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XXI  1.

ausgerüstet.  Das  System  der  Aktienbank  bat  sich  seit  lange
bewährt.  Da  man  solche  Muster  wie  die  Bank  von  England,
die  Bank  von  Frankreich,  die  Bank  von  Belgien  etc.  vor
Augen  hat,  was  sucht  man  mehr?  Warum  will  man  sich  in
Abenteuer  stürzen  und  ein  gefährliches  Experiment  machen
wollen  ?
Man  hat  eben  einen  unausgesprochenen  Zweck  :  die  sozialistischen ­
  Hintergedanken  von  vielen  Verfechtern  der  Staatsbank ­
  sind  von  ernster  Bedeutung.  Die  sozialistische  Partei
setzt  grofse  Hoffnungen  auf  das  staatliche  Kreditinstitut;  sie
gedenkt  mittelst  desselben  ihre  Theorien  durchzuführen,  und
es  würde  ihr  in  der  Tat  möglich  sein.  Hätte  man  selbst
prinzipiell  nichts  gegen  die  kollektivistischen  Theorien,  so
sollte  man  aus  banktechnischen  Gründen  einen  Mifsbrauch  der
Bankmittel  fürchten,  nämlich  ihre  Festlegung.
Man  soll  ferner  auf  die  Rechtsstellung  einer  Staatsbank
im  Kriegsfälle  Rücksicht  nehmen.  Ihr  Vermögen  ist  als  staatliches ­
  Eigentum  dem  Zugreifen  eines  Invadenten  unbedingt
unterworfen,  während  das  eines  Privatinstitutes  ihm  völkerrechtlich ­
  entzogen  ist.  Ist  das  letztere  in  der  Praxis  auch  nicht  völlig
gesichert,  so  läuft  es  viel  weniger  Gefahren.  Das  Prinzip,  dafs
der  Krieg  zwischen  den  Staaten  und  nicht  zwischen  den
Privaten  geführt  wird,  dringt  immer  mehr  in  das  allgemeine
Bewufstsein  ein,  und  wird  in  seinen  Konsequenzen  immer
strenger  beobachtet.  (Präcedenzfall  mehrerer  Filialen  der
Bank  von  Frankreich  im  deutsch  -  französischen  Kriege  von
1870—1871.)  Im  günstigsten  Falle  rettet  eine  Staatsbank  ihre
Mittel  in  aller  Eile;  dagegen  hat  eine  Privatbank  alle  Aussicht, ­
  ihre  Tätigkeit  ungestört  fortzusetzen.  Dieses  Argument
des  Kriegsrisikos  ist  in  einer  Diskussion  des  deutschen  Reichstages ­
  über  denselben  Gegenstand  schwer  in  die  Waagschale  gefallen. ­
  Deutschland  ist  doch  weniger  einer  Invasion  ausgesetzt
als  die  kleine  Schweiz.
Es  sind  endlich  Rücksichten  der  Billigkeit  gegenüber  den
bisherigen  Notenbanken  zu  beachten.  Man  soll  sie  in  irgend
welcher  Weise  an  der  Zentralbank  beteiligen,  was  bei  einer
dotierten  Staatsbank  nicht  möglich  wäre;  man  soll  sie  enger
mit  der  neuen  Schöpfung  verknüpfen  und  ihnen  den
materiellen  Grund  benehmen,  derselben  feindselig  gegenüber
zu  stehen.
Dies  sind  die  Hauptargumente,  welche  in  den  bisherigen
Kämpfen  auf  beiden  Seiten  ins  Feld  geführt  worden  sind
und  sich  wahrscheinlich  in  der  Zukunft  gleich  bleiben  werden.
Es  drängt  sich  nun  gleich  die  Frage  auf:  Was  sollen  wir
von  denselben  denken?  Inwiefern  sind  sie  stichhaltig?  W T elche
sollen  wir  für  die  ausschlaggebenden  halten  ?  —  Versuchen  wir
also,  unsere  Ansichten  über  die  einzelnen  Punkte  und  die