8 Einleitung. Neben diesem großen Vorzüge weist der Ringofen noch eine große Leistungsfähigkeit auf. Der zweite Ofen mit ununterbrochenem Brande ist der Etagen ofen von Dietzsch. Dieser Ofen besteht aus vier Abteilungen: dem Schürherd, dem Vorwärmer, dem Schmelz- und dem Kühl raume. Der letztere dient zur Aufnahme des gebrannten Zementes. , Über ihm befindet sich der Schmelzraum, in dem die Rohmasse bis zur Sinterung gebrannt wird. Er ist oben gewölbt und mündet in einen Kanal, in dem das Feuer nach dem Vorwärmer abzieht. In diesem Kanäle befindet sich auch der Schürherd. Ist der obere Inhalt des Schmelzraumes gar, so wird aus dem Kühlraume soviel fertiger Zement entfernt, als oben sinken soll; dadurch wird ein Teil des Schmelzraumes frei, in den nun durch die Feuertüren über dem Schürherd Brennmaterial nachgeschüttet wird, während die im Vorwärmer vorgeglühte Masse mit eisernen Hacken nachgezogen und über die Fläche des Schmelzraumes verebnet wird. Wir sehen also, daß auch bei diesem Ofen das Prinzip, die erzeugte Wärme möglichst auszunutzen und dadurch an Brennmaterial zu sparen, angewendet ist. Für ein Faß sind 23—27 kg Kohlen erforderlich 1 . Hermann Schmidt in Bonn hat noch einige Verbesserungen an dem Etagen ofen vorgenommen, um das Herausschlagen der Flammen aus den Feuertüren zu verhindern. Dieser Ofen hat wohl unter allen Ofenarten die weiteste Verbreitung gefunden und ist dem etwas älteren Ringofen ein erfolgreicher Konkurrent gewesen. Aus der Praxis hat sich ergeben, daß sich für gewisse Verhältnisse der Etagenofen, für andere der Ringofen besser eignet. Das modernste aller Ofensysteme ist der Drehrohrofen, der am meisten dem Grundsätze: Verkürzung des Fabrikationspro zesses und möglichste Vermeidung jeglicher Handarbeit gerecht wird. Die soeben beschriebenen kontinuierlich arbeitenden Öfen erfordern eine Brenndauer von 8—20 Stunden; hierzu kommt noch die Zeit, welche auf das Verziegeln und die meist noch 1 HeusiDger v. Waldegg, S. 206.