36 nehmer. Sie liehen am 5. Mai dem König 22 500 fl und erhielten dafür 45 000 M Silber 1 ). Maximilian brauchte dieses Geld ebenso, wie schon vorher bei Gossembrot und Herwart auf genommene 40 000 fl zu „Bezahlung etlicher Schulden“ in Augsburg, wo er im Vorjahre mehrere Monate geweilt hatte. Die Paumgartner konnten mit dem Empfang der 45 000 M Silber erst im Jahre 1501 beginnen, da zuvor das dem Gossem brot und Herwart für jene 40 000 fl verschriebene Silber ent richtet werden musste. Das Jahr 1498 brachte keine weiteren Anlehen bei den Paumgartnern, um so grösser waren dafür die Forderungen Maximilians im Jahre des verhängnisvollen Schweizerkriegs, der bekanntlich die Finanzkraft der Augsburger Kaufherrn auf eine besonders schwere Probe stellte. Der König betraute seinen Rat Georg Gossembrot mit der Aufgabe, in Augsburg Geld aufzubringen. Das uns aus dem Jahre 1496 schon bekannte Konsortium der vier Gesellschaften Fugger, Herwart, Sigmund Gossembrot und Paumgartner lieh am St. Matthiastag (24. Februar) 14 000 fl dar, die bar zurückbezahlt werden sollten 2 ). Falls dies nicht möglich wäre, sollten die Kaufleute mit Silber befriedigt werden, aber erst nach Erfüllung des den Paumgartnern im Jahre 1497 gegebenen Vertrags. Weitere Darlehen von 6000 und 4000 fl schlossen sich an 3 ), abgesehen von den grossen Verträgen, die Maximilian mit Fugger und Sigmund Gossembrot allein zustande brachte, die uns aber hier nicht weiter beschäftigen können. Die Paumgartner hatten also festen Fuss in Tirol gefasst. Die grossen Silberbeträge, die sie jetzt alljährlich zu empfangen hatten, machten natürlich die dauernde Anwesenheit einer Vertrauensperson der Firma in Schwaz und Hall nötig. Seit dem Jahre 1500 wird Lucas Meuting, der einer bekannten Augsburger Kaufmannsfamilie entstammte, als Vertreter (Fak tor) der Paumgartner in Tirol erwähnt 4 ). *) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Kopialbuch II. Serie T. fol. 14. Vgl. ausserdem J ansen: Jacob Fugger d. R. fol. 85 ff., wo dieser und eine Reihe der folgenden Verträge von Jansen im Zusammenhänge der Fuggerschen Geschäfte bereits erwähnt sind. 2 ) Innsbruck Statthaltereiarchiv: Cop. II. Ser. 1499 fol. 1 u. 2. 3 ) Ebenda fol. 32. 4 ) Ebenda Kopialbuch Missiv 1500 fol. 124.