66 keine richtige Verwendung gefunden; ferner die ungenügende Ver trautheit der ausländischen Gründer mit den russischen Verhältnissen. Eine Reihe von Werken kam wegen verschiedener Fehler bei Aufstellung der Bauunkosten nicht mit dem Gründungskapital aus, man mußte neue Kapitalien suchen und verschiedene drückende Schulden machen, was besonders für die neuen Werke verlust bringend wurde. Der Gründungsplan, sagt Lauwick, war immer ,,en grand“, aber sehr oft hatte man mit den konkreten Verhält nissen nicht gerechnet. Die Kapitalanlage mußte größer sein, schon infolge der in Rußland bestehenden Kreditverhältnisse, wonach lang fristige Zahlungen üblich sind. Die wichtigsten Ursachen der Krisis in der südrussischen Eisen industrie im Jahre 1901 waren also die allgemeine Geldkrisis in Rußland, der Rückgang des Eisenbahnbaues und die ungenügende Ausdehnungsfähigkeit des Marktes. Die ungenügende Kapitalkraft und schlechte Gründung vieler, hauptsächlich neuer Werke, ver schärften die Krisis noch erheblich. 2. Der Verlauf der Krisis. Das Überangebot an Eisenprodukten hatte auf dem Eisen markte einen großen Preissturz hervorgerufen. Die Preise waren 1 : Bisenpreise in K.op. pro Pud (franko Werk) Zeit Sorten 1900 1901 1902 April Oktober Januar Oktober Januar Oktober Form- und 1 Stabeisen J 160-175 158-173 145-155 130-135 128 122-125 Kesselblech 170-180 163 145-155 130 Schwellen 158-170 150 125-135 105 100 85 Roheisen — 62 50 48-50 49-50 38-40 Infolge dieses Überangebotes kam es zu einer allgemeinen Produktionseinschränkung. Selbstverständlich machten einige tech nisch besser eingerichteten Werke Versuche, trotz der niedrigen Preise und ungünstiger Konjunktur, voll zu arbeiten und die schwächeren Gegner aus dem Felde zu schlagen. Aber auch sie mußten bald in ihrem Produktionseifer innehalten. Über die Produktionseinschränkung selbst lassen wir die Ziffern sprechen. Die Zahl der Arbeiter und Hochöfen fiel bedeutend 1 2 : 1 Kaffenhaus, a. a. 0., S. 45. 2 Auf Grund d. Ziffern d. Statist. Sammelbüch. 1900—1902. Eisenindustrie in Südrußland.