69 Sorten eine Produktions- und Absatzvermehrung stattlindet. Das erklärt sicli daraus, daß die Verminderung der Schienenproduktion die Werke zwang, ihre freistehenden Schienen Werkstätten ander weitiger Produktion anzupassen; deu technischen Gründen gemäß vollzieht sich aber der Übergang zu solchen Sorten, wie Schwellen, am leichtesten. Man pflegte jetzt also anstatt Schienen mehr Schwellen usw. zu produzieren. Das erschien um so zweckmäßiger, als die Preise dieser Artikel damals sehr hoch standen. Die Werke begannen, sich immer mehr mit dieser Produktion zu beschäftigen. Da der Markt eine solche Vermehrung des Angebotes gewiß nicht aufnehmen konnte, trat hier infolge der Konkurrenz ein rascher Preissturz ein. Schon aus der Tabelle S. 66 sieht man, daß der Preis der Schwellen während der Periode 1901—1903 mehr als um das Doppelte gesunken ist. Wie stark die Konkurrenz zwischen den einzelnen Werken damals war, zeigt z. B., daß die Schwellen während der Zeit der Krisis bis 65 Kop. pro Pud kosteten, wogegen die Herstellung nirgends niedriger als 77 Kop. pro Pud war. Lauwick konstatiert einen Fall, wo um eine Bestellung auf diese Schwellen die Dnie- provienne, die Providence und die ßusso-Belge konkurrierten; sie wurde endlich der Russo-Belge zugewiesen, und zwrnr zu einem Preise von 58 Kop. pro Pud 1 ! Die Bewegung, die nach einer zunehmenden Produktion des Marktsortiments strebte, machte sich auch in der Roheisenproduktion geltend. Die Roheisenproduktion im großen und ganzen nahm ab, was den Krisenzustand verrät. Bei einem Vergleich der einzelnen Sorten von Roheisen miteinander läßt sich aber konstatieren, daß die Produktion von Bessemerroheisen bedeutend ab-, dagegen die Produktion von Martinroheisen zunahm. Das hing damit zusammen, daß das erstere hauptsächlich für Schienen, das letztere für die Marktsorten bestimmt ist Endlich ist aus der Tabelle klar zu er sehen, daß der Roheisenabsatz in dieser Zeit bedeutend zunahm. Das war durch zwei Umstände bedingt. Erstens waren die kombinierten Werke gezwungen, während der Krisis die Eisen- und Stahlverarbeitung einzuschränken, und es blieb ihnen nichts übrig, als das überflüssige Roheisen unter allen Umständen auf den Markt zu werfen. Zweitens kam jetzt eine Menge von südrussischem Roheisen auf andere Märkte außerhalb Südrußlands, wo die Konkurrenz dadurch erleichtert war, daß die Herstellungskosten für Roheisen im Süden niedriger sind als in irgend einem anderen russischen Gebiete. Alles das hatte natürlich eine bedeutende Abnahme der Roheisenpreise zur Folge, die von 62 auf 38 Kop. pro Pud sanken. Die Krisis in Südrußland in den Jahren 1901 — 1903 ist einmal 1 Lauwick, a. a. 0., S. 40.