64 haften Eisenbahnbau betrieben. Die Bestellungen der Regierung an Eisenbahnmaterialien mußten für die Gesellschaften sehr vorteil haft sein. Die Protektionspolitik trat gerade in der Eisenindustrie deutlich zutage. Man zahlte gewöhnlich höhere Preise, als die Markt preise waren, erteilte große Avancen usw. Die Erbauuug neuer Eisenbahnen durch die Regierung konnte aber nicht immer so weiter gehen. Am Ende der 90er Jahre wurde auch der größte Teil der sibirischen Eisenbahnlinie vollendet, die eine große Menge von Schienen usw. beansprucht hatte. Die Zeit für weitere Bauten er schien auch nicht günstig und hauptsächlich darum nicht, weil der Eisenbahnbau überwiegend mit Hilfe der ausländischen Anleihen sich vollzog, deren Abschließung wegen der Geldkrisis in Westeuropa so gut wie unmöglich erschien. Dazu kam noch im-Jahre 1900 ein Kriegszug nach China, der hohe Summen forderte. Da die Staats kasse schon wegen der früheren Bauten sehr stark in Anspruch ge nommen war, sah sich die Regierung genötigt, ihre Eisenbahnbauten möglichst einzuschränken. Es wurden folgende Längen des Eisen bahnnetzes, in Werst ausgedrückt, erbaut 1 : Jahr Länge in Werst 1898 2876 1899 4882 1900 2 882 1901 3290 1902 947 1903 436 Infolge der Beschränkung des Eisenbahnbaues nahmen auch die Eisenbahnbestellungen bedeutend ab und damit auch die Schieuen- produktion 1 2 : J ahr Schienen in 1000 Pud 1901 22817 1902 19 048 1903 17862 Diese Abnahme hat die südrussischen Werke am schwersten getroffen. Sie konnten jetzt nur die Hälfte, sogar manchmal nur ein Drittel ihrer Produktionskraft entfalten. Schon im Jahre 1897 hat Tieme gezeigt, daß die damals vorhandenen Schienenwalzwerke den zukünftigen Bedarf für Schienen vollständig decken konnten 3 . 1 Die Tatsachen der Staatskontrolle usw., 1907, I. Teil, S. 77 (russisch). 2 Gutachten des Verbandes der Bisenindustrieellen usw. St. Petersburg 1908, S. 27, (russisch). 3 Tieme, a. a. O., 1897, V, S. 200.