Die deutsche Portland-Zementindustrie in ihrem Verhältnisse zum Auslande. 85 gewissen Ersatz für das großenteils verloren gegangene ameri kanische Geschäft, und wenn noch mehr deutsche Werke ihrem Beispiele gefolgt wären, so könnte dadurch dieser Ersatz für die deutsche Portland-Zementindustrie überhaupt geschaffen werden. Außer nach den Vereinigten Staaten wird auch noch nach den übrigen amerikanischen Ländern viel deutscher Zement verschickt, doch macht sich gerade in letzter Zeit auch hier die Konkurrenz der Union empfindlich bemerkbar. So haben Mexiko und besonders die dortigen Eisenbahnen früher viel deutschen Zement verbraucht, heute ist die Menge schon bedeutend kleiner geworden, da Mexiko selbst Zement produziert und außerdem die Fabriken Nordamerikas durch die dortigen Banken, wenn sie als Geldgeber der mexikanischen Eisenbahnen auftreten, unter stützt werden. Südamerika importiert ebenfalls viel Zement von Deutschland, und unsere Fabriken sind eifrig bemüht, den Absatz dorthin zu vergrößern, wobei sie jedoch auch wieder schwer mit den Vereinigten Staaten zu kämpfen haben. In Brasilien haben diese in letzter Zeit eine Zollermäßigung von 20 °/o 1 durchgesetzt; die deutsche Einfuhr dorthin war stetig gewachsen und ist auch heute noch von Bedeutung, hat jedoch durch diesen Verzugszoll in letzter Zeit abgenommen und es steht zu befürchten, daß wir dieses Absatzgebiet ganz verlieren werden. In Argentinien sind zwei große Zementfabriken im Bau und in Chile bestehen schon mehrere, so daß für den deutschen Export nach diesen Ländern nicht mehr viel zu erhoffen ist. Cuba geht uns ebenfalls infolge der nordamerikanischen Konkurrenz immer mehr verloren, weil diese zollfrei importieren kann, während auf dem deutschen Zement ein Zoll von 25°/o 1 2 lastet. Der Export nach den englischen Kolonien, der früher dank der guten Qualität der deutschen Ware zum Teil recht bedeutend war, geht auch allmählich ganz zurück, weil sie Schutzzölle ein geführt haben, dabei aber ihr Mutterland begünstigen und weil 1 Hensel, S. 12. 2 Hensel, S. 14.