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XXI  1.

nicht  aufgehoben,  sondern  die  Bedingungen  seiner  Ausübung
in  der  Weise  erschwert  worden,  dafs  es  allmählich  aufgegeben
werden  mufste.  Kein  Monopol  ist  gewaltsam  aufgedrängt
worden.  Keine  Zentralbank  in  einem  Stücke  geschaffen  worden.
Man  brauchte  es  ja  nicht;  eine  solche  hatte  sich  mit  der  Zeit,
dem  wachsenden  politischen  Einflufs  Preufsens  entsprechend,
von  selbst  herausgebildet.  Die  Gründung  der  Reichsbank
bedeutete  nur  eine  Überschriftsänderung.  Das  neue  Institut
war  nur  die  Fortsetzung  der  bereits  zwei  Drittel  der  Notenzirkulation ­
  beherrschenden  und  zum  Übergewicht  gelangten
früheren  „Preufsischen  Bank“;  mit  Privatkapital  ausgerüstet 11
und  durch  Staatsbeamte  verwaltet  ist  sie  nach  wie  vor
geblieben.
In  Frankreich  ist  wohl  1848  das  damals  auf  Paris  beschränkte ­
  Monopol  der  Banque  de  France  auf  einmal  auf
ganz  Frankreich  erweitert  worden.  Aber  erstens  ist  diese
Mafsregel  in  der  Revolutionszeit  getroffen  worden,  und  zweitens
eignete  sich  ein  politisch  völlig  und  ökonomisch  vielfach
zentralisiertes  Land  wie  das  betreffende  ungleich  besser  als
andere  für  ein  solches  System;  drittens  hatte  die  Bank  schon
lange  vorher  eine  dominierende  Stellung  eingenommen;  viertens,
weit  davon  entfernt,  mit  der  Vergangenheit  „tabula  rasa“  zu
machen,  hat  man  die  vorhandenen  Elemente  benutzt,  indem
die  ihres  Notenrechtes  beraubten  Provinzialbanken  zu  Filialen
der  Monopolbank  gemacht  wurden.
In  Spanien,  wo  die  gesetzliche  Bankeinheit  im  Jahre  1874
eingeführt  worden  ist,  haben  sich  ähnlicherweise  die  meisten
früheren  Provinzialbanken  mit  der  übrigens  bereits  dominierenden ­
  Bank  von  Spanien  fusioniert.
In  Italien  vollzieht  sich  die  Zentralisierung  nur  allmählich,
meistenteils  auf  dem  Wege  von  Verschmelzungen.  Es  bestehen ­
  heute  nur  noch  drei  Banken,  unter  denen  die  Ban  ca
d’  Italia,  die  bereits  über  70°/o  der  Notenemission  in  den
Händen  hat  und  die  leitende  Rolle  einnimmt,  allem  Anschein
nach  schliefslich  das  Monopol  erlangen  wird.
In  anderen  Ländern,  wie  Österreich,  Niederlande,  Norwegen ­
  ,  Dänemark  u.  s.  w.,  fällt  entweder  die  Gründung  der
Monopolbank  in  eine  Zeit,  wo  das  Notenbankwesen  noch
relativ  wenig  entwickelt  war,  oder  ist  das  Monopol  einem
schon  einflussreichen,  bereits  faktisch  als  Zentralbank  fungierenden ­
  Institute  verliehen  worden.
Was  endlich  Schweden  betrifft,  wo  sich  eben  das  Einziehen ­
  der  Noten  von  27  „Enskilda  Banken“  vollzieht,  ist
folgendes  zu  bemerken:

11  Preufsen  war  nur  mit  1,9  Mill.  Thlr.  an  dem  zuletzt  20  Mill.
Thlr.  betragenden  Kapital  beteiligt.