28 Die Entwicklung der deutschen Portland-Zementindustrie usw. bände gründeten, soweit das nicht schon vorher geschehen war. In Berlin wurde eine Konvention gebildet, ferner wurde der nordwestmitteldeutsche Verband geschaffen und auch im unter elbischen Gebiete wurde mit den Außenseitern eine Einigung über die Preise erzielt. Alle Verbände schlossen untereinander Verträge über die Preise in den gemeinsamen Absatzgebieten ab, denen sich auch die Stettiner Fabriken anschlossen, die keinen Verband unter sich gegründet hatten, so daß nun die ganze deutsche Portland-Zementindustrie geeint war. Erst da durch war es möglich, der Preisschleuderei ein Ziel zu setzen und die günstige Konjunktur von Anfang an auszunützen. Mit dem Jahre 1896 kommen die Konventionen voll zur Geltung und die gute Konjunktur steigert sich weiter, um 1899 ihren Höhepunkt zu erreichen. Der Bedarf war zeitweise so groß, daß er nur mit aller Anstrengung befriedigt werden konnte, in einzelnen Gebieten konnten teilweise nicht alle Aufträge ange nommen werden. Infolgedessen gingen die Preise fortwährend in die Höhe, so daß überall dort, wo nicht wie in Schlesien und Süddeutschland der Verband denVerkauf in der Hand hatte, die Konventionspreise nur auf dem Papiere standen, tatsächlich wurden höhere erzielt. Es wären also Ende der 90 er Jahre auch ohne die Verbände ebenso günstige Ergebnisse erzielt worden, wie es wirklich der Fall war, denn da alle Fabriken vollauf zu tun hatten, um der Nachfrage überhaupt genügen zu können, war eine zu große Produktion und ein gegenseitiges Unterbieten nicht möglich. Da in allen Industrien die Produktion vergrößert wurde, trat zeitweise Arbeitermangel ein, der es manchen Zement fabriken unmöglich machte, ihre Produktionsfähigkeit voll aus zunützen. Hierzu kam noch, daß im Jahre 1897 verboten wurde, russische und galizische Arbeiter in der Industrie zu beschäftigen, wodurch es noch schwieriger wurde, sich die nötigen Arbeitskräfte zu verschaffen. Die Löhne stiegen daher dauernd; auch die Kohlen und die anderen Brennmaterialien wurden teurer, doch wurde dieses durch die guten Preise und den großen Absatz reichlich wieder ausgeglichen, zumal sich die Gestehungskosten für das