Die Struktur der Kartelle. 47 westfälischen Syndikate und der süddeutschen Verkaufsstelle. Darnach tritt diese dem Lieferungsvertrage, den das rheinisch westfälische Syndikat mit seinen Gesellschaftern geschlossen hat, mit einer bestimmten Beteiligungsziffer bei, jedoch nur für den Gesamtversand des Syndikats in dessen Gebiete. Im übrigen dürfen die Werke beider Verbände keinen Zement in die gegen seitigen Gebiete liefern. Die Verkaufsstelle erhält einen Sitz im Aufsichtsrat des Syndikats und ein Stimmrecht in seiner General versammlung nach Maßgabe der Beteiligungsziffer. Der Vor sitzende des Syndikats hat in den Aufsichtsratssitzungen der Verkaufsstelle beratende Stimme. Dieselben Bestimmungen finden wir in dem Vertrage zwischen der süddeutschen Verkaufsstelle, dem rheinisch-westfälischen und dem belgischen Syndikate. Die beiden deutschen Verbände sind mit einer bestimmten Absatzquote an dem belgischen beteiligt, der sie genau so zu behandeln hat wie seine Mitglieder. In das Gebiet der beiden deutschen Syndikate und solcher, die sich ihnen gegenüber verpflichtet haben, keinen Zement nach Belgien zu liefern, darf das belgische nicht verkaufen. Für den Absatz in Holland, das keine eigene Zementproduktion besitzt, haben die drei Syndikate die Handelsgesellschaft „Vereinigte Deutsch- Belgische Zementfabriken“ geschaffen, die den Verkauf für sie besorgt, an dem sie mit bestimmten Prozentsätzen be teiligt sind. Die Vor- und Nachteile, sowie die Wirkungen der verschiedenen Arten der Kartelle, die wir soeben kennen gelernt haben, sind in Fachschriften eingehendst behandelt worden und müssen hier als bekannt vorausgesetzt werden. Hier kommt es nur darauf an, festzustellen, welchen Einfluß diese Eigenschaften der ver schiedenen Verbände auf das Gedeihen der Zementindustrie gehabt haben. Diese Betrachtung ist aber von der der Ent wicklung der Zementindustrie untrennbar, die in dem letzten Jahrzehnt vollständig von dem Stande der Kartellierung abhängig gewesen ist. Ihr wollen wir uns daher jetzt zuwenden.