Dritter  Teil.

Die  zu  gründende  Zentralbank.  Erörterung,
Thesen  und  Vorschläge.

Wenn  wir,  die  Geschichte  und  die  gegenwärtige  Lage  der
Zentralbankfrage  überblickend,  über  die  Grundelemente  ins
Klare  zu  kommen  suchen,  auf  welche  sie  zurückzuführen
ist,  so  erkennen  wir,  dafs  sich  alle  Debatten  um  zwei
Punkte  gedreht  haben  und  auch  fernerhin  drehen  werden.  Es
handelt  sich
einerseits  um  die  Beziehungen  des  Zentralinstitutes  zum
Staat,
andererseits  um  seine  Stellung  zur  bisherigen  Ordnung.
Die  erste  Frage  lautet:  Aktienbank  oder  Staatsbank?
Sie  ist  teilweise  eine  soziale.  —  Die  zweite  Frage  lautet:
Inwieweit  inufs  auf  die  bestehenden  Banken,  speziell  auf  die
Kantonalbanken  und  überhaupt  auf  das  kantonale  Element,
Rücksicht  genommen  werden?  —  Hier  spielen  politische
und  staatsfinanzielle  Momente  mit.
Wir  haben  nun,  um  schliefslich  das  ganze  Problem  beurteilen, ­
  die  vorgeschlagenen  Lösungen  prüfen  und  eventuell
selbst  Vorschläge  machen  zu  können,  volle  Klarheit  über
diese  beiden  Punkte  zu  gewinnen  und  zu  jedem  Stellung  zu
nehmen.

1.  Staatsbank  «der  Aktienbank.
Staatsbank  oder  Aktienbank?  —  Suchen  wir  die
Argumente  zusammenZufassen,  welche  im  Laufe  der  Debatten
zu  Gunsten  der  einen  und  der  anderen  Form  geltend  gemacht
worden  sind.  Von  staatsbankfreundlicher  Seite  wurde  in  der
Hauptsache  folgendes  angeführt:
Die  öffentlich-rechtliche  Natur  der  Banknotenausgabe  ist
durch  die  schweizerische  Gesetzgebung  bereits  faktisch  anerkannt ­
  worden,  indem  das  ausschliefsliche  Emissionsrecht  dem
Bunde  zugestanden  wurde.  Es  wäre  nun  unlogisch,  wenn  der
Staat  dies  mühsam  erworbene  Recht  wieder  in  Privathände  gäbe.