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Verteuerung  des  Kredits  veranlafst.  Und  das  ist  natürlich
nicht  aus  Rücksicht  auf  die  Aktionäre,  um  welche  man  sich
nicht  einmal  kümmert,  sondern  auf  die  Erhaltung  der  Landeswährung ­
  geschehen.  Denn  das  steht  fest,  es  wird  nie  möglich ­
  sein,  dafs  die  Zentralbank  die  Metallreserve  des  Landes
schütze  und  zugleich  gewöhnlich  einen  billigeren  Kredit  als
die  privaten  Diskontobanken  auf  dem  offenen  Markte  gewähre.
Soll  die  Zentralbank  dem  Gemeinwohle  dienen,  so  mufs
sie  in  erster  Linie  ihre  eigene  Stellung  stark  erhalten.  Die
Landwirte  dürfen  deshalb  auch  nicht  auf  günstigere  Diskontbedingungen ­
  seitens  einer  staatlichen  Notenbank  rechnen,
die  sich  ja  ebensowenig  wie  eine  private  der  Gefahr  aussetzen
darf,  durch  langfristige  Darlehen  ihre  Zahlungsfähigkeit  zu
gefährden.  Der  schweizerische  Bundesrat  hat  selbst  erkannt,
dafs  der  Glaube,  die  Staatsbank  würde  im  stände  sein,  den
Hypothekenschuldnern  billigeren  Kredit  als  den  üblichen  zu
verschaffen,  in  das  Reich  der  unerfüllbaren  Utopien  verwiesen
werden  müsse 8 .
So  beschränkt  auch  naturgemäfs  die  Aussichten  auf  Erfolg
nach  dieser  Richtung  blieben,  so  hat  sich  die  Bank  von
Frankreich,  um  zu  ihr  zurückzukommen,  mehr  als  die  Reichsbank ­
  bemüht,  den  „Crddit  Agricole“  zu  entwickeln.  Wie  ihre
Tätigkeit  den  kleineren,  wenig  begüterten  Leuten  mehr  als
den  vornehmen  Finanzmännern  zu  gute  kommt,  zeigt  weiter
die  Tatsache,  dafs  sie  Wechsel  bis  zum  rechtmäfsigen  Betrage
von  5  Frk.  diskontiert.  Es  wurden  zum  Beispiel  1897  bei
der  Bank  und  ihren  Filialen  22  910  Wechsel  von  10  Frk.  und
darunter,  868  850  von  11  bis  50  Frk.  (15,2  °/o  aller  diskontierten
Wechsel)  diskontiert.  Ein  Drittel  der  diskontierten  Wechsel
betrug  100  Frk.  und  darunter.  Die  Durchschnittsgröfse  der
Wechsel  erreichte  nicht  650  Frk.  Dagegen  beträgt  sie  bei
der  deutschen  Reichsbank  1000—2000  Mk.  —  Endlich  ist
der  Umstand  nicht  ohne  Bedeutung,  dafs  die  Bank  von  Frankreich, ­
  aus  Rücksicht  auf  die  unteren  Klassen  der  Bevölkerung,
Noten  a  50  Frk.  emittiert,  während  die  Reichsbank  —  was  sich
allerdings  durch  das  Vorhandensein  der  Reichskassenscheine
teilweise  erklären  läfst  —  Notenstücke  im  Minimalbetrage  von
100  Rm.  (123,45  Frk.)  ausgibt,  welche  selten  in  die  Tasche
der  ärmeren  Leute  kommen.
Es  ergibt  sich  also,  dafs  die  unter  Mitwirkung  von
Privaten  verwaltete  Bank  von  Frankreich  vielfach  einen  weniger
aristokratischen  Charakter  aufweist  als  die  unter  ausschliefslich

8  Da  total  ausgeschlossen  ist,  dafs  die  Bank  Hypothekaranlagen
mittels  der  Girogelder  oder  der  Banknoten  bewerkstelligen  könnte,
und  infolgedessen  Hypothekaranlagen  eine  Obligationenschuld  bedingen
würden,  so  könnten  die  entliehenen  Gelder  nicht  billiger  ausgelienen
werden,  als  wie  sie  selbst  verzinst  werden  müssen.  Siehe  Botschaft
vom  23.  Oktober  18  94.  S.  32—33.