79 Es gibt noch einige andere Fundorte von Eisenerzen, wie Korsak-Mogila usw., aber sie sind nicht genügend untersucht und spielen bis jetzt eine sehr geringe Rolle. Steinkohle. Als Heizungsmaterial kommt für die südrussische Eisenindustrie überwiegend die Steinkohle in Betracht (90—92°/ 0 des Gesamtheizungsmaterials), dann Anthrazit und endlich Naphtha, das gegenwärtig kaum mehr als 1 — 2 °/ # des Gesamtverbrauchs ausmacht. Die Steinkohle kommt ausschließlich aus den Gruben des Donez bassins, das als das größte in Europa überhaupt anzusehen ist. Zwei Drittel des Bassins bilden das Anthrazitlager. Mit dem Namen Anthrazit bezeichnet mau kurzweg anstehende bitumenarme Kohlen 1 . Das letzte Drittel dagegen bildet ein Lager von ausgezeichneten backbaren Steinkohlen, die für die Koksgewinnung brauchbar sind. Die Produktion von Steinkohle imDonezbassin betrug im Jahre 1906 1 2 : Gruben Zahl d. Gruben Zahl der Bergarb. Produktion d. Steinkohle Produktivität einer Grube Arbeitsleistung eines Arbeiters Die Gruben d.l Eisenwerke j überhaupt 49 1075 19174 104466 173 910T.P. 869432„ „ 3 549T.P. 808 „ „ 12977 P. 12075 j Die Steinkohlenförderung der Eisenwerke bildet also ein Fünftel der Gesamtförderung. Aus der Tabelle ist auch ersichtlich, daß die Gruben der Eisenwerke durchschnittlich größer sind, und eine größere Produktivität besitzen als die anderen. Fünf Werke: Dniepr, Hughes, Alexander, Petrowsk und Gdanzewsk arbeiten mit eigenen Stein kohlen, die anderen müssen sie kaufen. Für die Gewinnung eines Pud Koks braucht man gewöhnlich 1,35 Pud Steinkohle 3 . Den an erkannt besten Koks liefert das Almasuaja-Flöz in der Gegend von Almasnaja und Losowaja. Die Steinkohle liefert bei der Koks- gewinnung eine Menge Gase (15—40°/ 0 ), die jetzt sehr oft aus genützt werden 4 ). Tieme berechnete im Jahre 1897 die Gewinnungskosten für ein Pud Steinkohle auf 5,563 Kop. für die Rutschenko-Grube, auf etwa 4,95—5 Kop. für die Gorlowka-Grube und auf 3,5—4 für die Make- jewka-Grube usw. 5 . Augenblicklich setzt man sie auf 5—6 Kop. an, kann aber die Ausgaben der Eisenwerke, die eigene Gruben haben unter günstigen Verhältnissen anf 2 Kop. pro Pud annehmen 6 . 1 Franke, Mitteilungen von einem Ausfluge nach dem nordwestlichen Teile des Donezbeckens, Essen 1899, S. 4. 2 Statist. Tatsachen d. Bergkomitee, 1906. 2 Tieme, a. a. 0., 97, Bd. H, S. 177. 4 Trasenster, a. a. 0., ßev. univers. d. mines. 1896, S. 34. 6 Tieme, a. a. 0., 1887, Bd. I, S. 26, 33 und 12. ■ 6 Fertner schätzt sie sogar auf 6,299 Kop. pro Pud durchschnittlich. (Fertner, Die Donezsteinkohlenindustrie, St. Petersburg, (russisch), 1909. 8. 24).