95 das eine Zunahme, die keine Bedeutung im Vergleich mit der Rohstoff verbilligung haben kann 1 . Unsere Ergebnisse bestätigen eigentlich die Eisenindustriellen selbst. So erklärte Wolski, Sekretär des Industriellenverbandes auf einem Verbandstage, daß die Schienenproduzenten schon bei 60°/ 0 der Produktionsfähigkeit der Walzwerke mit dem Schienenpreise von 90 Kop. pro Pud sehr gute Gewinne machen können 1 2 . Bei 60°/ 0 iger Produktionsfähigkeit der Werke mußte die Amorti sation etwa 8,3 Kop. pro Pud bilden, oder bloß 4,2 Kop. mehr, als es jetzt der Fall ist. Wir müssen also zu dem Schlüsse kommen, daß der schon erwähnte Preis von 90 Kop. für die jetzigen Verhältnisse ganz nutzbringend ist. Auch Lauwick zeigt in seinem Buche, daß bei dem Preise von 112 Kop. der Reingewinn auf 1 Pud Schienen etwa 25—30 Kop. beträgt 3 . Von diesen Tatsachen ausgehend rechnen wir die Selbstkosten der Schienen durchschnittlich nicht mehr als 80 Kop. Die Produktionsunkosteu nahmen also seit der Zeit der Krisis bedeutend ab. Dieselbe Bewegung abwärts sehen wir im großen und ganzen auch bei der Schwellenproduktion. So berechnet Lauwick den gegenwärtigen Gewinn pro Pud Schwelle auf ungefähr 20—30 Kop., oder es mußten bei durchschnittlichen Verkaufspreisen von 92,5 bis 100 Kop. die Selbstkosten auf Schwellen etwa 70 Kop. pro Pud betragen. Die genaue Berechnung der Produktionskosten der Schwellen, wie auch der anderen Sorten ist uns leider unmöglich zu geben, im allgemeinen läßt sich aber konstatieren, daß eine gewisse abnehmende Tendenz der Produktionsunkosten seit der Hochkonjunktur bei den verschiedensten Sorten zu bemerken ist. Diese Tendenz ist durch Verbilligung der Rohstoffe, technische Verbesserungen, Sparsamkeit usw. bestimmt. Die Produktionsunkosten wurden besonders unmittelbar nach der Krisis herabgesetzt. Gerade damals sehen wir eine merk bare Abnahme der Rohstoffpreise, außerdem wurden auch die Arbeits preise bedeutend herabgesetzt. Später, seit dem Jahre 1904, findet man wieder eine gewisse Verteuerung dieser beiden Hauptelemente der Produktion, so daß die Produktionsunkosten wieder etwas zu nehmen. Diese Erscheinung wird aber durch die ständige Ver besserung der Betriebsorganisation abgeschwächt, oft sogar voll ständig aufgehoben. Die Produktionsunkosten in der Eisenindustrie Südrußlands sind niedriger als in anderen Gebieten Rußlands. Als Hauptgrund hierfür ist die relative Billigkeit und die gute Qualität der südrussischen 1 Kaffenhaus, a. a. O., S. 129. 2 Lauwick, a. a. O., S. 129. 3 Der Roheisenpreis selbst nahm in derselben Zeit um etwa 14 Kop. pro Pud ab.