23 Olivieri nicht weit von Druschkowka im Donezbassin Anthrazit entdeckt. Im Jahre 1833 war im Luganskwerke wieder eine Probe gemacht worden, das Roheisen jetzt, aus dem lokalen Eisenerze zu gewinnen. Zwar bekam man bei diesem Versuche Roheisen, aber es war von ganz ungenügender Qualität. Das Luganskwerk führte in dieser ganzen Zeit wegen dieser wie auch verschiedener anderer Mißerfolge ein sehr klägliches Dasein. Die neuen Kohlengruben, die den Zweck hatten, das Werk mit Kohle zu versorgen, konnten daher auch nicht emporkommen. Iin Jahre 1839 fanden die französischen Ingenieure Le Play und Molignau im Donezbassin eine jährliche Steinkohlen produktion von nur 877 000 Pud. Die früher erwähnten staatlichen Gruben und das Luganskwerk waren in einen Bergbezirk zusammengefaßt. Dieser Bezirk, wie auch die anderen ähnlichen, hatte seine Polizei, Kirchen, Gericht, Ver waltung usw. Sie erließen verschiedene Verordnungen und Maß regeln, welche manchmal die kleinsten Einzelheiten des Gewerbes regelten. So hat man z. B., um den Steinkohlenverbrauch zu ver mehren, einen Erlaß im Luganskbezirk veröffentlicht, in welchem den dortigen Speckschmelzereien nur mit Steinkohle zu heizen erlaubt war. Gewiß konnten solche Maßregeln nicht viel nutzen, und drei staatliche Gruben hörten bald mit ihrer Arbeit auf. Die Steinkohlen förderung dauerte nur in Lissitschansk fort, aber auch hier in sehr beschränktem Maße. Selbst das Luganskwerk kam, nachdem die Versuche mit der Schmelzung nicht gelungen waren, mehr und mehr * in Verfall, bis es sich endlich zum völligen Stillstand genötigt sah 1 . Im Jahre 1830 wurden die ersten Eisensteinlagerungen auf der Tamaj-flalbinsel (gegenüber der Stadt Kertsch) entdeckt und im Jahre 1837 große Eisenerzlager auf der Kertseh-Halbinsel 1 2 . Nach dem die ersten Versuche in Lugansk zu keinem Ergebnis geführt hatten, setzte die Regierung ihre Versuche auf der Halbinsel Kertsch fort. Man schlug vor, hier ein Werk zu bauen und die Eisenerz- verhüttuug mit dem Druschkowsk-Anthrazit durchzuführen. Nach einer Reihe von Mißerfolgen wurde hier im Jahre 1848 das erste Roheisen gewonnen; aber auch dieses Eisen war von einer nicht genügenden Qualität; 1855 wurde das Werk während des Krim krieges vollständig zerstört. Im Jahre 1845 wurde dann noch ein Werk im Gouvernement Jekaterinoslaw an dem Flusse Sadka ge gründet. Das Werk wurde zu Ehren Peter des Großen „Petrowsk- Werk - ‘ genannt. Die Verhüttung verlief zuerst ganz günstig; es wurden ca. 90000 Pud Roheisen gewonnen, der Hochofen war aber nicht genügend feuerfest und nach einigen mißlungenen Versuchen, 1 Eelkner, Steinkohle u. Eisen in Rußland, St, Petersburg, S. 43 (russisch). 2 Keppen, a. a. O. S. 16.