-•i'üäSSBr. UMMfcMMM 26 gartner 1 ), Konrads Sohn, geboren im Jahre 1449, studierte in Leipzig während der Jahre 1463 bis 1465 und erlangte dort 1465 das Bakkalaureat. Nachdem er die Würde eines Doktors der Rechte sich erworben, wirkte er seit 1478 an der neu gegründeten Universität Ingolstadt und bekleidete dort im Jahre 1481 das Rektorat. 1497 kehrte er in seine Vaterstadt zurück und wirkte dort als Rechtskonsulent bis zu seinem Tode (1507). Sein Sohn ist der berühmte Hieronymus Paum- gartner (1498 bis 1565) 2 ), der neben Wilibald Pirkheimer und Lazarus Spengler zu den führenden Männern in dem Nürn berg der Reformationszeit gehörte. Er schloss sich der Lehre Luthers an und trat zu ihm und Melanchthon in freundschaft liche Beziehungen. Der reiche Briefwechsel der Reformatoren mit ihm legt davon Zeugnis ab. In seiner Vaterstadt war er in den höchsten Aemtern tätig und machte sich besonders um das Schulwesen verdient. Wie sein Bruder Bernhard, war er mehrmals Vertreter Nürnbergs auf Reichstagen. Als er 1544 von Speyer heimritt, wurde er bei Wimpfen von Albrecht von Rosenbergs Reitern überfallen und gefangen genommen; eine Untat, die in den weitesten Kreisen des Reichs Aufsehen und Empörung hervorrief. Erst nachdem sich Philipp von Hessen seiner annahm, wurde er nach vierzehnmonatlicher Haft gegen ein hohes Lösegeld freigegeben 3 ). Sein Leben hat der Humanist Joachim Camerarius beschrieben. Während sich so Konrad Paumgartners d. J. Söhne und Enkel auf dem Gebiet der Wissenschaft hervortaten, knüpft sich an den Namen seines Bruders Martin und der Söhne des selben die Erinnerung an ein von Albrecht Dürers Hand ge schaffenes Kunstwerk, den Paumgartner-Altar. Die Stifter sind Martins Söhne Stefan, Dürers Freund, und Lucas, die 1 ) Gg. Andreas Will: Nürnbergisches Gelehrtenlexikon 3. Teil S. 119. Val. Rotmarus-Mederer: Annales Academiae Ingol- stadtensis; Ingoist. 1782 f. I 13. 21. 65. — In der Matrikel der Universität Leipzig ist Gabriel Paumgartner im Sommersemester 1463 eingetragen. (Codex diplomaticus Saxoniae hrsg. v. O. Posse u. H. E r m i s c h II 16, 17.) 2 ) Neben W i 11 a. a. O. 3. Teil S. 120 ff. unterrichtet über ihn der Artikel in der Allg. deutschen Biographie Bd. 2 S. 168. 3 ) Ein eigenhändiger Bericht Hieronymus Paumgartners über seine Gefangennahme durch Albrecht von Rosenberg ist veröffentlicht im 33. Jahresbericht des Histor. Ver. von Mittelfranken 1865 S. 103 ff.