Die deutsche Portland-Zementindustrie in ihrem Verhältnisse zum Auslande. B ei unserer Betrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Zementindustrie haben wir gesehen, daß bei ihr seit über zehn Jahren die Gesamtproduktionsfähigkeit den ge samten Bedarf im Inlande weit übersteigt. Daraus geht hervor, daß sie die Ausfuhr unmöglich entbehren kann, ja daß diese im Gegenteil für sie eine äußerst wichtige, wenn nicht eine Lebens frage geworden ist. Die Größe und Rentabilität der Ausfuhr hat auch einen großen Einfluß auf das Verhältnis von Pro duktion und Bedarf und daher die Preise im Inlande ausgeübt. Außerdem kommt es aber auch noch darauf an, in welchem Maße das Ausland durch Einfuhr auf dem deutschen Markte Konkurrenz macht. Nachdem die deutsche Zementindustrie aus den Kinderschuhen herausgewachsen war und den Inlandsbedarf allein decken konnte, verdrängte sie zunächst die englische Ware vollständig; darauf fing sie bald an, auch nach dem Auslande Zement zu versenden und fand gute Absatzgebiete in Rußland, Österreich-Ungarn, der Schweiz, Belgien, Holland, den nordischen Ländern und in überseeischen Gebieten, wo die Vereinigten Staaten von Nord amerika stets ihre Hauptabnehmer waren. Doch ebenso wie die englische Zementindustrie ihr ehemals bedeutendes Absatzgebiet in Deutschland verloren hatte, so erging es später auch den deutschen Fabriken mit ihren Ausfuhrländern. Auch hier ent stand allmählich eine eigene Industrie, die die deutsche Ware immer mehr verdrängte. Begünstigt wurde diese Entwicklung noch dadurch, daß fast alle Nachbarstaaten hohe Zölle auf die 1