37 Maximilian erkannte die Dienste, die ihm Hans Paum- gartner erwiesen, dankbar an. In einer Urkunde vom 2. Ok tober 1499, in der er besonders die Leistungen Paumgartners im letztvergangenen Krieg gegen die Schweizer hervorhebt, verbesserte er ihm sein Wappen und erhöhte ihn in den Stand der edlen Turniergenossen und rittermässigen Leute, dem auch seine Ahnen, bevor sie sich in Städten niederliessen, schon angehört hätten. Er soll ferner das Recht haben, auch in welt lichen und geistlichen Stiften Lehen zu tragen und zu Gericht zu sitzen 1 ). Gegenüber seinem Bruder trat Franz an Bedeutung mehr zurück. Er starb bereits im Jahre 1503 2 ), worauf Hans allein das Geschäft weiterführte. Bald sollte er in noch engere Beziehungen zu Maximilian und der Tiroler Finanzbehörde treten. Der Schweizerkrieg hatte zu einer völligen Erschöpfung der Tiroler Finanzen geführt. Maximilian, der seit Antritt seiner Regierung an einer Neuorganisation der Verwaltung arbeitete, suchte daher jetzt auch das Finanzwesen auf eine sichere Grund lage zu stellen. Der geeignetste Mann für diese nicht leichte Aufgabe schien ihm Georg Gossembrot zu sein, der schon seit 1496 in der Schatzkammer tätig war. Auf Grund zweier Ver träge, die Maximilian mit ihm abschloss, trat nun Gossembrot an die Spitze des ganzen ober- und niederösterreichischen Fi nanzwesens 3 ). Der oberösterreichische Vertrag vom 26. August 1501, der 3% Jahre, also bis 1504 Geltung haben sollte, be stimmte, dass Gossembrot alle Einkünfte Tirols und der vorder österreichischen Lande erhalten und datür für alle Ausgaben der Kammer, den Hofstaat der Königin usw. aufkommen sollte. Ausserdem hatte er für die Befriedigung der Gläubiger, dar unter auch der Augsburger Kaufleute, zu sorgen 4 ). Am *) München, Reichsarchiv: Familienkodex der Paumgartner (Herr schaft Hohenschwangau I 36, 2) enthält diese Urkunde, ausgestellt zu Innsbruck am andern Tag Oktobris 1499. a ) Franz Paumgartner zahlt im Jahre 1502 in Augsburg zum letztenmal Steuer (Steuerbuch 1502 fol. 38 c). Im nächsten Jahr zahlen seine Erben (Steuerbuch 1503 fol. 44 d). Franz Paumgartner hinterliess mehrere Söhne, von denen einer, Johann, sich mit Ottilie Höchstätter vermählte und im Jahre 1529 beim Höchstätter Konkurs eine wenig rühmliche Rolle spielte. (Chroniken d. deutschen Städte XXIII S. 221.) 3 ) Sigmund Adler: Die Organisation der Zentralverwaltung unter Kaiser Maximilian I. Leipzig 1886 S. 395 ff. *) Der oberösterr. Vertrag (Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Ge schäft v. Hof 1501 fol. 142) ist besprochen bei Adler a. a. O. S. 395—400.