45 Zweites Kapitel. Die Zeit der Blüte. Hans Paumgartner der Jüngere (c. 1490—1549). a) Hans Paumgartners d. J. Anfänge bis zur selbständigen Uebernahme des Geschäfts. Hans Paumgartner d. J. 1 ), des Aelteren einziger Sohn, wurde zwischen 1487 und 1491 in Augsburg geboren 2 ). Ueber seine Jugendzeit sind wir wenig unterrichtet. Wir werden jedoch nicht fehlgehen mit der Annahme, dass ihm sein Vater eine gründliche kaufmännische Ausbildung zuteil werden liess. Auf den hohen Schulen der Kaufmannschaft in Venedig und in den Niederlanden wird er eingeweiht worden sein in die Ge heimnisse des Handels und der Geldgeschäfte. Vielleicht hat er sich auch auf einer Universität einige gelehrte Kenntnisse angeeignet, da später seine Gelehrsamkeit, besonders sein juristisches Wissen, viel gepriesen wird. Nach Beendigung der Lehr- und Wanderjahre pflegte der vornehme junge Kaufmann jener Tage in die Heimat zurückzukehren, wo dann eine reiche Heirat gewöhnlich die Jugendperiode zum Abschluss brachte. Für unsern Hans hatte sein Vater, wie wir bereits wissen, eine besonders glänzende Partie ausersehen. Nachdem Jacob Fugger seine Zustimmung gegeben, durfte Hans Paumgartner am 28. Juli 1512 Georg Fuggers Tochter Regina als seine Gattin heimführen. Die Verbindung mit dieser gewiss viel umworbenen „Fuggerin“ brachte dem jungen Paumgartner nicht nur ein ansehnliches Vermögen, sondern auch bedeutende geschäftliche Vorteile 3 ). l j Eine populäre Biographie Hans Paumgartners gibt Paul v. S t e t- t e n d. J. in seinen „Lebensbeschreibungen zur Erweckung und Unter haltung bürgerlicher Tugend“. 1. Bd. (Augsburg 1782) S. 171—208. 2 ) Seine Schwester Anna war älter als er. Da ferner Hans Paum gartners d. Ae. viertes Kind Felizitas um 1494 geboren wurde (Dan. P r a s c h: Epitaphia Augustana, Augsbg. 1624 I S. 290), so ergibt sich für Hans Paumgartner d. J. ungefähr die oben angegebene Geburtszeit. 3 ) Regina Fugger, geb. 7. Nov. 1499, war Georg Fuggers (f 1506) und der Regina Imhof Tochter, also eine Schwester Anton Fuggers. Sie zahlte in Augsburg seit ihres Vaters Tod eine Steuer von jährl. 70 fl. Nach einem am 4. April 1519 abgeschlossenen Ehevertrag hatte sie ihrem