Die Entwicklung der deutschen Zementindustrie usw. 51 4* 1904: 70,62 »/o 1 , 1905: 49,87 6 /o 1 2 , 1906: 66,59 °/o 3 4 * und 1907: 63,4 0 ./o* des Kontingents abgesetzt werden. Die übrigen Gruppen waren besser, zum Teil sogar sehr gut beschäftigt, doch hätten die rheinisch westfälischen Werke bei freier Konkurrenz einen viel größeren Druck auf Süd-, Mittel-Deutschland, Hannover und Unterelbe ausgeübt, der sich naturgemäß weiter nach Osten, auf Berlin, Stettin und Schlesien hätte fortpflanzen müssen. Das Verhältnis zum Auslande war in der damaligen Zeit im ganzen nicht be sonders günstig, wenn auch 1907 durch das Erdbeben in San Franzisko ein starker Export nach Amerika hervorgerufen wurde. Was die Beziehungen zu den Nachbarländern betrifft, so haben auch hier wieder die Verbände der Zementindustrie viel Segen gebracht, da es durch sie möglich wurde, durch Verträge eine allzu große ausländische Konkurrenz zu verhindern. Die gute Konjunktur der Jahre 1906 und 1907 hielt nicht lange an. Kaum hatte sich die deutsche Zementindustrie von den Wunden der letzten Krise erholt und wieder guten Absatz und gute Preise und daher auch guten Gewinn erzielt, so tauchten auch schon wieder Pläne für Neugründungen auf, die in den nächsten Jahren auch ausgeführt wurden. So waren im rheinisch westfälischen Syndikate 1908 26, 1909 dagegen schon 35 Werke vereinigt ®. In Schlesien wurden 3 Fabriken errichtet, und auch die anderen Gruppen blieben von neuen Werken nicht verschont. Dazu kam, daß die allgemeine Konjunktur und besonders die des Baugewerbes nach 1907 wieder abflaute, wobei der hohe Geldstand in der zweiten Hälfte dieses Jahres eine große Rolle spielte. In der Bautätigkeit kam dies nicht sofort zur Geltung, da die begonnenen Bauten noch zu Ende geführt wurden, so daß der Absatz für Zement in dem 1. Semester 1908 noch gut war, dann aber merklich nachließ. Es folgte ein Kampf mit den 1 Jahresbericht der Handelskammer Münster 1904, S. 103. 2 A. a. O. 1905, S. 81. 3 A. a. O. 1906, S. 103. 4 A. a. O. 1907, S. 113. 6 A. a. 0. 1908, S. 119.