Begriffserklärung der verschiedenen Arten hydraulischer Bindemittel usw. H Kohlenverbrauch ist also größer als bei den erstgenannten Ofen, doch ist dabei zu bedenken, daß das Brennen im Drehofen ganz bedeutend schneller vor sich geht und außerdem nur sehr wenig Arbeiter gebraucht werden; es genügen für je zwei Öfen vier Mann pro Schicht b Ist der Zement fertig gebrannt und gekühlt, so bleibt nur das Zerkleinern bis zur Mehlfeinheit übrig, um ihn zum Versand fertig zu machen. Er wird zunächst vorgebrochen, dann fein geschrotet und schließlich zu einem ganz feinen Mehl vermahlen. Das fertige Produkt wird in Silos bis zum Versande aufgespeichert; dieses Lagern hat noch den Vorteil, auf die Volumenbeständigkeit günstig einzuwirken. Die Vorzüge des Portlandzementes vor anderen Mörtelstoffen bestehen zunächst darin, daß er beim Lagern sehr haltbar ist. Er besitzt ferner eine sehr starke Erhärtungsfähigkeit und erlangt im Wasser und an der Luft sehr bald eine sehr große Festigkeit, während andere Bindemittel sehr viel länger dazu brauchen, wenn sie überhaupt einen so hohen Grad von Festigkeit erreichen. Daher kann dem Zement auch mehr Sand zugesetzt werden als anderen Mörtelstoffen. Im Vergleiche zu anderen hydraulischen Bindemitteln in gleichfeinem Zustande besitzt er eine größere Festigkeit, Wasserdichtigkeit und Haftfähigkeit am Steine. Wenn man die Feinheit der Mahlung bei dem Vergleiche nicht berück sichtigt, so überragt er andere Mörtelstoffe mit derselben Zug festigkeit an Druckfestigkeit. Gegen äußere Einflüsse ist er am widerstandfähigsten, er weist eine große Volumenbeständigkeit und Wetterfestigkeit auf. Muß man Arbeiten bei Frost aus führen, so verwendet man am sichersten Mörtel aus Portland zement. Frülier wurde Portlandzement hauptsächlich nur für Wasser bauten angewendet, während heute wohl ein sehr großer Teil der Produktion bei Hochbauten verbraucht wird. Wird doch heute bei fast allen Bauten dem Kalkmörtel etwas Zement zu- 1 Heusinger v. Waldegg, S. 214.