52 habe, weil sie den Vertrag zustande gebracht, er erklärte sich dann aber damit einverstanden, dass Paumgartner auf das Pfannhaus verwiesen werde. Sobald jedoch das Silber wieder frei sei, solle Paumgartner den Rest aus seinem Hüttwerk erhalten. Als dies im Oktober 1523 eintrat, hatte Paumgartner von den 24 000 fl noch 16 801 fl zu empfangen 1 ). Der Münzmeister wurde angewiesen, den Kaufmann von dem Silber, das er mache, und in die Münze liefere, 45 kr von jeder Mark zurückbehalten zu lassen. Die Jahre 1524 bis 1526 stellten infolge der Bauernunruhen und der gleichzeitigen Kriege Karls V. in Italien grosse For derungen an die Tiroler Finanzen, mit deren Mitteln Karl und Ferdinand indirekt durch die Augsburger Kaufherrn ihre Kriege führten. Nicht mit Unrecht behauptet ein Geschichts schreiber Tirols, dass der Bauernkrieg, die Türken- und Fran zosenkriege die Hilfsmittel Tirols erschöpften und es aus einem der zahlungsfähigsten zum ärmsten der Erblande machten 2 ). Gerade der reiche Ertrag der Bergwerke wurde dem Lande, wie wir noch sehen werden, zum Unsegen, da man diese Quelle für unversiegbar hielt. Immer neue Geldaufnahmen machte man auf die Edelmetalle und erschöpfte damit vorzeitig den 4 Reichtum der Gruben. Am 27. Februar 1524 teilte Gabriel Salamanca, Ferdinands allmächtiger Generalschatzmeister, der Tiroler Regierung mit, dass Hans Paumgartner 20 000 fl dar gestreckt, einige Monate später (10. Mai) berichtet Ferdinand von Horb aus, dass man bei dem genannten Augsburger Kauf mann ausserdem noch 19 998 fl 32 kr y 2 f aufgenommen habe 3 ). Beide Summen wurden auf den Silberwechsel verwiesen. An gesichts dieser Verpflichtungen und der unerquicklichen Zu stände des Landes 4 ) konnte die Regierung bald ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen, zumal auch die Unruhen, „so sich an vielen Orten durch den gemeinen Mann erzeigten“, grösseren 1 ) Missiv und Befehl von Hof (1520 bis 1522) fol. 341. 2 ) Jos. Egger: Geschichte Tirols von den ältesten Zeiten bis in die Neuzeit Bd. II (Innsbruck 1876) S. 152 u. ö. 3 ) Geschäft v. Hof (1524) fol. 180. *) Besonders Ferdinands I. Günstling, der Spanier Gabriel Sala manca, Graf zu Ottenburg, Freiherr zu Freienstein, der in Tirol wie ein Fürst gebot, war den Einheimischen verhasst. Vgl. Egger a. a. O. S. 86 ff.