21 ablagerungen: die zweite befindet sich auf der Halbinsel Kertsch (ausschließlich Brauneisenstein). Aber das wichtigste Bisensteinlager ist eine Gegend etwa 450 Werst in westlicher Richtung von dem Kohlenbecken, auf der Grenze zwischen dem Gouvernement Cherson und Jekaterinoslaw — der sog. Krivoj-Bog-Fundort, wo die Eisen steinlager ungefähr auf 90 Werst nach dem Flusse Saxagan sich vorstrecken 1 . Hier finden sich großartige Lager von Eisenerzen vorzüglicher Qualität in drei Sorten: Eisenglanz, Magneteisenstein und Roteisenstein. Der letzte Ort ist aber erst relativ spät entdeckt worden. In dem südrussischen Gebiete gibt es außerdem die für die Eisengewinnung sehr wichtigen Zusätze und Hilfsstoffe, wie Kalk, feuerfesten Ton, Mangan, Dolomit ziemlich reichlich. Schon alle diese Naturschätze mußten über kurz oder lang die Entstehung der Eisenindustrie in Südrußland hervorrufen. Selbstverständlich spielten bei dem Bau von Eisenwerken nicht nur die erwähnte Erstreckung der Hauptstoffe — des Eisenerzes und der Steinkohle — eine Rolle, sondern auch andere Faktoren und insbesondere die Transportverhältnisse, Beschaffung der Arbeitskräfte usw. So stellte hier in früheren Zeiten der Don mit seinen Neben flüssen allein einen bequemen Weg dar, und man bemühte sich, gleich die ersten Werke möglichst in der nächsten Nähe dieses Flusses zu bauen. Später spielten auch die Eisenbahnen in Süd rußland eine wichtige Rolle. 2. Die Gründung der ersten staatlichen Eisenwerke. Die ersten Angaben über die Eisengewinnung in Südrußland linden sich noch bei Herodot; er berichtet, daß die Eisengewinnung bei den sog. skythischen Völkern bekannt war. Nach seinen Angaben wurde das Eisen von den Skythen durch die Sandwaschung an einem skythischen Flusse gewonnen. Einige russische Autoren haben darauf die Hypothese aufgestellt, daß dieses Eisen aus dem Sande des Inguletz-Flusses neben dem jetzigen Krivoj-Rog gewonnen worden sei, in welcher Gegend später Spuren von alten Gruben und von Eisenverhüttung gefunden worden waren. Weitere Nachrichten sagen, daß im früheren Mittelalter hier die Genuesen sich mit Eisenförderung beschäftigt haben. Dann bleiben diese Eisenerzfunde infolge der verschiedenen geschichtlichen Ereignisse lange Zeit vollständig brach liegen. Jahrhundertelang bildeten die südrussischen Steppen ein beinahe unbesiedeltes Land. Erst mit der Konsolidation des russischen Reiches begann die allmähliche Kolonisation Südrußlands von Norden 1 Man berechnet hier die Menge nur der untersuchten Eisenerzlagerungen auf 5 Milliarden Pud.