80 Die deutsche Portland-Zementindustrie in ihrem Verhältnisse zum Auslande. als reiner Portlandzement verkauft worden, ohne daß besonders kleinere Verbraucher, die nichts von der Sache verstanden, den Betrug merkten. An der schlechten Lage und den Absatz schwierigkeiten in der rheinisch-westfälischen Zementindustrie hat er viel Schuld. Man ist daher mit allen Mitteln gegen ihn vorgegangen, hat jedoch keine Abmachungen mit seinen Produ zenten getroffen, da man mit Recht hoffen konnte, ihn wegen seiner geringen Qualität auf andere Weise verdrängen zu können. Wegen seiner ungleichmäßigen Zusammensetzung ist seine Güte stets ganz verschieden gewesen. Bisweilen entsprach er den alten deutschen Normen, wofür es jedoch keine Garantie gab; an den deutschen Portlandzement reichte er inbezug auf Festigkeit und Zuverlässigkeit nie heran. Daher wurden 1908 die deutschen Normen verschärft und die Begriffserklärung geändert, so daß Naturzement gesetzlich nicht mehr als Portlandzement verkauft werden darf. Das rheinisch-westfälische Zementsyndikat führte besonders billige Kampfmarken gegen ihn ein und es wurde tatsächlich erreicht, daß der Import zurückging. Diese Marken waren in der Qualität nicht etwa schlechter als die übrigen des Syndikats, auch wurden sie nur in den Kampfgebieten an der belgischen Grenze billiger verkauft, im übrigen jedoch nicht. Darin sehen wir wieder eine segensreiche Wirkung der Syndikate. Durch besondere Kampfmarken werden die Preise im allgemeinen höher gehalten; die betreffenden Werke erhalten vom Syndikate dieselben Abschlagspreise wie die übrigen, an dem Mindererlös sind also alle Fabriken beteiligt. Bei freier Konkurrenz hätten die Preise aller Marken gegen den belgischen Naturzement herab gesetzt werden müssen. Der Export deutschen Zements auf dem Kontinente ist also immer geringer geworden und hat seine Bedeutung für die Ent lastung des Inlandsmarktes verloren. Die deutsche Zement industrie ist sogar heute gezwungen, durch zum Teil sehl- beträchtliche Opfer einen allzu großen Import fremden Zements hintanzuhalten, trotzdem ist dieser, wie uns Tabelle II zeigt, noch sehr groß und im Steigen begriffen, während der Ausfuhr-