Die deutsche Portland-Zementindustrie in ihrem Verhältnisse zum Auslande. 75 in Tschischltowitz in Böhmen, die andere in Golleschau in Österreichisch-Schlesien errichtet wurden, die in erster Linie für den Absatz nach Deutschland berechnet waren. In den anderen Nachbarländern blühte die Zementfabrikation auch immer mehr auf; unter dem Schutze der hohen Zölle konnte diese Entwicklung ungestört vor sich gehen, das gute Gedeihen der ersten Fabriken gab den Anreiz zu immer weiteren Gründungen. Natürlich war in den letzten Jahren vor der Jahrhundertwende die allgemeine wirtschaftliche Hochkonjunktur der Hauptgrund für das rapide Wachsen auch im Auslande, daneben ermutigten auch noch die sehr guten Erträgnisse der deutschen Fabriken zu Neugründungen. So kam es, daß schon 1898 die Einfuhr aus Rußland und der Schweiz größer war als die Ausfuhr dorthin; dasselbe trat im Jahre darauf im Verkehr mit Österreich ein, während früher die deutsche Ausfuhr nach diesen Ländern wie überall hin die Einfuhr bedeutend überwogen hatte. Das gilt jedoch nicht für das Verhältnis von Österreich zu den schlesischen Fabriken. Zwar wuchs auch die österreichische Einfuhr in das schlesische Absatzgebiet, doch der Versand der schlesischen Werke nach Österreich war noch bei weitem größer, ging aber auch zurück. Das Überwiegen der österreichischen Einfuhr kommt also auf das Konto Süddeutschlands. Die Statistik aus den Jahren 1895—1900 über die deutsche Ein- und Ausfuhr gibt uns folgendes Bild: Kußland 1 Österreich 2 Schweiz 3 Jahr Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr Tonnen Tonnen Tonnen Tonnen Tonnen Tonnen 1895 2674 32113 4 491 18 127 1896 — 2370 8 802 32 817 7 169 22 484 1897 120 3033 11080 30 484 10 453 19 678 1898 1672 1060 15 993 27 449 16 885 15 522 1899 2448 191 20 683 19 991 21 821 11 011 1900 3141 31 36 968 22 675 18111 6 403 1 Oppelner Handelskammer, Akten über Tarifierung von Zement. 2 Mohr, S. 1210. 2 Mohr, S. 1214.