i6 Mannigfach waren die Pflichten und Aufgaben, die an den Bürger und Ratsherrn einer Stadt wie Nürnberg herantraten, das damals von starkem Leben durchflutet war. Paumgartner nahm an allen Ereignissen, die das Wohl und Wehe seiner Vaterstadt betrafen, innigen Anteil. Nicht minder gross aber war die Fürsorge für seine Familie, die ihm zu verdanken hatte, was sie an Glanz und Ansehen besass. Das Nürnberger Pa triziat des 15. Jahrhunderts zeichnet überhaupt ein ausge prägter Familiensinn aus. Fast in jedem dieser Geschlechter fanden sich damals Männer, die schlichte Aufzeichnungen über Geburt, Hochzeit und Tod ihrer Angehörigen machten 1 ). Auch von Konrad Paumgartners Hand besitzen wir solche kurze Notizen über die wichtigsten Vorfälle in seiner Familie. Sie haben sich in mehreren Abschriften erhalten und sind wegen der Fülle ihrer Daten nicht ohne Wert für die Geschichte Nürnbergs und seines Patriziats 2 ). Paumgartner will in dieser „handtschrifft“ berichten, ,,was und wie vil er kinder, enicklein und urenicklein erlebt hat, und von im herkomen und geporn sind“, seine Aufzeichnungen aber sind für uns zugleich ein Beweis für die angesehene Stellung, die seine Familie im Nürn berger Patriziat einnahm. Zu vielen der in Nürnbergs Geschichte ausgezeichneten Geschlechter sind die Paumgartner in ver wandtschaftliche Beziehung getreten. Konrad Paumgartner selbst war zweimal verheiratet. Nach dem Tod seiner schon Faktor Paumgartners das Geld in Empfang nahmen, waren Ott Her degen von Nürnberg und derSchweizer Heinrich von Malters gen. Schlosser. Ihre Korrespondenz mit dem Rat der Stadt hat sich in den Nürnberger Briefbüchern Bd. 26 fol. 210 b u. 236 erhalten. Vgl. auch Chroniken der deutschen Städte III S. 411. Die Briefe sind abgedruckt in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1863 Spalte 252 ff. und Fontes rerum Austriacarum II42 S. 192. r) Erinnert sei nur an Ulman Stromers Puechl von meinem Geschlecht (Chroniken der deutschen Städte Bd . 1) und Erasmus Schür stabs Geschlechterbuch (veröffentl. von Friedr. Weechim 31. Jah resbericht d. Hist. Vereins von Mittelfranken S. 39 ff.). 2 ) Eine Abschrift ist erhalten in dem Collektaneenband H der Scheurischen Bibliothek, jetzt im Archiv des Germanischen Museums aufbewahrt. Diese Abschrift rührt wahrscheinlich von Hans Hallers Hand her. Es hat jedoch auch Christoph Scheurl, der Besitzer des Kodex, Nachträge hinzugefügt. Eine zweite Abschrift von Konrad Paumgartners Aufzeichnungen, einst in Tucherschem Besitz, hat sich im Kreisarchiv Nürnberg (D 1071) erhalten.