wenigsamig und kurz. Die ausdauernde Wurzel besitzt zahlreiche lange Ausläufer mit schuppigen Niederblättern, aus deren Achseln neue Schößlinge entstehen. — Im Handel unter scheidet man besonders zwei Sorten, das spa nische und das russische S. —• Das spani sche S. (lat. Radix liquiritiae hispanica seu glabra), von Glycyrrhiza glabra L., besteht vorwiegend aus Ausläufern, während die eigent lichen Wurzeln in den Ursprungsländern selbst auf Süßholzsaft verarbeitet werden. Die Pflanze treibt einen bis i m langen und 2,5 cm dicken, senkrecht in die Erde dringenden Hauptstamm, der selten Äste, aber zahlreiche lange, horizon tal verlaufende Ausläufer hat. Diese sind hier und da mit Stengelknospen besetzt und unter scheiden sich außerdem von den Wurzeln durch die Gegenwart eines ziemlich schwachen Markes. Das spanische S.,, das übrigens nicht nur qus Spanien, sondern auch aus Frankreich, Süd deutschland usw. stammt, bildet meist finger dicke Stäbe von 6—9 cm Länge, graubrauner runzeliger Oberfläche und gelbem, faserig zähem .Holzkörper. Es schmeckt süß, hintennach etwas kratzend, kommt ungeschält in den Handel und ist so schwer, daß es in Wasser untersinkt. Das in Spanien selbst gebaute S. unterscheidet man in zwei Hauptsorten, ka- talonisches S. von Tortosa und S. von Alikante, die beide in Ballen von 35—40 kg über franzö sische Häfen eingeführt werden. Das in Deutsch land (Gegend von Bamberg und Schweinfurt) und. Mähren gebaute S. ist dem in Spanien gewonne nen ähnlich, aber dünner und von blässerem Gelb. Es kommt .teilweise, in längliche Kränze gebunden, in den Handel, während die Haupt menge an Ort und Stelle auf Extrakt verarbeitet wird. Das mährische S. wird im Lande selbst verbraucht. Französisches S. ist in der Regel 1 spanische, über Frankreich gegangene Ware, da dieses Land selbst noch viel S. zur Extrakt bereitung einführt. Italienisches S. kommt nicht in den Handel, wird vielmehr auf Extrakt ver arbeitet. Unter der Bezeichnung spanisches S. geht endlich auch aus Kleinasien und Nord amerika stammende Ware. — Das russische S. (lat. Radix liquiritiae russica, echinata seu mun- data), von Glycyrrhiza glabra, var. glandulifera, besteht aus Wurzeln und Ausläufern und ist die allein offizineläe Droge des deutschen Arznei buches. Die Pflanze bildet eine bis 2 m hohe Staude, ist im südlichen Rußland, in Ungarn, Galizien, Armenien und Persien heimisch und wird besonders im südlichen Rußland für den Handel angebaut. Im Gegensatz zu der spani schen Süßholzpflanze ist sie drüsig behaart. Das russische S., das von Petersburg in Ballen von 75—100 kg, mit Lindenbastmatten umgeben, zu uns gelangt, bildet dicke, oft gespaltene Wurzel stücke oder auch Ausläufer, die geschält in den Handel kommen. Das Holz ist sehr faserig, strahlig zerklüftet und besitzt neben einem helle ren Gelb ein lockereres Gefüge als das spanische S. Infolge seiner größeren Leichtigkeit schwimmt es auf Wasser. Der Geschmack des russischen S. ist süß, ohne kratzenden Nachgeschmack. — Apotheker und Drogisten beziehen das S- größtenteils von Großhandlungen in geschnitte nem Zustande. Ebenso wird das Pulvern des S. von diesen besorgt, da sich die faserige Wurzel