63 irgendeiner der anderen Augsburger Handelsherrn verdankte er seinen Reichtum Tirol, wo er in seinen Bergwerken einen grossen Teil seiner Kapitalien stecken hatte. In der soeben geschilderten Periode des Niedergangs des Tiroler Bergbaus (ca. 1530 bis 1548) dauerten natürlich auch die finanziellen Beziehungen Paumgartners zu Ferdinand fort, da dieser infolge der politischen Weltlage mehr denn je ge zwungen wurde, sich an die Kaufleute zu wenden. Vor allem verursachten jetzt die Türkenkriege grosse Ausgaben. Es würde über den Rahmen unserer Familiengeschichte hinaus- geheii, wollten wir alle bei den Augsburgern gemachten Anlehen genauer besprechen. Selbst in der Aufzählung der Hans Paum- gartner betreffenden Verträge müssen wir uns einige Schranken setzen und können aus der Fülle des in den Kopialbüchern erhaltenen Materials nur das Wichtigste hervorheben. Paum- gartner gehörte eben wie die Fugger schon längst zu den stän digen Geldgebern der Habsburger, eine Stellung, die er nicht zuletzt seinem ausgedehnten Besitz an Bergwerken zu danken hatte. Der allmähliche Rückgang in der Silbererzeugung musste natürlich auch auf die Erfüllung der von der Regierung abge schlossenen Verträge zurückwirken. Es wurde immer unmög licher, die Lieferungstermine einzuhalten. So hatte Paum- gartner nach einer Berechnung vom 12. April 1529 an Silber noch zu empfangen 2925 M für das Jahr 1528 und bereits weitere 1000 M für die ersten Monate des Jahres 1529. Er lieh trotz dem wieder 8000 fl her, für die ihm 6000 M Silber verschrieben wurden 1 ). Um dem Sultan Soliman, der im Jahre 1529 bekannt lich bis vor Wien vorgedrungen war, Widerstand leisten zu können, nahm Ferdinand am 25. September bei Fugger und Paumgartner 28 500 fl auf und gewährte ihnen dafür 12 000 M 2 ). Auf die gegenseitige Eifersucht und den Konkurrenzkampf der Augsburger Firmen wirft ein Vorgang einiges Licht, der sich in den Jahren 1529 bis 1531 abspielte 3 ). Ferdinand hatte am 1 ) Missiv an Hof (1529) fol. 37 ff. Es wurden am 12. April von der Regierung Philipp von Lichtenstein, Johann Zott und Andreas Teubler nach Augsburg geschickt, um mit den Kaufleuten (Fugger, Paum gartner, Herwart-Bimmel und Manlich) zu verhandeln. 2 ) Entbieten u. Befehl (1531) fol. 48. 3 ) Die meisten Aufschlüsse darüber gibt: Missiv an Hof (i530> fol. 6 ff.