86 Die deutsche Portland-Zementindustrie in ihrem Verhältnisse zum Auslande. 1 Hensel, S. 14. in ihnen selbst Zementfabriken entstanden sind. Nach Kanada hat die deutsche Ausfuhr seit dem Zollkriege ganz aufgehört. Der Zoll beträgt für das Normalfaß 4 sh., für englischen Zement 3 sh. Die dortige Zementproduktion ist von 1903—1909 von 0,6 auf 4 Millionen Faß gestiegen. Australien war früher ein gutes Absatzgebiet für deutschen Zement. Die dortige Industrie jedoch, die in den letzten 10 Jahren entstanden ist und einen hohen Zollschutz genießt, hat die deutsche Ausfuhr stark vermindert. Besser liegen die Verhältnisse in Britisch-Lndien. Hier wird zu Regierungsbauten allerdings nur englischer Zement verwendet, die Privaten beziehen jedoch viel deutschen. Dagegen ist der Verbrauch deutschen Zements in Südafrika merklich zurückge gangen. Das liegt zunächst daran, daß der Bedarf überhaupt infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse kurz nach dem Burenkriege vorübergehend kleiner geworden ist, ferner daran, daß in Transvaal selbst eine Zementfabrik entstanden ist, und daß englischer Zement mit 1 sh. Zoll eingeführt wird, während auf deutschem 1 sh. 3 p. lasten L In Ägypten wird zwar der größte Teil des Zementbedarfs durch England und Belgien gedeckt, doch ist die deutsche Einfuhr stark im Steigen begriffen; so daß dieses Land ein günstiges Ausfuhrgebiet genannt ■werden kann. China und Japan, die vor nicht noch allzu langer Zeit als Absatzgebiete gewonnen wurden, bieten für die Zukunft keine guten Aussichten. In beiden Ländern sind eine Anzahl Zement fabriken errichtet worden resp. im Bau begriffen, die den euro päischen Zement wohl ganz verdrängen werden. Ein gutes Absatzgebiet ist Niederländisch-Indien. Der Ver brauch steigt und wird zum größten Teile aus Deutschland gedeckt. An der Zementeinfuhr nach Sumatra und Java hatte die deutsche Industrie bisher ebenfalls großen Anteil, doch sind jetzt dort selbst Zementfabriken entstanden, die der Einfuhr wohl Abbruch tun werden.