42 sich Jekaterinoslaw sehr rasch zu einer bedeutenden Industriestadt entwickelt, die ein Dutzend verschiedener Maschinenfabriken, Walz werke usw. besitzt. In dieser Gegend wurden die ersten Eisenwerke die die neue Ara der südrussischen Industrie kennzeichneten, errichtet. Als erstes erscheint die Brjausk-Aktiengesellschaft. Sie erbaute im Jahre 1885, bald nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Jekaterininskaja, in der Nähe der Stadt Jekaterinoslaw das Eisenwerk Alexander. Die Ge sellschaft selbst war schon im Jahre 1876 gegründet und hatte damals das Eisenwerk an der Desna in der Nähe der Stadt Beschitza er richtet. Nachdem aber in Krivoj-Rog reiche Eisenerze gefunden und der Bau der Jekaterininskajalinie vollendet war, verlegte sie ihre Tätigkeit nach Süden. Im Jahre 1885 wurde das schon früher erwähnte Grundstück bei der Stadt Jekaterinoslaw von der Krivoj- Rog-Aktiengesellschaft angekauft. Im Jahre 1887 wurde der erste Hochofen in Betrieb gesetzt. Viele Maschinen und sonstige Ein richtungen wurden im Beschitza-Werk angefertigt und direkt per Schiff auf dem Dniepr dorthin gebracht 1 . Es entstand also von Anfang an ein lebhafter Verkehr zwischen den beiden Eisenwerken der Gesellschaft, der die Form der Arbeitsteilung annahm, da das zweite mit der Roheisenproduktion sofort anfing, während das erste immer reines Walzwerk blieb. Nachdem das Alexanderwerk erbaut worden war, bemühte sich die Gesellschaft, sich unabhängig vom Rohstoffmarkte zu machen. Man schloß deshalb langfristige Verträge mit den Eisenlagerbesitzern und kaufte die nötigen Steinkohlengruben. In dieser Art wurden Kontrakte mit verschiedenen Grundbesitzern von Krivoj-Rog 1889, 1895, 1896 und später abgeschlossen, was die Lage der Gesellschaft sehr verstärken mußte. Das beweist auch die Tatsache, daß die Gesellschaft, während sie im Jahre 1889/90 für Eisenerze 19 1 / 2 Kop. 1 pro Pud bezahlen mußte, später dieselben Eisenerze, aber aus den eigenen Gruben, nicht teurer als mit 7—8 1 / 2 Kop. zu bezahlen brauchte. Im Jahre 1893 kaufte die Gesellschaft ein großes Grund stück mit reichen Steinkohlenlagern bei Almasnaja 1 2 im Donezbassin, was die Möglichkeit gab, ausschließlich mit eigenen Rohstoffen zu arbeiten. Was die Produktion betrifft, so ist das Alexander-Werk haupt sächlich ein Schienenwalzwerk. Seine Schienenproduktion betrug Anfang der 90er Jahre nicht weniger als 70°/ 0 , Ende der 90er Jahre 55 bis 60°/ 0 der Gesamtproduktion. Am interessantesten ist die Finanzgeschichte der Gesellschaft. Die Brjansk-Aktiengesellschaft war ausschließlich mit russischem 1 Tie me, a. a. 0., Goto. Journ. 1889, I, S. 34. 2 Tieme, a. a. O., Goto. Journ. 1897, IV, 8. 174.