44 Krivoj-Rog-Grubeu an sie übertragen, die Gesellschaft Praga Bau grundstücke, Kohlengruben und einen Eisenerzkontrakt, die Societe des acieries de Varsovie alle Maschinen und Einrichtungen ihres Warschauer Werks, ihre Kunden und ihr Arbeiterpersonal. Die Eisenerzgruben erscheinen überhaupt als die wichtigste Grundlage der D.-A. Sie sind von vorzüglicher Qualität und ent halten nach der Analyse durchschnittlich 95 °/ 0 Eisenoxyd oder bis 66°/ 0 Metalleisen. In diesen Gruben vermutet man einen Vorrat von 12000000 t Eisenerz. Im Jahre 1898 wurde noch ein Kontrakt mit einem anderen Grubenbesitzer abgeschlossen, sodaß die Gesell schaft ,.Dnieprovienne“ jetzt die größte Besitzerin von Eisenerzlagern in der ganzen Gegend von Krivoj-Rog ist. Die Pachtbedingungen sind sehr vorteilhaft — langfristige Kontrakte und ein Pachtzins von 1 Kop. pro gewonnenes Pud Eisenerz 1 . Nach der Berechnung von Cordeweeuer mußten diese Eisengruben allein einen Vorteil von etwa zwei Rubeln auf die produzierte Tonne Roheisen gegenüber ihren Konkurrenten aufweisen. Etwas anders stand zuerst die Sache mit der Steinkohlen versorgung. Die Gruben, welche die Ges. „Dnieprovienne“ von der Ges. „Praga“ bekam, waren nicht geeignet zur Koksgewinnung, man mußte sie daher aufgeben und neue Gruben erwerben. Nach einer Reihe von Bemühungen wurde die Aufgabe gelöst, sodaß jetzt die Gesellschaft einen bedeutenden Teil ihres Bedarfes mit eigener Kohle deckt. Es wurden auch Mangangruben erworben, was die Produktions kosten noch verminderte, da bei den schwer schmelzbaren Krivoj- Rog-Eisenerzen ein großer Verbrauch davon notwendig ist. Die Gesellschaft ist eine vollständig kombinierte Unternehmung, denn beinahe das gesamte Roheisen dient zur Gewinnung von Eisen und Stahl und zu deren weiteren Verarbeitung. Die Entwicklung des Betriebes geht schnell vorwärts. Im Jahre 1892 waren zwei, im Jahre 1899 schon 5 Hochöfen im Betrieb. Die Roheisen produktion hat sich von 1892 bis 1900 mehr als verdreifacht, sie betrug im Jahre 1892 4136011 Pud, im Jahre 1900 schon 13024884 Pud. Die Dampfmaschinenkraft hat sich in dieser Periode beinahe vervierfacht, die Zahl der Arbeiter dagegen in dieser Zeit etwas mehr als verdoppelt. Es ist also Zunahme der Produktivität der Arbeit zu konstatieren. Früher war hier eine bedeutende Zahl ausländischer (belgischer) Arbeiter beschäftigt. (So waren im Jahr 1893/4 etwa 20°/ 0 der Arbeiter Belgier 1 2 . In bezug auf Produk tivität nimmt das Werk eine der ersten Stellen in Südrußland ein. So rechnete man im Jahre 1895 je 750 Rbl. Reingewinn auf eine beschäftigte Person. Die Schienenproduktiou bleibt auch hier ein 1 Cordeweener, a. a. O., S. 74 und 88. 2 Trasenster, a. a. O., Rev. univers. des mines. 1889, S. 204.