8 da im Jahre 1426 die von Kaiser Sigismund mehrmals über jene Stadt verhängte Handelssperre wieder in Kraft war 1 ). Infolge des erzielten Gewinnes und des Beitritts von Teilhabern ­ war das Gesellschaftsvermögen im Jahre 1422 auf 47 770 fl gestiegen. Nach dem Tode des Konrad Kress, der 1430 starb, löste sich die Handelsgesellschaft auf. Damals wandten sich die Gläubiger des Kress durch Venedigs Vermittlung ­ an den Rat von Nürnberg, um zu ihrem Geld zu kommen. Ob Kress schliesslich in Zahlungsschwierigkeiten geraten war, oder ob jene Gläubiger nur jetzt ihre Aussenstände hereinzubringen suchten, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Paumgartners Name wird dabei überhaupt nicht erwähnt 2 ). So wenig wir von der inneren Organisation und der äusseren Geschichte unserer Handelsgesellschaft während ihres dreissigjährigen Bestehens wissen, wir gewinnen doch den Eindruck, dass dieselbe, was Betriebskapital und Ausdehnung betrifft, zu den bedeutendsten der damaligen Zeit gehörte. Für Konrad Paumgartner aber war die Beteiligung an ihr eine gute Schule gewesen. Als junger Mann war er eingetreten, jetzt nach ihrer Auflösung stand er in der Vollkraft des Lebens, reich an Erfahrungen, ­ die er nun für sein eigenes Geschäft benützen konnte. Er nahm nämlich keine dauernden Mitgesellschafter mehr an, sondern führte den Handel in selbständiger Weise fort. Nur seine Söhne Konrad (geb. 1406) und Anton (geb. 1418) waren an seinen Unternehmungen beteiligt. Wenn wir von diesen einige Kenntnis haben, so verdanken wir das den gelegentlich erwähnten Ueberfällen auf Paumgartners Warenzüge. Im Jahre 1434 warfen Hartwig von Ramungen und einige andere Placker einen Kaufmannszug nieder, in dem sich auch Ballen mit Tüchern aus Köln, Konrad Paumgartner gehörig, befanden 3 ). Sie trugen das neue Paumgartnersche Warenzeichen £ 4 ). Bis nach den Niederlanden erstreckten sich damals Paum-1 ) Wilh. S t i e d a: Hansisch-venezianische Handelsbeziehungen im 15. Jahrhundert, Rostock 1894 S. 30. Vielleicht hängt mit dieser Handelssperre ­ auch der Bankrott des Nürnberger Kaufmanns Seyfried Schmelzing zusammen. Konrad Paumgartner hatte von ihm 1800 fl zu bekommen. (Simonsfeld a. a. O. Bd. I Urk. Nr. 388.) 2 ) Simonsfeld a. a. O. Bd. I Urk. Nr. 375 ff. 3 ) J. B a a d e r a. a. O. S. 110. 4 ) Dieses Handelszeichen führten später auch die Augsburger Paumgartner.